20 Jahre Bauernverband Südbrandenburg

Bauernverband Südbrandenburg feiert in Luckau sein 20. Gründungsjubiläum

Woidke und Vogelsänger gratulieren Bauernverband Südbrandenburg zum 20. Gründungsjubiläum

Der Bauernverband Südbrandenburg hat heute in Luckau sein 20. Gründungsjubiläum gefeiert. Zu den Gratulanten gehörten Ministerpräsident Dietmar Woidke und Agrarminister Jörg Vogelsänger. Beide würdigten das Engagement von Brandenburgs größtem Kreisbauernverband, der sich seit zwei Jahrzehnten für die Interessen und die Vernetzung der Landwirte vom Spreewald bis zur Elster einsetzt. Die Landwirtschaft sei und bleibe für Brandenburg ein wichtiger Wirtschaftszweig, unterstrichen sie.

Woidke betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit, junge Menschen für grüne Berufe zu begeistern und so Nachwuchs für die Betriebe zu sichern. Woidke wörtlich: "Der Bauernverband Südbrandenburg engagiert sich hier beispielhaft. Er unterhält ein Ausbildungsnetzwerk, an dem sich 23 Unternehmen beteiligen. Dadurch werden Ressourcen gebündelt. Zudem können auch Jugendliche, die keine Top-Noten haben, besser an die Berufspraxis herangeführt werden." Woidke verwies darauf, dass mit Unterstützung der Landesregierung mittlerweile sechs Ausbildungsnetzwerke in der Landwirtschaft entstanden sind.

Zudem sagte Woidke, dass die brandenburgische Landwirtschaft ein großes Potenzial regionaler Produkte bietet, die beim Verbraucher auf Zuspruch und Nachfrage stoßen. Woidke: "Dieses Potenzial wird aber noch nicht genügend ausgeschöpft. Zu oft hört die Wertschöpfungskette nach der Erzeugung auf. Wir brauchen mehr Weiterverarbeitung unserer heimischen Schätze. Landwirte müssen stärker unternehmerisch denken, die Märkte im Blick behalten und sich vernetzen. Und das gilt nicht nur für Betriebe im direkten Berliner Umland, sondern auch in Senftenberg, Finsterwalde und Elsterwerda."

Unter dem Dach des Landesbauernverbands Brandenburg hatten sich am 8. Februar 1994 sechs Bauernverbände der ehemaligen Altkreise zunächst zum Bauernverband Niederlausitz-Spreewald und ab 2009 zum Bauernverband Südbrandenburg zusammengeschlossen. Heute umfasst das Verbandsgebiet 135.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche in den Kreisen Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und anteilig in Elbe-Elster und Teltow-Fläming. In diesem Gebiet werden rund 80 Prozent dieser Fläche von Verbandsmitgliedern bewirtschaftet. Im Verband sind 227 Betriebe organisiert - Landwirte im Haupt- und Nebenerwerb, Genossenschaften und Familienbetriebe, große und kleine Unternehmen.

Die Landwirtschaft sei für den Erhalt und die Entwicklung der ländlichen Räume von tragender Bedeutung, unterstrich Agrarminister Vogelsänger: "Landwirtschaft ist und bleibt die wichtigste ökonomische Basis im ländlichen Raum. Zwei Besonderheiten prägen die Landwirtschaft in der Region Südbrandenburg: Der Spreewald ist nicht nur eine einzigartige Wasser- und Waldlandschaft, er ist auch Kulturlandschaft, die in ihrer heutigen Form von Generationen von Bauern, Fischern und Forstleuten geschaffen wurde. Zu den besonderen Rahmenbedingungen in der Region gehören auch der Braunkohleabbau und die anschließende Rekultivierung von Flächen und Wiedernutzung für die Landwirtschaft."

Brandenburg ist seit dem 1. Januar Vorsitzland der Agrarministerkonferenz. In diesem Jahr ist die nationale Umsetzung der Beschlüsse zur gemeinsamen europäischen Agrarpolitik ein Schwerpunkt dieses Bundesratsgremiums. 2014 gilt als Übergangsjahr in die neue EU-Förderperiode, die 2020 endet. Vogelsängers Ziel ist, dass durch die nationalen Regelungen in Deutschland keine zusätzlichen bürokratischen Hürden für die Landwirte beschlossen werden. So wird sich Brandenburg dafür stark machen, dass bei der Vielfalt der Umsetzungsvorschläge der EU nur die Vorschläge national zum Tragen kommen, bei denen Aufwand und Nutzen in einem sinnvollen Verhältnis stehen, um die Kernbotschaft der GAP-Reform 2014 - öffentliches Geld für öffentliche Leistungen - zu erfüllen.

Das Thema Flächenkonkurrenz infolge der Umsetzung der Biomasse-, der Klima-, der Energie- sowie der Nachhaltigkeitsstrategie wird insbesondere die EEG-Novelle ein Schwerpunkt sein.

Der Bodenmarkt und außerlandwirtschaftliche Investoren sind ebenso ein Thema für die nächsten Jahre wie Veränderungen im Düngebereich oder Pflanzenschutz. Nicht zuletzt stehen die ländlichen Räume unter demografischen Gesichtspunkten vor gewaltigen Voraussetzungen, die nicht allein politisch zu lösen sind.

Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg