Beratungen zum Lausitzer Hochwasser 2013

Lehren aus dem Hochwasser 2013 in der Region Lausitz

Cottbuser Fachleuten beraten sich mit Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Zu einer sehr interessanten Konstellation führte der Zufall im vergangenen Sommer in unserer Region. Die Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe plante eine Großschadensübung für die Euroregion Spree-Neiße-Bober unter Einbeziehung polnischer Landkreise. Es kam bekanntlich anders: Am 3. Juni, dem Tag, an dem die Übung mit einem simulierten Hochwasser beginnen sollte, gab es sehr reale Überschwemmungen. Die Übung musste abgesagt werden, und der Cottbuser Katastrophenschutzstab ging in den "echten" Einsatz.

Die Dozenten der AKNZ, Klaus-Dieter Tietz und Frank Meurer, reisten jedoch nicht ab. Sie nutzten die eingetretene Hochwassersituation, um den Verwaltungsstab bei seiner Arbeit vor Ort zu beobachten. Später entstand auf beiden Seiten der Wunsch nach einer Auswertung des Kampfes gegen das Hochwasser. Diese Nachbereitung fand jetzt in Burg statt. Der Leiter des Verwaltungsstabes, der Cottbuser Beigeordnete Lothar Nicht, die Experten der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz und die Führungskräfte der Stadt und der Feuerwehr Cottbus erarbeiteten Lehren für zukünftige Gefahrensituationen. Dabei einbezogen waren externe Fachberater und Behörden wie das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, die Polizeiinspektion, das Technische Hilfswerk und das Kreisverbindungskommando der Bundeswehr sowie die Wasser- und Bodenverbände und die Betriebe der kritischen Infrastruktur.

Ausgangspunkt der Einschätzung war, dass es durch den engagierten Einsatz der Helferinnen und Helfer und die koordinierte Arbeit der Führungsgremien gelang, eine Überflutung von Stadtteilen zu verhindern. Den hohen Stellenwert der sozialen Netzwerke betonten die Teilnehmer der Auswertung besonders. Nach einem Aufruf auf Facebook erschienen mehrere Hundert Menschen an der Sandsackfüllstation und waren spontan bereit, sich zu beteiligen. Ein "Deichläufersystem" wurde in der Folge durch Bürgerinnen und Bürger verstärkt. Dieser neue Weg der Kommunikation hat sich bewährt.

Eine wichtige Forderung an das Land ist die notwendige Anpassung der Alarmstufen und Pegelstände an die Cottbuser Bedingungen. Auch die erforderliche Verbesserung der Personalausstattung des Landesumweltamtes vor Ort kam zur Sprache. Die weitere Erhöhung der Verteidigungsfähigkeit der Deiche erfolgt in Abstimmung mit den Grundstückseigentümern und den Belangen des Naturschutzes.

Im April findet die Landeskonferenz Hochwasser statt. Dort werden auch die Cottbuser Erfahrungen einfließen. Das Fazit von Lothar Nicht lautet: "Ich wünsche mir natürlich kein erneutes Hochwasser, aber wenn es kommt, weiß ich, dass wir in Cottbus gut vorbereitet sind."

Quelle: PM der Stadt Cottbus