Klimagasinventur - Brandenburg von den Klimazielen weiter entfernt

Brandenburg von den Klimazielen weiter entfernt

Klimagasinventur: Landesregierung kommt beim Klimaschutz nicht voran

Die aktuelle Klimagasinventur des Ministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV) zeigt, dass sich die Treibhausgas-Emissionen in Brandenburg im Jahr 2011 um ca. 1,1 Mio. von 55,9 auf 57,0 Mio. Tonnen CO2 erhöht haben. Hauptursache für die Belastung des Klimas ist nach wie vor die Braunkohleverstromung, welche ihren Emissionsanteil von 35,6 Mio. Tonnen CO2 auf 36,3 Mio. um 700.000 Tonnen steigerte.

In der aktuellen Energiestrategie wurde für 2020 eine Obergrenze von 54 Mio. Tonnen Klimagasemissionen für Brandenburg festgelegt. "Dieses Ziel sollte schon 2010 erreicht sein, wurde aber in der vorletzten Energiestrategie auf 2020 verschoben," so Axel Kruschat, Geschäftsführer des BUND Landesverbandes. "Die nun vorgelegten Zahlen zeigen, dass sich Brandenburg von den Klimazielen weiter entfernt."

Mit dem Festhalten an der Braunkohleverstromung über das Jahr 2040 hinaus, wie es die Landesregierung Brandenburg anstrebt, sind die Klimaschutzziele nicht zu erreichen. Insbesondere, wenn die Braunkohlepläne für die neuen Tagebaue Welzow Süd II und Jänschwalde Nord fertig gestellt werden, können diese Ziele bei konstanter Auslastung der Braunkohlekraftwerke nicht mehr erreicht werden.

Die zusätzlichen Emissionen auf den Atomausstieg zurückzuführen, wird selbst von der Landesregierung bestritten. Heißt es doch auf der Internetseite des Ministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz: "Ein erhöhter Beitrag Brandenburgs für die Versorgungssicherheit im West- und Süddeutschen Raum ist technisch nur begrenzt möglich und würde zur weiteren Belastung der Übertragungsnetze und somit zur Behinderung der Erneuerbaren Energien beitragen."

Wenn Brandenburg seinen Anteil an der Erreichung des 2°-Ziels leisten will, ist ein schrittweises Zurückfahren der Braunkohleverstromung bis 2040 unumgänglich. Dies würde ebenso dazu führen, dass auf neue Tagebaue und die damit verbundenen Umsiedlungen und Naturzerstörungen verzichtet werden könnte.

Die aktuellen Zahlen und die Bewertung finden Sie hier:

Quelle:  Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Landesverband Brandenburg