Mehr Geld für Metaller in Leiharbeit

Metaller in Leiharbeit erhalten ab November zweimal mehr Geld

Ralf Köhler Für Leiharbeiter gibt es im November dieses Jahres gleich zweimal mehr Geld. Am 1. November steigen die Tarifentgelte, die der DGB in Tarifverträgen mit den Arbeitgeberverbänden für Zeitarbeit ausgehandelt hat. Beschäftigte in der mittleren Entgeltgruppe bekommen im Osten 10,68 statt 10,42 Euro, in der untersten Entgeltgruppe 7,50 statt 7,01 Euro. Zudem erhalten Leiharbeiter in der Metall und ab 1. November durch Inkrafttreten der neue Branchenzuschläge mehr Geld. Allein in Brandenburg sind laut Bundesagentur über 5.000 Leiharbeiter in Betrieben der Metall- und Elektroindustrie tätig.
Wer am 1. November dieses Jahres als Leiharbeiter bereits mindestens sechs Wochen beim selben Kundenbetrieb in der Metall- und Elektrobranche tätig und Mitglied der IG Metall ist, hat bereits ab dem 1. November einen Anspruch auf 15 Prozent mehr auf den Tariflohn für die Verleihbranche.

Zuschlag in fünf Stufen

Der Tarifvertrag, den die IG Metall mit dem Bundesverband der Personaldienstleister (BAP) und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (IGZ) abgeschlossen hat, tritt ab 1. November 2012 in Kraft. Ab Inkrafttreten erhalten Leiharbeitnehmer nach sechs Wochen Einsatzdauer 15 Prozent Branchenzuschlag, nach drei Monaten 20 Prozent, nach fünf Monaten 30 Prozent, nach sieben Monaten 45 Prozent und nach weiteren zwei Monaten 50 Prozent. Der Branchenzuschlag berechnet sich auf Basis der DGB-Tarifverträge mit BZA und IGZ. Leiharbeitnehmer erhalten den Branchenzuschlag auch, wenn sie in nicht tarifgebundenen Metall- und Elektrounternehmen arbeiten.

In unserer Region wird dieser Tarifvertrag bei der Firma "Bilfinger Babcock Kraftwerkservice" Jänschwalde umgesetzt. Hier können 50 Beschäftigte von dieser neuen Regelung profitieren. Je nach Eingruppierung haben die Kollegen jetzt monatlich 171 € bis 362 € mehr in der Tasche.

Im Tarifvertrag ist klar geregelt, dass die Lohnerhöhung nicht mit Fahrkosten oder Zulagen für Mehrarbeit verrechnet werden darf. Nur freiwillige, übertarifliche, nicht zweckgebundene Zuschläge können gegengerechnet werden.

"Die IG Metall ist dem Ziel "gleiches Geld für gleiche Arbeit" in diesem Jahr ein großes Stück näher gerückt, Leiharbeitnehmer bekommen in Zukunft deutlich mehr Geld, wenn sie in der Metall- und Elektroindustrie arbeiten. Gleichzeitig bleiben sie aber bei vielen Tarifstandards wie Sonderzahlungen oder Urlaubsdauer weit hinter denen zurück, die in den Einsatzbetrieben gelten - und wenn es kriselt, fliegen Leiharbeiter sofort raus. Deshalb fordern wir von der Politik, das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) wieder zu seinem ursprünglichen Zweck zurückzuführen. Es ist eine Lösung für Personalengpässe und nicht für Lohndrückerei! Unsichere Leiharbeit mit täglicher Abmeldefrist darf nicht länger dauerhafte Stammarbeitsplätze verdrängen.", so Ralf Köhler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Südbrandenburg.

Weitere Informationen www.suedbrandenburg.igmetall.de

Quelle: IG Metall Südbrandenburg