Karpfenwirtschaft sichert Oberlausitzer Kulturlandschaft

Karpfenwirtschaft sichert Oberlausitzer KulturlandschaftUmweltminister Frank Kupfer hat heute (21. August 2012) auf einer Pressereise auf die Bedeutung der Teichwirtschaft in Sachsen für Artenvielfalt und den Erhalt der Kulturlandschaft aufmerksam gemacht. "Vor 800 Jahren entstanden in Sachsen die ersten Teiche. Eigentlich nur zur Erzeugung proteinreichen Fisches gedacht, wurden sie in wasserarmen Gegenden schnell zu besonders wertvollen Lebensräumen. Bewirtschaftung hat unsere Landschaft also reicher und kostbarer gemacht", so der Minister.

Sachsenweit steht heute mehr als die Hälfte der Teichfläche unter naturschutzrechtlichem Schutz. Ein wesentlicher Teil davon befindet sich mit etwa 2 400 ha innerhalb des siebtgrößten deutschen Naturschutzgebietes, im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Große Teile des Biosphärenreservates sind auch europarechtlich geschützt. Mehr als 2 000 zum Teil geschützte Tier- und Pflanzenarten sind hier im Bereich der Teiche zu finden. Darunter sind See- und Fischadler, Fischotter und Teichfrosch, aber auch weniger bekannte Arten wie Binsenjungfer, Froschbiss und Wassernuss. "Ohne die Bewirtschaftung vor allem mit der Karpfenzucht wären die Teiche und mit ihnen ihre reiche Naturausstattung gefährdet. Nur auf diese Weise können die Wasserflächen ökologisch korrekt vor Verlandung geschützt werden", betonte Kupfer.

Die sächsischen Teichwirte produzieren damit nicht nur rund 1 800 Tonnen Speisekarpfen im Jahr. Sie sorgen mit der Bewirtschaftung der Teiche für den Erhalt der wertvollen gewachsenen Kulturlandschaft. Die "Karpfenteichwirtschaftsregion Oberlausitz" ist wegen der Bedeutung der Teichwirtschaft europäisches Fischwirtschaftsgebiet. Um die Karpfenproduktion auch in Zeiten harter Konkurrenz durch importierte Fischarten auf sichere Beine zu stellen, hat das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft Mittel aus dem Europäischen Fischereifonds EFF zur Verbesserung des Karpfenimages bereitgestellt. Kupfer: "Mit gutem Gewissen einen regional erzeugten Fisch essen, der nicht nur gesund und schmackhaft ist, sondern auch noch unsere sächsische Kulturlandschaft erhält - mit diesem Motto lässt sich der Absatz gut ankurbeln".

Einen besonderen Beitrag zur nachhaltigen Teichbewirtschaftung hat die Verwaltung des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft mit Projekten zur Marketingoffensive Biokarpfen und zur Imagesteigerung des Karpfens geleistet. Dafür wurde ihr ebenfalls heute im "Haus der Tausend Teiche" in Wartha der 1. Preis des bundesweiten Wettbewerbs "Blue Skies Award 2012" der deutschen Biosphärenreservate verliehen.

Weitere Informationen zur Fischwirtschaft in Sachsen finden Sie unter http://www.saechsischer-fischereiverband.de/

SMUL - Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft