IG Metall-Aktionswoche für alternsgerechte Arbeit und gegen Altersarmut

Kampagne "Gute Arbeit - gut in Rente" der IG Metall in Südbrandenburg

Ab 5.11. geht die IG Metall bundesweit - und auch in Südbrandenburg - für eine alternsgerechte Arbeitsgestaltung und eine demografiesensible Personalpolitik in die Offensive. In unserer Region wird die absehbare Altersarmut großer Bevölkerungsteile durch aktuelle Niedriglöhne einen besonderen Schwerpunkt der Aktionswoche bilden.

  • Montag, 5.11. Wäscherei Berendsen in Lübbenau: Firma kündigt Tarifvertrag, Altersarmut vorprogrammiert, Hintergrund: Dumping durch SITEX
  • Montag, 5.11. Babcock Borsig Steinmüller: Betriebsversammlung in Jänschwalde zum Thema "alternsgerechte Arbeitsbedingungen"
  • Dienstag, 6.11. Kjellberg - Mitgliederversammlung in Finsterwalde
  • Mittwoch, 7.11. Metallguss - Mitgliederversammlung in Finsterwalde

IG Metall-Aktionswoche für alternsgerechte Arbeit und gegen Altersarmut "Die Rente mit 67 ist vorerst beschlossen und das Rentenalter wird bis 2029 schrittweise angehoben. Eine Fehlentscheidung, die nicht zu mehr älteren Arbeitnehmern, sondern zu mehr älteren Arbeitslosen und gekürzten Renten führen wird. Gerade in unserer Region wird dies durch Niedriglöhne verschärft und schon jetzt in tausenden regulären Arbeitsverhältnissen vor allem Eines produziert: Altersarmut!", so Ralf Köhler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Südbrandenburg.

Nach statistischer Erhebung der Bundesregierung ist ein Verdienst über der Niedriglohngrenze (10,36 € je Stunde bzw. 1.740 € im Monat) bei 45 Beschäftigungsjahren und Vollzeitbeschäftigung (bzw. 29 Entgeltpunkte) nötig, wenn man eine Nettorente oberhalb der Grundsicherung im Alter (688 €) erzielen will. Diesen Verdienst erreicht ein Großteil der Beschäftigten in Südbrandenburg aber nicht - und steuert schon heute trotz tagtäglichen Engagements auf eine Rente zu, als hätten sie nie gearbeitet.

Zudem fehlen in den Unternehmen fast durchweg Maßnahmen, die Arbeitnehmern überhaupt erst ermöglichen, gesund das Rentenalter zu erreichen. Wer seine Arbeit aber nicht bis 67 verrichten kann, verliert teils deutliche Rentenansprüche. In fast 80% der Betriebe gehen Arbeitnehmervertreter davon aus, dass die Beschäftigten das gesetzliche Rentenalter nicht erreichen können. Nicht einmal jedes dritte Unternehmen betreibt eine mittelfristige Personalplanung, die den demografischen Wandel berücksichtig - von dem unsere Region vergleichbar viel stärker betroffen ist.

"Unter diesen Bedingungen auf einer Rente mit 67 zu beharren oder sogar öffentlich über weitere Anhebungen der Regelaltersgrenze zu spekulieren, ist verantwortungslos und abenteuerlich. Statt einer Einheitsrente müssen wir endlich über mehr Flexibilität mit fairen Bedingungen beim Altersausstieg sprechen. Die Unternehmen müssen ihre Unternehmenspolitik auf den demografischen Wandel abstimmen und alternsgerechte Arbeitsbedingungen anbieten, damit die Menschen es gesund bis zur Rente schaffen. In unserer Region brauchen wir aber vor allem höhere Einkommen, um die absehbare Altersarmut zu vermeiden. Hier werden wir den Finger in die Wunde legen.", gibt sich Ralf Köhler für die IG Metall-Aktionswoche in der 45. KW kämpferisch.

Quelle: PM der IG Metall Südbrandenburg - http://www.suedbrandenburg.igmetall.de/