Nutztiere und Wild vor Wölfe schützen

Schafe und Damwild in der Lausitz vor Wolfsübergriffen schützen

Internationaler Tierschutz-Fonds (IFAW) finanziert Beratung

Eine Beratung für Nutztierhalter zum besseren Schutz vor Übergriffen durch Wölfe startet der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) dieser Tage in den Landkreisen Potsdam-Mittelmark, Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz. Die Wolfsbeauftragten Torsten Fritz und Constanze Eiser wollen bis Mitte Juni insgesamt 51 Tierhalterinnen und Tierhalter beraten und Tipps für die Praxis geben.

Bereits im Juni 2010 wurde zwischen dem brandenburgischen Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz und dem IFAW eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossenen. Das unterstützende Beratungsangebot ist Bestandteil dieser Vereinbarung. Es soll einerseits zur Akzeptanz und damit zum Schutz des Wolfes beitragen, andererseits Umsetzung der Regelungen, die im aktuellen Wolfsmanagementplan des Landes Brandenburg getroffen worden sind, unterstützen.

"Wölfe sind längst nichts Ungewöhnliches in Brandenburg mehr", sagt Umweltministerin Anita Tack. "Mögliche Schäden an Haustierbeständen lassen sich durch konsequente Präventionsmaßnahmen deutlich reduzieren. Das Landesamt und unsere Kooperationspartner setzen die intensive Beratung der Tierhalterinnen und Tierhalter fort für einen besseren Schutz vor Wolfsübergriffen."

Die Beratungen konzentrieren sich in diesem Jahr auf die Landkreise Potsdam-Mittelmark, Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz und tragen der aktuellen Verbreitung des Wolfs in diesen Regionen Rechnung. So ist im Bereich Göritz/Klepzig im südlichen, an Sachsen-Anhalt angrenzenden Bereich von Potsdam-Mittelmark seit 2012 ein neues Rudel Wölfe unterwegs. Zudem etablieren sich einzelne Wölfe und Wolfsrudel zunehmend auch in der südwestlichen Niederlausitz, insbesondere in den Landkreisen Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz. Viele der Nebenerwerbshalter dort haben noch keine Erfahrung mit dem Schutz ihrer Tiere. Präventive Maßnahmen zu Schadensverhütung und Konfliktbewältigung stehen deshalb auch im Mittelpunkt des Wolfsmanagementplans des Landes.

"Eine an die individuelle Situation angepasste, praxisorientierte Beratung ist sehr wichtig", erklärt Robert Kless, IFAW Wolfsexperte und Projektbetreuer. "Nur so kann ein optimaler Schutz der Tiere vor Wolfsübergriffen erreicht werden. Zusätzlich helfen wir den Haltern bei Anträgen auf öffentliche Fördergelder zur Finanzierung der Schutzmaßnahmen."

Mit seinem Projekt unterstützt der IFAW gezielt Nebenerwerbs- und Hobbyschäferinnen und -schäfer in Wolfsgebieten und klärt sie auf. Die enge Zusammenarbeit mit denjenigen, die unmittelbar von der Rückkehr der Wölfe betroffen sein könnten, ist wichtig, um die Akzeptanz für Wölfe zu verbessern. Bereits seit 2001 informiert der IFAW die Öffentlichkeit zum Thema Wolf und finanziert Wolfsmonitoring in Sachsen und Brandenburg. Ziel aller Bemühungen ist eine friedliche Koexistenz zwischen Menschen und Wölfen.

Über den IFAW Seit seiner Gründung 1969 schützt der IFAW weltweit Tiere in Not. Mit Projekten in über 40 Ländern retten wir einzelne Tiere, setzen uns gegen Grausamkeit gegenüber Tieren ein und engagieren uns für den Schutz von Wildtieren und ihren Lebensräumen.

Weitere Informationen:

Quelle: PM des Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg