Forschungsarbeiten zur Magnetlagertechnik in der Oberlausitz

Übergabe Magnetlagerversuchsstand an die Hochschule Zittau/Görlitz

Am 5. März 2014 wurde ein in Zusammenarbeit zwischen der Siemens AG und der Hochschule Zittau/Görlitz entwickelter Magnetlagerversuchsstand in die Betreiberverantwortung der Hochschule Zittau/Görlitz übergeben. Der Versuchsstand wurde von der Siemens AG gefertigt. Die Hochschule hat die für den Betrieb des Prüfstandes erforderliche Infrastruktur geschaffen. Mit der Übergabe der Betreiberverantwortung unterstützt die Siemens AG die weitere Stärkung der Magnetlager-Fachkompetenz der Hochschule und die Lehre in den Studiengängen Mechatronik und Automatisierung. Seit August 2011 betreibt der Görlitzer Siemens-Standort in enger Zusammenarbeit mit der Hochschule Zittau/Görlitz eine Versuchsanlage, um konventionelle ölgeschmierte Lager von Industriedampfturbinen in Zukunft durch Magnetlager zu ersetzen.

"Traditionell werden die Lager in einer Dampfturbine mit Öl geschmiert. Dieses Grundprinzip will Siemens gemeinsam mit der Hochschule Zittau/Görlitz auf Basis von Magnetlagern neu definieren. Mit den laufenden Versuchen in Zittau kommen wir dem Ziel einer ölfreien Turbine einen entscheidenden Schritt näher", erläutert Prof. Frank Worlitz, Direktor des Instituts für Prozesstechnik, Prozessautomatisierung und Messtechnik (IPM) der Hochschule, das Projekt. Zudem ist er gleichzeitig der wissenschaftliche Leiter des seit 2007 am IPM laufenden Projektes.

Ziel der Untersuchungen an dem hochmodernen Versuchsstand ist es, die Magnetlagerung für die Anwendung an Industriedampfturbinen zu qualifizieren. Anschließend wird der Versuchsstand für weitere Optimierungen der Lagerung auch für andere Anwendungsgebiete genutzt. Nach den erfolgreichen Tests konnten eine Reihe von Ergebnissen bereits in die Praxis überführt werden.

Derzeit laufen im Rahmen von Promotionsverfahren intensive Forschungsarbeiten zur Magnetlagertechnik am IPM. Christian Vanek, Stephan Düsterhaupt, Li Li, Jan Fiebig (Siemens AG), Promovenden am IPM, stellten ihre bereits erzielten Forschungsergebnisse zur Magnetlagertechnik vor. Dabei widmeten sie sich insbesondere den Problemstellungen zum Einsatz der Magnetlager in der Energietechnik.

"Durch die Übergabe der Betreiberverantwortung an die Hochschule Zittau/Görlitz erhält die langjährige intensive Kooperation mit Siemens Görlitz eine weitere Aufwertung und ist zugleich Ausdruck für die Anerkennung der wissenschaftlichen Arbeit der Hochschule insgesamt und insbesondere der Forschungsgruppe um Prof. Frank Worlitz", so Rektor Friedrich Albrecht. "Den weiteren Ausbau der Zusammenarbeit bei der Entwicklung zukunftsweisender Technologien, wie der Magnetlagertechnik, zwischen der Hochschule Zittau/Görlitz und Unternehmen, sehen wir als wichtigen Weg zur weiteren Profilierung der Hochschule im Bereich Energie und Umwelt, zur Erhöhung der Attraktivität des Wissenschaftsstandortes und zur Stärkung der Region."

Siemens investierte einen Millionenbetrag in die Versuchsanlage, in der die Magnetlager unter simulierten Kraftwerksbedingungen erprobt und untersucht werden. Die Qualifizierung der Magnetlager für die Anwendung in Industriedampfturbinen ist ein hervorragendes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Industrie und anwendungsnaher Forschung. HochschuleDie Infrastruktur wurde mit 510.000 EUR aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Die Hochschule Zittau/Görlitz kann auf eine lange Tradition in Lehre und Forschung auf den Gebieten Energie und Umwelt zurückblicken, zu denen auch die Magnetlagertechnik gehört. Mit Magnetlagern wird es unter anderem möglich, die Energieeffizienz von Turbomaschinen zu steigern und damit wesentlich effektiver und umweltschonender zu betreiben. An der Hochschule Zittau/Görlitz arbeitet Prof. Worlitz seit 1994 auf diesem Gebiet. Meilensteine waren 1996 der Aufbau des bisher größten Versuchsstandes und die Entwicklung und Inbetriebnahme der weltweit ersten magnetgelagerten Pumpe in einem Kraftwerk im Jahr 2004. Mit etwa 147 Projekten und einem Volumen von insgesamt mehr als acht Millionen Euro (Stand 2013) nimmt die Hochschule Zittau/Görlitz eine Spitzenposition unter den deutschen Fachhochschulen ein.

Quelle: Pressemitteilung Hochschule Zittau/Görlitz