Cottbuser Ostsee-Fest ist makabere Inszenierung

Die Umweltgruppe Cottbus der GRÜNEN LIGA sieht das morgige "Ostsee-Fest" als makabere Inszenierung an: "Während betroffene Bürger über Belastungen durch den benachbarten Tagebau klagen, hat die Cottbuser Stadtverwaltung offenbar ein Fest zu Ehren des Loches angeordnet. Diese blinde Hörigkeit gegenüber dem Vattenfall-Konzern hat mit den Interessen der Bürger nichts zu tun. Besonders makaber ist, dass hier die Abbaggerung der Lacomaer Teiche gefeiert werden soll, während dieses europäischen Schutzgebiet bis heute formal nicht aufgehoben ist." sagt René Schuster von der Umweltgruppe.

Aktuell klagen Einwohner von Cottbus-Willmersdorf über Lärmbelästigung durch den nahen Vattenfall-Tagebau Cottbus-Nord. Dauerhaft haben sie zudem die Belastungen durch die umverlegte Eisenbahntrasse zu erdulden. Diese wurde wegen dem Tagebau im Jahr 2001 in direkte Ortsnähe verlegt. Aktuell mehren sich durch Zunahme des Güterverkehrs Anzeichen, dass die bestehende Lärmschutzwand nicht ausreicht. Unklar ist, ob Vattenfall bereit ist, den Tagebau als Verursacher der Beeinträchtigungen anzuerkennen.

Die Beseitigung der Lacomaer Teiche für den Tagebau wurde erst im Dezember 2006 durch einen Planfeststellungsbeschluss erlaubt. Zuvor hatte zum Beispiel der Landschaftsplan der Stadt Cottbus das Gebiet als gleichwertig mit dem Branitzer Park eingeschätzt und seine Sicherung für Natur und Image der Stadt eingefordert. Auf Druck der EU-Kommission war das Gebiet im Jahr 2004 als europäisches FFH-Schutzgebiet gemeldet worden. Das Schutzgebiet ist bis heute nicht von den offiziellen FFH-Gebietslisten gestrichen worden, obwohl die Bagger bereits den größten Teil zerstört haben.

Etwa um das Jahr 2030 soll der Tagebau als See geflutet sein. Dabei befürchten Experten beispielsweise Probleme mit mangelnder Durchmischung des Wassers. Ein Planfeststellungsbeschluss zur Herstellung des Sees steht noch aus.

Quelle: GRÜNE LIGA Umweltgruppe Cottbus - www.lausitzer-braunkohle.de