Umstrukturierung bei Kjellberg

Umstrukturierung bei Kjellberg bereitet große Sorge

Umstrukturierung bei Kjellberg Keine Tarifsteigerungen seit 2013, dafür wurden innerhalb von zwei Jahren sechs! GmbHs aus dem ehemals gemeinsamen Betrieb gebildet. Die Mitarbeiter sind wegen unklaren Folgen in großer Sorge. Geht die Spaltung der Belegschaft damit weiter?

Erst Mitte Januar wurde überraschend angekündigt, die ca. 100 Mitarbeiter von Vertrieb, Marketing sowie Forschung und Entwicklung aus ihren bisherigen Gesellschaften herauszulösen. Der Betriebsübergang auf zwei andere GmbHs hat inzwischen schon zum 1. Februar!! stattgefunden. Die Erfahrungen mit den Folgen der bisherigen Umstrukturierungen sind negativ. Die Unruhe wegen der aktuellen Entwicklung ist also entsprechend groß.

Hintergrund:

Im Frühjahr 2012 war die zunächst beschlossene Spaltung der KPM im Zuge einer Vereinbarung zur Wahl von zwei Betriebsratsgremien aufgehoben worden. Jetzt wurde sie mit dem Übergang der Arbeitnehmer in die KGV und Technologiepark GmbH doch vollzogen. Der einstige Betrieb Kjellberg Finsterwalde besteht damit aus sechs GmbHs [KPM, KEZ, KSV, KDL, KVG (neu), Technologiepark (neu)]. Hinzu kommen die erworbenen Gesellschaften KMF aus Finsterwalde/Massen und VWP aus Crinitz.

Die neuen Gesellschaften verfügen bisher weder über gewählte Betriebsräte, noch unterliegen sie einer Tarifbindung. Die anderen vier Betriebe haben jeweils einen Firmentarifvertrag mit der IG Metall abgeschlossen. Seit 2013 werden jedoch die Tarifsteigerungen aus der Metall- und Elektroindustrie nicht an die Mitarbeiter weitergegeben. Hier besteht für alle Gesellschaften dringender Handlungsbedarf.

In der KGV und Technologiepark GmbH gelten bisher keine kollektiven Schutzregelungen. Die Bestimmungen des BGB §613a sind nicht ausreichend, um den Beschäftigten die Sorge vor künftigen Verschlechterungen und einer größeren Unsicherheit zu nehmen. Wer jedoch von seinen Mitarbeitern Loyalität und Engagement erwartet, muss ihnen entsprechende Infos geben und eine faire Teilhabe ermöglichen. Erst Transparenz schafft das notwendige Vertrauen in unternehmerische Entscheidungen. Hier ist in den letzten Jahren ein großer Scherbenhaufen entstanden, den es wieder zu kitten gilt.

Quelle: IG Metall Cottbus / Südbrandenburg