Lebensmittelbedingte Magen-Darm-Erkrankungen in Dahme-Spreewald

Wie können lebensmittelbedingte Magen-Darm-Erkrankungen vermieden werden?

Knapp 2.900 Kinder im Land Brandenburg haben sich seit Dienstag vergangener Woche durch Lebensmittel an einer akut verlaufenden Magen-Darm-Erkrankung angesteckt. Im Landkreis Dahme-Spreewald konnten bis zum Montag 253 Kinder ermittelt werden, die im Zusammenhang mit dem Schulessen über Erbrechen, Übelkeit und Durchfälle klagten. Inzwischen wurden auch Sekundärfälle bekannt, das heißt Familienangehörige haben sich an den kranken Kindern ebenfalls angesteckt und entwickelten ganz ähnliche Symptome.

Bisher ist noch unklar, ob Viren, Bakterien oder ihre Giftstoffe die Ursache für diese bundesweit einmalige Erkrankungswelle ist.

Nahrungsmittel werden recht häufig von diesen Erregern befallen. Dabei gelangen die Viren und Bakterien über normale Erdanhaftungen und biologische Düngung an die frischen Nahrungsmittel. Gleichzeitig können Küchenmitarbeiter, die aus verschiedensten Gründen mit diesen Erregern behaftet sind, Viren und Bakterien an die Lebensmittel abgeben.

Lange Warmhaltezeiten, ungenügende Erhitzung und nicht genügende Reinigung der frischen Produkte begünstigen die Verbreitung und Vermehrung von Viren und Bakterien in der zubereiteten Speise.

Wenn eine Mahlzeit erst einmal von Bakterien befallen ist und diese ihre Stoffwechselprodukte (Toxine) an die Speise abgeben, hilft auch keine Erwärmung mehr, um die Toxine dann zu entfernen. Einmal genossen, führt die Aufnahme der Viren, Bakterien oder ihrer bakteriellen Gifte dann sehr schnell zu massivem Erbrechen, Unwohlsein und Durchfällen.

Wenn Kinder oder auch Erwachsene in dieser Form erkranken, hilft in den meisten Fällen Bettruhe und viel trinken: optimal ist hier Tee oder auch ausnahmsweise mal Cola und eine leichte Kost in Form von Kohlenhydraten mit Zwieback oder auch Salzstangen. Wenn der Zustand sich jedoch gerade bei kleinen Kindern oder auch älteren Menschen nicht innerhalb von 24 Stunden bessert, sollte grundsätzlich ein Arzt kontaktiert werden.

Wie kann man sich vor solchen Erkrankungen am besten schützen?

Zuhause ist die Küchenhygiene von immenser Wichtigkeit. Dabei sollten alle frischen Nahrungsmittel gründlich gewaschen werden, bevor sie verzehrt werden. Zubereitete Speisen sollten nur gekühlt bis zum Verzehr aufbewahrt werden und vor der Aufnahme nochmals gut durcherhitzt werden. Insbesondere tiefgekühlte Fleischprodukte gehören nur durchgegart auf den Tisch. Konserven, deren Deckel sich aufwölben, sollten niemals verbraucht werden.
Um Krankheitserreger, die an einem selbst haften, möglichst zu eleminieren, ist die Händehygiene das A und O. Waschen Sie sich grundsätzlich vor der Tätigkeit in der Küche sehr sorgfältig die Hände. Halten Sie auch Ihre Kinder dazu an, vor der Mahlzeit sich die Hände zu waschen.
Kühlschränke müssen regelmäßig gesäubert werden. Und verzehren Sie keine Lebensmittel, die verdorben erscheinen.

An einem Magen-Darm-Infekt erkrankte Personen gehören zur Speisenzubereitung nicht in die Küche. Da sie meist noch einige Tage nach Abklingen der Symptome Krankheitserreger ausscheiden, sollen in dieser Zeit keine Küchenarbeiten verrichtet werden.
Wenn Familienmitglieder erkrankt sind, bietet es sich an, diese von der restlichen Familie und insbesondere Geschwisterkindern fernzuhalten, um eine Ansteckung zu vermeiden. Auch hier gilt strikte Händehygiene, eventuell die Nutzung eines handelsüblichen Händedesinfektionsmittels aus der Apotheke und sofortige Reinigung von Bad und Kinderzimmer, wenn Erbrechen und Durchfälle auftreten.
In den meisten Fällen dauern lebensmittelbedingte Erkrankungen nur 1-3 Tage an und werden problemlos überstanden. Dennoch könnten viele Magen-Darm-Infekte durch entsprechende vorbeugende Hygiene vermieden werden.

Quelle: PM des Landkreises Dahme-Spreewald