BTU und Stadt Cottbus für Förderung der Allgemeinmedizin

Brandenburgische Technische Universität und Stadt Cottbus halten an einem gemeinsamen Institut für Medizinerweiter- und -fortbildung und klinische Versorgungsforschung fest

Auf der Sitzung der Gesellschafter vom 10. Juli 2012, die gemeinsam mit dem Aufsichtsrat der Gesellschaft stattfand, erklärten der Oberbürgermeister der Stadt Cottbus, Frank Szymanski, wie auch Prof. Dr. Walther Ch. Zimmerli, Präsident der BTU Cottbus, dass sie an ihrem Engagement für das Institut festhalten werden. Das Modellprojekt zur Förderung der Weiterbildung der Allgemeinmedizin mit all seinen Leistungen sei ein wirksamer Weg, dem Mangel in der Patientenversorgung in der Region Lausitz-Spreewald entgegenzuwirken.

Die BTU Cottbus verfügt beispielsweise mit ihrem Institut für Informatik sowie Informations- und Medientechnik über ausgewiesene Kompetenzen im Bereich der Forschung zu mobilen Kommunikationssystemen, die z.B. auch für die Entwicklung von geeigneten telemedizinischen Projekten zur Unterstützung der Hausarzttätigkeit in ländlichen Regionen eine wesentliche Rolle spielen. Zum Lehr- und Forschungsprofil der Mathematik gehören zudem die Fachbereiche Statistik, Datenanalyse und Optimierung, die verschiedene Anknüpfungspunkte bieten. Letzterem lässt sich u. a. ein Projekt des Lehrstuhls Ingenieurmathematik zur Optimierung von Bestrahlungsplanung (Krebstherapie) zuordnen.

Erste Erfolge des Instituts lassen sich bereits vorweisen. So haben sich seit Beginn diesen Jahres 20 Interessenten an das Institut gewandt, um an den theoretischen Kursen, die für das Fach Allgemeinmedizin angeboten werden, teilzunehmen. Es handelt sich hierbei um Absolventen der Medizin sowie um Assistenzärzte für die Allgemeinmedizin, die bereits ihre Weiterbildung in den Kliniken und Arztpraxen der Region begonnen haben. Die erste Lehrveranstaltung für die Ärzte in Modulform ist für das 4. Quartal 2012 terminiert. Im Januar 2013 folgt der Kurs Psychosomatische Grundversorgung. Im Bereich der klinischen Versorgungsforschung wurden bereits zwei Promotionen über das Institut an der Universität Magdeburg abgeschlossen. Sechs weitere Promotionen betreut das Institut derzeit. Hierfür wurde eine Kooperation mit dem dort ansässigen An-Institut für Qualitätssicherung in der operativen Medizin geschlossen. Außerdem wurden bisher seit 2011 unter Mitbeteiligung des Cottbuser Instituts 14 wissenschaftliche Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.

Hintergrund:

Die Hochschulstrukturkommission des Landes Brandenburg empfiehlt in ihrem Abschlussbericht vom 08. Juni 2012 der BTU Cottbus unter anderem, die Beteiligung an dem im Jahr 2011 gemeinsam von BTU und Stadt Cottbus in Form einer gGmbH gegründeten Institut für Medizinerweiter- und -fortbildung und klinische Versorgungsforschung nicht weiter zu verfolgen. Dies hieße, die Position als Gesellschafterin aufzugeben.

Das Institut für Medizinerweiter- und -fortbildung und klinische Versorgungsforschung wurde gegründet, um dem Medizinermangel, insbesondere dem Mangel an Allgemeinärzten, in der Region Lausitz-Spreewald entgegen zu wirken.
Medizinabsolventen werden bei der Planung des Ablaufs ihrer praktischen Weiterbildung in Kliniken und Arztpraxen der Region unterstützt. Zudem können sie an theoretischen Kursen und Seminaren teilnehmen, in denen ihnen praxisrelevante Untersuchungs- und Behandlungsmethoden vermittelt werden. Schließlich haben sie die Möglichkeit, in der klinischen Versorgungsforschung wissenschaftlich zu arbeiten. Die vorgenannten Leistungen sind für die Ärzte kostenfrei, wenn sie in der Region Lausitz-Spreewald ihre Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin absolvieren.

Die Stadt Cottbus und die Region Lausitz-Spreewald wollen für junge Medizinabsolventen über diesen Weg gute Bedingungen für eine Weiterbildung zum Facharzt schaffen. Diese guten Bedingungen sollen die jungen Mediziner hier in der Region halten und so helfen, die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu sichern.

Finanziert wird das Projekt von den sechs regionalen Krankenhäusern Carl-Thiem-Klinikum Cottbus, Klinikum Niederlausitz, Krankenhaus Spremberg, Krankenhaus Forst, Klinikum Dahme-Spreewald und Klinikum Elbe-Elster. Außerdem unterstützt der Energiekonzern Vattenfall das Institut finanziell.

Quelle: Gemeinsame Presseerklärung der Stadt Cottbus und der BTU Cottbus