5.500 brandenburger Projekte profitieren von EU-Fördermitteln

1,35 Milliarden Euro in der Förderperiode 2007-2013

5.500 brandenburger Projekte profitieren von EU-Fördermitteln Seit 1991 fließen Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) nach Brandenburg. In der Förderperiode 2007-2013 wurden 5.500 Projekte mit insgesamt rund 1,35 Milliarden Euro gefördert.

Europäische Fördermittel sind ein bedeutender Wirtschaftstreiber für das Land Brandenburg. Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers fasst zusammen: "Brandenburgweit wurden durch den Einsatz europäischer Mittel beispielsweise über 5.700 neue Arbeitsplätze geschaffen und 333 Kilometer Straßen instand gesetzt. In 116 Schulen wurde die IT-Ausstattung modernisiert. Die Trink- und Abwasserinfrastruktur wurde vielerorts verbessert, vier Theater wurden neu gebaut oder renoviert." Mit der Förderung konnten spürbare Verbesserungen erzielt werden, von denen nahezu alle Brandenburger profitieren. Das regionale Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit Brandenburgs werden auch ab 2014 durch Europäische Fördermittel unterstützt. "Mir ist es wichtig, die konkreten Ergebnisse der EU-Förderung für die Menschen in unserem Land deutlich zu machen. Daher haben wir die EU-fondsübergreifende Info-Kampagne 'Auch ganz schön' gestartet. Für diese vorbildliche öffentliche Kommunikation erhielt das Land Brandenburg den European Public Communication Award 2013." so Christoffers weiter.

Tillmann Stenger, Vorsitzender des Vorstandes der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) sagte: "Allein im vergangenen Jahr hat die ILB 78 Millionen Euro EFRE-Mittel zugesagt. Damit konnten Investitionen in Höhe von 167 Millionen Euro realisiert werden. Dem Land Brandenburg werden in der kommenden Förderperiode 2014-2020 deutlich weniger EFRE-Mittel zur Verfügung stehen als bisher. Diese gilt es konzentriert und nachhaltig einzusetzen."

Im Rahmen der EFRE-Förderung ab 2014 werden die folgenden Ziele oberste Priorität haben: die Stärkung von Forschung und Entwicklung, die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie die Verringerung der CO2-Emissionen in der Wirtschaft. Aber auch der Umweltschutz und die nachhaltige Nutzung von Ressourcen, die Förderung des nachhaltigen Verkehrs sowie der sozialen Eingliederung und die Bekämpfung der Armut werden wichtige Ziele sein.

Mehr über die Kampagne 'Auch ganz schön' ist auf der Seite www.eu-fonds.brandenburg.de zu finden. Alle EFRE-geförderten Projekte sind im Verzeichnis der Begünstigten auf der Webseite www.efre.brandenburg.de aufgelistet.

Vier Beispiele für die EFRE-Förderung in Brandenburg

Wasserspeicher für die Trinkwasserversorgung der Einwohner Eisenhüttenstadts

Eisenhüttenstadt. Zur Absicherung des Trinkwasserbedarfs von rund 20.000 m³ pro Tag steht in Eisenhüttenstadt ein Speichervolumen von 17.600 m³ zur Verfügung. Mit dieser Speichermenge kann ein Ausfall der Wasserzufuhr über einen Zeitraum von mindestens 24 Stunden überbrückt werden und frisches Trinkwasser für die Einwohner Eisenhüttenstadts zur Verfügung bereitgestellt werden.
Die Behältergruppe wurde im Jahr 1982 errichtet. Um die langfristige qualitative und quantitative Trinkwasserversorgung im gesamten Einzugsgebiet des Verbandes zu sichern, war die Sanierung der Behälter dringend erforderlich.

Mit EFRE-Mitteln konnten die Trinkwasserbehälter in Eisenhüttenstadt entsprechend den geltenden hygienischen und technischen Anforderungen saniert werden. Durch die Sanierung der Hochbehältergruppe kann die Funktion für mindestens weitere 25 Jahre erhalten werden.

Neue Hochleistungsverfahren auf dem Gebiet des Schweißens und Plasmaschneidens

Finsterwalde/Senftenberg. Seit 1922 setzt das Finsterwalder Unternehmen Kjellberg Innovationen im Bereich des Schweißens und Schneidens um. Zu DDR-Zeiten erarbeitete das Unternehmen die Grundlagen des Plasma-Schneidens. Dieses bewährte Verfahren wird seit der Wiedervereinigung Deutschlands kontinuierlich weiterentwickelt und soll nun in einem Verbundprojekt mit dem Namen "system 4+" optimiert werden. Dabei widmen sich verschiedene Teilprojekte unter anderem der Effizienz und Umweltverträglichkeit des Verfahrens.
Das Projekt wird gemeinsam mit weiteren Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft realisiert. Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg begleitet das Projekt wissenschaftlich und wird dafür ebenfalls aus Mitteln des EFRE finanziert.

Navigationsgeräte für die Chirurgie

Hennigsdorf. Die Medizintechnik ist ein besonders wichtiges Forschungsfeld, das konsequenter Weiterentwicklung bedarf. Die neue Generation von klinischen Navigationsgeräten bedeutet einen großen Fortschritt für die HNO-Heilkunde, die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie die Neurochirurgie. Diese Systeme ermöglichen es, Eingriffe bereits vor der Operation computergestützt zu planen und während der Operation kontrolliert umzusetzen. Dem Chirurgen wird die Position des navigierten Instruments während des Eingriffs in Bild- und Modelldaten auf einem Monitor angezeigt. Dadurch kann der Abstand der Instrumente zu sensiblen Bereichen mit höherer Sicherheit eingeschätzt werden. Das Ziel ist die Reduktion der Komplikationsraten bei gleichzeitiger Abnahme der benötigten Operationszeit. Für das Projekt wurden 285.000 Euro aus EFRE-Mitteln beigesteuert. Die fiagon Gmbh hat seit ihrer Gründung 2007 bereits 18 Patente angemeldet, die Technologie wird mittlerweile in mehr als 35 Ländern vertrieben. Zusätzliche Unterstützung in Höhe von 1,15 Millionen Euro stammt aus dem EFRE-kofinanzierten BFB Wachstumsfonds Brandenburg (BFB II).

Hochwertige Biopharmaka zu günstigen Preisen

Oberkrämer. Seit 1997 fertigt die Zellwerk GmbH Geräte und erarbeitet Verfahren für Schlüsselbereiche der Life-Science-Branche. Der Fokus liegt dabei auf biopharmazeutischen Verfahrenstechniken, der Produktion von Zellträgern und dem Tissue Engineering. Da die bisherige Herstellung bestimmter Biopharmaka hohe Kosten verursacht, arbeitet die Zellwerk GmbH konsequent an Verfahrensinnovationen, mit deren Hilfe hochwertige Biopharmaka erheblich kostengünstiger als bisher produziert und angeboten werden können.
Aus EFRE-Mitteln wurde ein Projekt zur Gewinnung eines solchen Biopharmaka im industriellen Maßstab gefördert. Das neuartige Verfahren, das die Gewinnung ermöglicht, wurde bisher im Labormaßstab umgesetzt und soll nun in den großtechnischen, industriellen Maßstab überführt werden. Das hochwertige Biopharmaka soll an Pharmaunternehmen verkauft und dort als Fertigarzneimittel zu günstigeren Konditionen als bisher vertrieben werden.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg