Preisträger des Brandenburgischen Nachwuchswissenschaftlerpreises 2012

Die Preisträger des diesjährigen 6. Brandenburgischen Nachwuchswissenschaftlerpreises stehen fest.

Preisträger des Brandenburgischen Nachwuchswissenschaftlerpreises 2012  Darüber hat heute eine vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg eingesetzte Jury entschieden. Der Preis ist mit insgesamt 45.000 € dotiert und wird in drei Kategorien vergeben.

Dr. Daniel Kopetzki vom Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung Potsdam erhält den mit 20.000 Euro dotierten "post-doc-Preis" in der Kategorie Natur- und Ingenieurwissenschaften. Prämiert wurde damit seine Doktorarbeit, bei der er einen Weg fand, um aus dem Zucker in Grünabfällen auf eine nachhaltige Art und Weise Grundstoffe für die chemische Industrie herzustellen. Mit diesem preisgünstigen Ausgangsstoff ist es der Feinchemikalienindustrie möglich, Plastik - anstatt aus Erdöl - aus nachwachsenden Rohstoffen zu produzieren. Seine Arbeit hat einen hohen Anwendungsnutzen gerade auch für die ärmsten Regionen der Erde, so das Votum der Jury.

Den mit 20.000 Euro dotierten post-doc Preis in der Kategorie Geistes- und Sozialwissenschaften erhält Dr. habil. Yves Breitmoser von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Der 35-jährige Volkswirt bekam die Auszeichnung für seine Arbeit "Strategic Reasoning in Beauty Contests". Darin geht er der Bedeutung von Theorien rationaler Entscheidungen zur Erklärung realen Verhaltens nach. Ein Anwendungsgebiet ist der Bezug auf soziale Interaktion unter anderem am Beispiel von Fehlverhalten der Akteure an den Finanzmärkten. Seine Arbeit, die das strategische Verhalten von Teilnehmern des Beauty-Contest-Spiels erläutert, stellte einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der Theorien über strategische Entscheidungsfindungen dar. Sie wurde in der renommierten wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschrift "Games and Economic Behaviour", veröffentlicht.

Der mit 5.000 Euro dotierte Absolventenpreis geht in diesem Jahr an Jana Traue von der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus. Die Informatikerin hat sich in ihrer sehr anspruchsvollen experimentellen Masterarbeit "An Event-Driven Middleware for Many-Core Architectures" mit neuen Betriebssystemen für Prozessoren mit sehr vielen Arbeitskernen beschäftigt. Die Zahl der Arbeitskerne verdoppelt sich mittlerweile etwa alle zwei Jahre, was zu neuen Anforderungen an ihre Verwaltung und Koordinierung stellt, damit in Zukunft die Rechenleistung bei sinkendem Energieverbrauch steigt. Traue untersuchte effiziente Kommunikationsmechanismen vor allem zur Koordinierung von Kerngruppen mit besonderem Augenmerk für Vielkernarchitekturen sowie für Betriebssystem- und Middleware-Konzepte. Sie ist derzeit Doktorandin am Lehrstuhl Verteilte Systeme/Betriebssysteme der BTU und forscht an Verwendungskonzepten einer Schlüsseltechnologie zur Senkung des Energieverbrauchs von mobilen Geräten bis Rechenzentren.

Die Auswahl der Preisträger hat eine überregional besetzte, hochrangige wissenschaftliche Jury getroffen, der Frau Prof. Dr. Gisela Engeln-Müllges, Frau Prof. Dr. Erika Fischer-Lichte (beide ehemalige Mitglieder des Wissenschaftsrates), Herr Dr. Wilhelm Krull (Generalsekretär der Volkswagen-Stiftung), Herr Prof. Dr. Günter Stock (Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften) und erstmals Herr Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner (Vorsitzender des Vorstandes des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt Köln) angehören.

Die drei Preise werden am 12. Dezember von Wissenschaftsministerin Sabine Kunst im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) in Potsdam verliehen.

Quelle: PM des Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg