Brandenburg erwägt Kauf von Vattenfalls Braunkohlesparte

Vier Milliarden Euro für "Vattenfall Mining" Sparte

Tagebauverfahren Welzow muss unverzüglich eingestellt werden

Nach Informationen der "Potsdamer Neusten Nachrichten" erwägt Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) den Kauf der Braunkohlestochter des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall. Das Ministerium wolle dazu eine Arbeitsgruppe gründen, die den Kauf des auf vier Milliarden Euro teuren Sparte "Vattenfall Mining" sondieren soll.

"Wir fordern von der Landesregierung die Einstellung des Braunkohleverfahrens für den neuen Tagebau Welzow Süd II", sagte Günter Jurischka, Sprecher der AG Dorf-Kohle-Umwelt aus dem vom Tagebau bedrohten Dorf Proschim (Spree-Neiße): Sollte das Vorhaben wie derzeit geplant noch in diesem Jahr von Landeskabinett genehmigt werden, würde das den Wert des Unternehmens erhöhen. "Das Land schneidet sich finanziell ins eigene Fleisch, wenn es das Verfahren nicht unverzüglich abbricht", sagt Jurischka. "Eine Rekommunalisierung von Vattenfall muss dazu genutzt werden, die Braunkohleverstromung sozialverträglich auslaufen zu lassen", so der AG-Sprecher.

Mehr Informationen: "Christoffers erwägt Kauf von Lausitzer Vattenfall-Sparte" (Potsdamer Neusten Nachrichten)

Hintergrund:

Der geplante Tagebau Welzow-Süd Teilfeld II würde weitere 1.900 Hektar südlich von Cottbus den Braunkohlebaggern opfern. Der erste Entwurf des Braunkohlenplanes für Welzow-Süd II musste wegen schwerwiegender Mängel überarbeitet werden. Gegen die Neuauflage haben mehr als 120.000 Menschen Einwendungen eingereicht. Die Erörterung fand dem 10. Dezember bis 16. Dezember in Cottbus statt. Das Verfahren wird von der gemeinsamen Landesplanungsabteilung der Länder Berlin und Brandenburg geführt. Falls der Braunkohleaussschuss des Landes Brandenburgs den Plan zustimmt, erarbeitet die Landesregierung im 2. Quartal 2014 eine Rechtsverordnung zur Abbaggerung.

Quelle: GRÜNE LIGA Umweltgruppe Cottbus