Symposium zu Hochschulprofil in der Lausitz

Beste Perspektiven für Energie- und Umwelttechnik

In einem zweitägigen Symposium haben in Cottbus Wissenschaftler der Energie- und Umwelttechnik von Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland sowie Wirtschaftsvertreter über ein Profil der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg diskutiert. Beteiligt waren auch Professoren beider Hochschulen in der Lausitz. Dabei ging es im Wesentlichen um die Frage, mit welchem Hochschulprofil welche Beiträge aus der Region Lausitz zu den Themen Energie- und Umwelt geleistet werden können.

Dazu Wissenschaftsministerin Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst: "Die BTU Cottbus und die Hochschule Lausitz haben bereits Schwerpunkte in Bereichen der Energie- und Umwelttechnik. Es geht jetzt darum, die vorhandenen Stärken über die Fakultätsgrenzen hinweg und auch im Gespräch mit der Wirtschaft weiterzuentwickeln. Wir haben hier in der Lausitz viele Voraussetzungen dafür: Es gibt Stärken in der CCS-Forschung, in Fragen der Verteilung und Speicherung von Strom und der Wiederverwertung von CO2. Es gibt hier in der Region Braunkohle und Grundlagenforschung in der Geothermie und der Bergbaufolgelandschaft. Es werden künftig von hier Antworten kommen auf Fragen, die sich mit der Energiewende ergeben und die weit über die Region hinaus Bedeutung haben.

Prof. Dr. Dr. h.c. Rolf Emmermann, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat und Moderator des Symposiums: "Wir haben hier in der Lausitz einzelne Leuchttürme, die aber nicht so verbunden sind, dass sich daran ein deutliches Profil erkennen ließe. Dieses gilt es zu entwickeln. Gerade eine kleine Universität braucht profilierte Angebote, um im Wettkampf mit den großen Technischen Universitäten bestehen zu können. Mein Eindruck war, dass wir auch durch die konstruktive und lockere Atmosphäre der beiden Tage hierin ein Stück vorangekommen sind."

Dr. Thomas Grünewald, Beauftragter des Wissenschaftsministeriums für die Hochschulregion Lausitz: "Dieses Forum sollte dazu dienen, sich gemeinsam darauf zu besinnen: Wo sind die Stärken, wo sind Lücken und wie sind sie zu schließen. Dass die Lausitz im Übrigen ein privilegierter Standort ist, im Reallabor an Energie- und Umweltfragen zu forschen, darauf haben in diesem Symposium besonders die Wissenschaftler aus Berlin, Dresden oder Karlsruhe hingewiesen".

Prof. Dr.-Ing. Harald Schwarz: "Die BTU Cottbus liegt im Zentrum einer Region, in der die Herausforderungen der Energiewende bereits 30 Jahre vor dem deutschen Durchschnitt sichtbar sind und in der bereits heute mit hohem Anwendungsbezug an zukünftigen Lösungen für Deutschland und die Welt geforscht werden kann. Dafür wird eine zukunftsweisende auch international ausgerichtete Forschungs- und Lehrstruktur in den Arbeitsgebieten Thermische Energietechnik und Brennstoffkunde, elektrische Energietechnik und Antriebssysteme sowie Energieökonomik geschaffen, die neben einer fachlichen Verstärkung auch auf einer Voll-Integration der energietechnischen Professuren der bisherigen BTU bzw. HL in eine neugegründeten Universität ausgerichtet ist.

Zu Fragen universitärer Organisationsstrukturen erklärte Dr. Thomas Porsche, Leiter Forschung und Entwicklung Vattenfall: "Nicht die Struktur ist für uns entscheidend. Wichtig ist uns, dass wir eine leistungsfähige Hochschule an unserer Seite haben, die uns Antworten gibt auf die Fragen, die wir an die Wissenschaft haben. Und das bezieht sich auf das Forschungs- aber auch auf das Lehrprofil einer solchen Hochschule".

Zu der Tagung zum Thema "Energie- und Umwelttechnik" hatte der Wissenschaftliche Beirat zur Neustrukturierung der Hochschulregion Lausitz eingeladen. Die Veranstaltung war bereits das zweite fachbezogene Forum nachdem bereits im August in Senftenberg über die Einrichtung von Pflege- und Gesundheitsberufen am Standort Senftenberg diskutiert worden war.

Bereits am 16. Oktober hatte die Brandenburgische Landesregierung das Gesetz zur Neustrukturierung der Hochschulregion Lausitz verabschiedet, in dem die Neugründung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg geregelt wird. Das Gesetz sieht ein Forschungsprofil der neuen Hochschule in den Bereichen "Energie", "Umwelt" und "Mensch" vor.

Quelle: PM des Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg