Lausitzer Braunkohletagebau zerstört Weltkulturerbe

Fundamente von Pücklers chinesischem Turm gefunden

Der Fund von Fürst Pücklers chinesischem Turm im künftigen Braunkohletagebau ist ein Beleg dafür, dass Vattenfall kulturhistorisch wertvolle Gebiete zerstört. Bei archäologischen Untersuchungen vor der Abbaggerung des Geländes sind in den vergangenen Tagen die Fundamente des von Fürst Pückler (1785-1871) entworfenen chinesischen Aussichtsturms freigelegt worden.

"Der Fund belegt, dass Pücklers ehemaliger Jagdpark eigentlich Teil des Weltkulturerbes Muskauer Park sein müsste. Ausschließlich wegen des geplanten Tagebaues ist das Gebiet nicht an die UNESCO gemeldet worden. Aktuell werden die Reste der wertvollen Landschaft unwiederbringlich zerstört." sagt René Schuster von der GRÜNEN LIGA.

Derzeit zerstören die Bagger des schwedischen Staatskonzerns Vattenfall den Bereich des Jagdparkes, der in engem kulturhistorischen Zusammenhang mit dem Muskauer Park von Fürst Pückler angelegt worden war. Dabei wird auch das Naturschutzgebiet "Urwald Weißwasser" zerstört. Nach Ansicht von Regionalhistorikern könnte das Gebiet bereits vor Pückler als Heiligtum verehrt worden sein. Das Gebiet soll in Kürze mehr als einhundert Meter tief umgegraben und damit komplett zerstört werden.

Der Tagebau Nochten gewinnt Braunkohle, die hauptsächlich im Kraftwerk Boxberg verbrannt wird. Die Zunahme der Braunkohleverstromung in den letzten Jahren gefährdet die Erreichung der Klimaschutzziele Deutschlands. Die Inanspruchnahme des geplanten Abbaugebietes 2 würde zur Umsiedlung von 1700 Menschen führen und verletzt den Schutz des Siedlungsgebietes der sorbischen Minderheit in Sachsen. Darüber muss die Regionalversammlung am 2. April in Bautzen noch einmal entscheiden, nachdem das Innenministerium zusätzliche Auflagen formuliert hat.