Bildungsangebote und –infrastuktur im Blickpunkt

9. Bildungskonferenz des Landkreises erfreute sich erneut großen Zuspruchs

Blickpunkt 9. Bildungskonferenz des Landkreises erfreute sich erneut großen Zuspruchs 

Unter dem Motto "Kommunale Bildungslandschaft Elbe-Elster - Verantwortung für ganzheitliche Bildung" fand am 26. September im Haus des Gastes in Falkenberg die nunmehr neunte Bildungskonferenz des Landkreises Elbe-Elster statt.

Gekommen waren über 140 Akteure aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft, Erzieher, Lehrer und viele weitere Kooperationspartner. Unterstützt wurde die Bildungskonferenz von der Agentur für Arbeit Cottbus und dem Jobcenter Elbe-Elster.

Unter dem Stichwort "Kommunale Bildungslandschaft" hat der Landkreis Elbe-Elster im Rahmen des Projektes "Lernen vor Ort" in den vergangenen Jahren begonnen, die vielfältigen lokalen Bildungsangebote zu vernetzen und weiterzuentwickeln. Zielstellung dabei ist es, Strukturen und Kompetenzen zu entwickeln, um insbesondere die Qualität von Bildungsangeboten und die Anschlussfähigkeit innerhalb des Bildungssystems zu verbessern.

Landrat Christian Jaschinski machte auf der Tagung deutlich, dass die Verbesserung der Lern- und Bildungschancen aller Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen im Landkreis Elbe-Elster im Mittelpunkt der gemeinsamen Aktivitäten steht. Auf deren Belange sowie auf die besonderen Bedürfnisse einer ländlichen Bevölkerung müssten Bildungsangebote und die Bildungsinfrastruktur im ländlichen Raum ausgerichtet sein. Dazu komme es auf die Beteiligung und Vernetzung aller hierfür in Frage kommenden Akteure mit ihren unterschiedlichen Ansätzen, Motiven und Zielen an. Das bedeute, dass, unabhängig von konkreten, formalen und gesetzlichen Zuständigkeiten, Verantwortung von allen Akteuren gemeinsam übernommen werde. "Wir stehen hier in einer Verantwortungsgemeinschaft, denn die Bürgerinnen und Bürger interessieren sich am Ende nicht dafür, wer für die Bildungspläne, das Personal oder auch für die Schulgebäude zuständig ist. Dass sich das Engagement in großer Runde lohnt, belegt auch dieses Jahr wieder der große Zuspruch für die Bildungskonferenz", sagte Christian Jaschinski.

Prof. Dr. Wolfgang Weiß von der Universität Bremen gab den Teilnehmern in seinem Eingangsvortrag zu Steuerung und Management einer kommunalen Bildungslandschaft unter anderem Impulse zur Vernetzung schulischer und außerschulischer Bildung und berichtete über Tendenzen der Kommunalisierung bei der Entwicklung neuer Steuerungsstrukturen.

Vor diesem Hintergrund konnten sich die Tagungsteilnehmer in fünf verschiedenen Fachforen Anregungen und aktuelle Arbeitsstände zu folgenden inhaltlichen Schwerpunkten holen: Bildungsbericht und Fachkräftbedarfsanalyse, Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung, Familienbildung und Elternarbeit, Kulturelle Bildung sowie gut funktionierende Alltagsbeispiele zur Verbesserung von Übergängen im lebenslangen Lernen.

Auf reges Interesse stießen die angebotenen fünf Fachforen auf der Bildungskonferenz, die Anregungen und aktuelle Arbeitsstände zu inhaltlichen Schwerpunkten boten.Interessant war auch die Podiumsrunde mit Dr. Martin Thomé (Bundesministerium für Bildung und Forschung), Dr. Eva-Maria Bosch (Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg), Andrea Wagenmann (1. Stellvertreterin des Bürgermeisters der Stadt Falkenberg), Heinz-Wilhelm Müller (Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Cottbus) und Eike Belle (Geschäftsführerin Jobcenter Elbe-Elster). Jeweils knappe 90 Sekunden hatten die Diskutanten für folgende Fragen: Was ist aus Ihrer Sicht das Rezept für eine funktionierende Bildungslandschaft Elbe-Elster, und welche Aufgaben geben Sie dem Bildungsbüro mit auf den Weg? Welchen Beitrag leisten Sie dazu, um die Bildungslandschaft Elbe-Elster zu unterstützen? Nach Ansicht der Podiumsrunde hat das Bildungsbüro des Landkreises insbesondere folgende Aufgaben: 1. werben, 2. koordinieren 3. passgenaue Angebote entwickeln und 4. informieren.

Für besonders kurzweilige und inspirierende Momente sorgte der professionelle Geschichtenerzähler Alireza Zokaifar, der mit Witz und Charme seine Storys aus "Tausend und einer Nacht" erzählte und diese mit dem Thema des lebenslangen Lernens verknüpfte.

Für seine Zusammenfassung griff Moderator Ralf Jußen vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) die Metapher von Alireza Zokaifar vom "Säen und späten Ernten" auf: "Natürlich können wir von der Bildungskonferenz nicht erwarten, dass wir schon in den nächsten Tagen Erfolg haben. Für gute Bildung müssen wir uns Zeit nehmen." Wichtig sei dabei auch der Perspektivwechsel: Die Angebote im Landkreis seien exzellent, aber sei das auch immer das, was gebraucht würde und seien die Angebote auch gut erreichbar mit dem ÖPNV?

Die jährliche Bildungskonferenz hat sich als Impulsgeber für aufeinander abgestimmte Strategien und Maßnahmen der Bildungsakteure im Landkreis Elbe-Elster entwickelt. Für die zehnte Bildungskonferenz wurden dem Bildungsbüro konkrete Aufgaben mit auf den Weg gegeben. Dazu gehören z.B. die Entwicklung bedarfsgerechter Angebote, ein stärkeres Bildungsmarketing und die Erreichbarkeit der Lernorte. Insbesondere müsse das Thema "berufliche Weiterbildung und Qualifizierung" viel stärker in den Fokus gerückt werden, so lautete ein weiteres Fazit der diesjährigen Bildungskonferenz.

Quelle: Pressestelle des Landkreis Elbe-Elster