Greenpeace-Zeppelin übern Braunkohletagebau Welzow Süd

Schwebender Protest: Umwelt-Aktivisten fordern Abkehr von Kohlepolitik der SPD Brandenburg

Mit einem vierzig Meter langen Zeppelin hat Greenpeace über dem Tagebau Welzow-Süd gegen die kohlefreundliche Politik der brandenburgischen SPD protestiert. Wenige Tage bevor Betroffene und Landesbehörden den neuen Braunkohletagebau Welzow-Süd II erörtern, flogen zwei Aktivisten mit dem Zeppelin über den Lausitzer Tagebau Welzow-Süd I. Auf dem Zeppelin prangte ein Banner mit der Inschrift "Kohle-SPD schadet Mensch und Natur". Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) unterstützt bislang die Pläne von Vattenfall für insgesamt fünf neue Braunkohletagebaue. "Wenn Platzeck diesen Tagebau genehmigt, macht er den Weg frei für weitere vierzig Jahre dreckiger Braunkohleverstromung. Damit schafft er einen gefährlichen Präzedenzfall für eine verkehrte Energiepolitik", sagt Greenpeace-Energieexperte Gerald Neubauer.

Von den fünf geplanten Braunkohletagebauen sind die Pläne für den neuen Tagebau Welzow-Süd II am weitesten vorangeschritten. Hier will Vattenfall auf 19 Quadratkilometern insgesamt 204 Millionen Tonnen Braunkohle für das Kohlekraftwerk Schwarze Pumpe abbauen. Diese würden ca. 200 Millionen Tonnen Kohlendioxid freisetzen und damit Deutschlands Ziele für den Klimaschutz unterlaufen.

Platzeck will Solaranlagen für Braunkohleförderung abreißen

Vattenfall will für den Tagebau die Dörfer Proschim, Lindenfeld und einen Ortsteil von Welzow abbaggern und 800 Einwohner zwangsumsiedeln. Das Dorf Proschim ist Vorreiter bei der Produktion von Erneuerbaren Energien: Solar- und Biogasanlagen versorgen über 5000 Menschen mit sauberem Strom. "Platzeck hat wirklich vor, Solaranlagen für die Braunkohleförderung abzureißen. Damit führt er die Energiewende ad absurdum", sagt Gerald Neubauer.

Gegen den geplanten Braunkohletagebau Welzow-Süd II haben fast 5000 Bürger und Organisationen wie Greenpeace Einwendungen eingereicht. Bei dem Erörterungstermin von der Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg vom 11.-13. September in Cottbus diskutieren Behörden und Bürger diese Einwendungen.

Ein wichtiges Thema bei der Erörterung wird die Standsicherheit des Dorfes Lieske darstellen. Greenpeace hat in der vergangenen Woche mit einem geologischen Gutachten auf die Gefahr von Erdrutschen durch den geplanten Tagebau Welzow-Süd II hingewiesen. Das Dorf Lieske würde auf einem schmalen Landstreifen zwischen Sedlitzer See und dem neuen Tagebau eingeklemmt und könnte in den Tagebau abrutschen.

Quelle Text/ Foto: Greenpeace