Lausitzer Neiße bekommt neuen Hochwasserschutzdeich

4,5 Millionen für Schutz vor Hochwasser im Lankreis Görlitz

Umweltminister Frank Kupfer startet Bau des neuen Hochwasserschutzdeiches in Leuba

Leuba (Ortsteil von Ostritz, Landkreis Görlitz) bekommt mehr Sicherheit vor Hochwassern der Lausitzer Neiße. Umweltminister Frank Kupfer startete heute (19. März 2014) gemeinsam mit der Vizewojewodin von Niederschlesien, Frau Ewa Mańkowska, sowie Vertretern der beteiligten deutschen Kommunen und Behörden den Bau eines neuen Hochwasserschutzdeiches.

Künftig soll ein 1,2 km langer Zweizonendeich entlang der Bundesstraße B 99 den Ortsteil bis zu solchen Hochwasserereignissen schützen, wie sie statistisch einmal in 100 Jahren vorkommen. "Der Freistaat Sachsen investiert dafür insgesamt 4,5 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie aus Landesmitteln", betonte der Minister.

Bisher hatte es für den Ortsteil lediglich Schutz durch einen gewässernahen Deich gegeben. Im Schnitt wurden angrenzende landwirtschaftliche Flächen jedes zweite Jahr überflutet, die benachbarte Bundesstraße B 99 jedes zehnte Jahr. "Gemeinsam mit der Genehmigungsbehörde hat sich die Landestalsperrenverwaltung für einen ortsnahen Deich entschieden", so der Minister. "Das ist die richtige Strategie. Wir schaffen angemessenen Schutz dort, wo es nötig ist. Gleichzeitig aber lassen wir dem Fluss Platz".

Kupfer verwies allerdings auch darauf, dass es absoluten Schutz vor jedem denkbaren Hochwasserereignis nicht geben könne. "Deshalb bleibt Eigenvorsorge wichtig. Das gilt auch dann, wenn der Hochwasserschutzdeich fertiggestellt sein wird. Zur Eigenvorsorge gehört ein ausreichender Versicherungsschutz, aber auch bauliche Vorsorge. So lassen sich im Fall der Fälle die Schäden verringern, wenn teure Technik wie zum Beispiel die Heizung nicht im Keller untergebracht ist, wo sie als erstes unter Wasser steht", so der Minister abschließend.

Hintergrund:

Der Ortsteil Leuba wurde besonders im Jahr 2010 hart getroffen, als von Juni bis Ende September die Lausitzer Neiße fünfmal über die Ufer trat und enorme Schäden anrichtete - am schlimmsten am 7. August, als das Wasser in kurzer Zeit so hoch stieg, dass es die Bundesstraße B 99 überflutete.

Die künftige Hochwasserschutzanlage wird eine Länge von rund 1,2 Kilometern erhalten, an der höchsten Stelle wird sie 2,65 Meter hoch sein. Auf 1,15 Kilometern entsteht ein homogener Erddeich. Auf weiteren 50 Metern im unmittelbaren Ortsbereich wird aus Platzgründen eine Deichersatzanlage aus Spundwänden errichtet.

Quelle: PM SMUL - Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft