Fazit zum Kreisbauerntag 2014 in Bad Liebenwerda

Positive Grundstimmung beim 14. Verbandstag des Kreisbauernverbandes Elbe-Elster

http://www.lausitz-branchen.de/medienarchiv/cms/upload/2014/februar/Verbandstag_Kreisbauernverbandes_Elbe_Elster.jpg Was haben der FC Energie Cottbus und die Landwirte durch die EU Agrarpolitik gemeinsam? Sie verlieren nicht hoch, aber immer wieder. Und das seit Jahren. Mit diesem Ausspruch sorgte der Vorsitzende Kurt Tranze auf dem 14. Verbandstag des Kreisbauernverbandes Elbe-Elster im Bürgerhaus Bad Liebenwerda am 13. Februar 2014 zwar für Gelächter.

Doch jeder der Anwesenden wusste, wieviel Wahrheit dahinter steckt. Neben Rückblick und Vorschau beschäftigte sich dieser Verbandstag mit aktuellen Themen. Kurt Tranze zählte eine ganze Reihe von Dingen auf die sich positiv entwickeln, die manchen Landwirt aber auch bis an den Rand der Existenz drängen. Eines davon sind drei Hochwasser innerhalb kürzester Zeit, die allen Anliegern an der Schwarzen Elster und im Bereich Mühlberg große Sorgen bereiteten. Wenn ein Damm bei Mühlberg bricht, läuft das Wasser bis Bad Liebenwerda. Er richtete deshalb erneut einen Appell an die Landesregierung, die seit Jahren diskutierten Deichsanierungen endlich voranzutreiben. Hochwasser kommen sehr schnell, bleiben aber wegen vernachlässigter Melioration über Monate.

Es ist für Landwirte nicht hinnehmbar, das riesige landwirtschaftliche Flächen und Grünland über Monate nicht befahrbar sind. Natürlich stimmen die Landwirte zu, dass es Überschwemmungsflächen geben muss, doch die Frage der Entschädigung ist in Brandenburg nach wie vor offen. Voller Lob war man jedoch, was die Auszahlung der Hochwassersoforthilfe durch den Landkreis betraf. Das Land hatte diese zur Überwindung von Notlagen im Juni zur Verfügung gestellt. Als Ansprechpartner für die Unternehmen/landwirtschaftlichen Betriebe stand die Regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft Elbe-Elster mbH bereit. Landrat Christian Jaschinski: "Die Mittel wurden wirklich zügig vom Landkreis ausgezahlt. Die ersten Soforthilfen konnten wir wenige Tage nach dem Hochwasser am 21. Juni überweisen. 122 Betriebe erhielten eine Soforthilfe bis maximal 5.000 Euro". Insgesamt wurden rund 540.000 Euro an Betroffene ausgereicht. Er wünschte sich generell, dass auch in Zukunft der bewährte Weg des gemeinsamen konstruktiven Austauschs zwischen Kreisverwaltung und Landwirten fortgesetzt wird. Dass die Schülerzahlen zurückgehen, merken auch die Landwirte. Kurt Tranze bedauerte zwar, dass es im Landkreis keine Ausbildungsstätte für Nachwuchskräfte in der Landwirtschaft gebe um den Berufsstand aufrecht zu erhalten, sich das Ausbildungsnetzwerk aber sehr gut etabliert hat und weiter geführt werden muss.

Auch der Diebstahl in Betrieben und von Maschinen hat trotz Polizeipräsenz nicht nachgelassen. Einige Betriebe haben ihre Maschinen mit künstlicher DNA ausgerüstet, dennoch sind Diebstahlsschäden unerträglich hoch. Offen blieb die Frage, wie sich die neue EU-Förderperiode bis 2020 auswirken wird. Zwar werden die Zahlungen durch Beschluss der Agrarministerkonferenz nicht so herabgesetzt wie befürchtet, doch Kurt Tranze warnte davor, alle EU- Länder mit ihren riesigen aber extrem unterschiedlichen Landwirtschaftsflächen und Bodenwerten über eine Kamm zu scheren. Probleme bereitet auch das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Nicht nur dass die Grundstückspreise kaum kontrollierbar seinen und der Regionalplan mit Windkraftvorzugsgebieten immer noch nicht abgeschlossen machen Probleme. Einen Nutzen von der Windkraft können weder die Bauern noch die Kommunen ziehen. Bei der Standortwahl, beim Bau und bei den Steuereinnahmen habe die Region durch fremde Investoren das Nachsehen. Für Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger gibt es nach wie vor schwierige politische Verhandlungen, um die Interessen der Landwirte umzusetzen. Er sieht den Bauernverband Elbe-Elster mit seine 2.400 Arbeitskräften aber als starken und verlässlichen Partner, der ihn unterstütze. Vogelsänger: "Ich stelle mich vor die Landwirtschaft in Elbe-Elster und Brandenburg" Die Standards seien sehr gut. Deshalb setze er sich für eine gerechte Verteilung der Förderzahlungen ein. Am Beispiel der Schweinefleischproduktion trotz Massentierhaltung sprach er sich gegen einen Import aus. 35 Kilogramm verzehrt eine Person pro Jahr. Auf drei Personen kommt demnach ein mittleres Schwein von 105 Kilo. Wurden 1990 für die Region Berlin/Brandenburg drei Millionen Schweine gehalten sind es heute nur 700.000, so dass die Tierhaltung eine noch größere Rolle spielen könnte, um den Eigenbedarf zu decken.

Quelle: PM des Landkreises Elbe-Elster