Vertrag mit Behindertenwerkstätten zur Erstbehandlung von Elektro-/Elektronikschrott

Landrat Bernd Lange unterzeichnete am 18.September eine Vereinbarung mit den Werkstätten für behinderte Menschen in Görlitz und den Niederschlesischen Werkstätten Weißwasser zur Erstbehandlung von Elektro-Elektronikschrott.

Der Landkreis Görlitz als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger hat das Ziel, die Elektroaltgeräteverwertung dauerhaft im Landkreis zu etablieren. Er setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen mehr als bisher eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt ermöglicht wird. Die Elektroaltgeräteverwertung ist eine konkrete Maßnahme des "Bündnisses für Beschäftigung für Menschen mit Behinderung", für die Landrat Bernd Lange die Schirmherrschaft übernommen hat.

Das Elektro-/Elektronikgesetz lässt Regelungen zu, dass Elektro-Elektronikschrott nicht nur in den Kreislauf der Wiederverwendung direkt an die Hersteller zurückgegeben wird, sondern dass Sammelgruppen vom Landkreis herausgenommen und an Erstbehandler gegeben werden.

Der Landkreis Görlitz kann somit die Sammelgruppen 1 (Haushaltgroßgeräte) und Sammelgruppe 5 (Haushaltkleingeräte) aus dem Rückführungskreislauf herausnehmen. Die Aufgabe der Erstbehandlung übernehmen die Werkstätten für behinderte Menschen die Niederschlesischen Werkstätten Weißwasser gemeinnützige GmbH, Werkstatt Bad Muskau, und der Gemeinnützige Verein zur beruflichen und lebenspraktischen Förderung behinderter Menschen in Görlitz e. V. Die Elektroaltgeräte werden von den behinderten Menschen vorsortiert und zerlegt.

Mit dem derzeitigen Aufkommen an Elektro- und Elektronikschrott der Sammelgruppen 1 und 5 ist es möglich, 15 bis 20 Arbeitsplätze zu schaffen. Gleichzeitig wird eine höhere stoffliche Verwertung und bessere Schadstoffentfrachtung bei manueller Demontage der Elektroaltgeräte erreicht.

Zudem bieten diese Integrationsprojekte Kommunen und Firmen der freien Wirtschaft die Chance, mit überschaubarem betriebswirtschaftlichem Risiko den Einsatz behinderter Menschen im Unternehmen zu erproben. Bei erfolgreicher Zusammenarbeit können durchaus aus Außenarbeitsplätzen einer Werkstatt reguläre, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstehen.

Mittelfristiges Ziel des Projektes ist die Schaffung von mindestens drei erweiterten Wertstoffhöfen im Landkreis Görlitz, auf denen dauerhaft Menschen mit Behinderungen beschäftigt sein werden. Diese Wertstoffhöfe werden als Integrationsprojekte organisiert. Sie verbinden Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften mit sozialen Projekten. Sie sollen regionale Wirtschaftskreisläufe fördern und benachteiligten Menschen Arbeit, Anerkennung und Integration bieten.

Auf dem Foto (v.l.n.r.): Martina Brandt vom Regiebetrieb Abfallwirtschaft Görlitz, Sascha Melcher, Geschäftsführer Niederschlesische Werkstätten Weißwasser gemeinnützige GmbH; Landrat Bernd Lange sowie Anne Spitzer und Margret Dornig, Geschäftsführerinnen des Görlitzer Vereins zur Förderung behinderter Menschen.

Quelle: PM des Landratsamtes Görlitz