14. Spreewälder Gurkentag

Zum 14. Mal feiert der Spreewaldverein am kommenden Sonnabend (11. August) den Spreewälder Gurkentag.

Zur Eröffnung kommt Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger nach Golßen, wo das Fest in diesem Jahr gefeiert wird. Im "Vaterland der sauren Gurken" (Fontane) wird das Gemüse nach einem "Gurkenkrieg" 1999 mit dem EU-Siegel "geografisch geschützte Angabe (g.g.A.) vermarktet. Seitdem müssen Spreewaldgurken aus dem in einer EU-Verordnung festgelegten Wirtschaftsraum stammen.

Vogelsänger: "Spreewaldgurken sind eine Erfolgsgeschichte. Das zweigrößte Anbaugebiet im bundesdeutschen Vergleich bedeutet für die Spreewaldregion ein wichtiges wirtschaftliches Potenzial. Als nach 1990 ostdeutsche Produkte kurzzeitig aus den Regalen verschwanden, waren es gerade auch Spreewaldgurken, die als Türöffner und als Symbol dazu beigetragen haben, heimischen Spezialitäten wieder einen Markt zu schaffen. Heute sind Spreewälder Gurken und Spreewälder Meerrettich in unserem Land und weit darüber hinaus bekannte und begehrte Spezialitäten. Dieser Erfolg ist durchaus nicht selbstverständlich, sondern ein Ergebnis von Fleiß und Innovationskraft der beteiligten Unternehmer."

1993 war die der Produktionsfläche auf unter 200 Hektar eingebrochen. Dieser Trend konnte in den folgenden Jahren gestoppt und die Entwicklung auf Wachstum ausgerichtet werden. Der Anbau, insbesondere von Einlegegurken, wurde auf modernste Verfahren umgestellt. Es wurden sowohl die Effizienz durch Einsatz von Technik erhöht als auch die Erträge pro Fläche auf das Drei- bis Vierfache gesteigert.

Die Verarbeitungskapazitäten im Spreewald liegen bei rund 40.000 Tonnen Freilandgurken pro Jahr, die inzwischen wieder auf etwa 600 Hektar angebaut werden. Hierfür werden 3.500 Arbeitskräfte in der Anbau- und Verarbeitungszeit pro Saison beschäftigt.

Tomaten als Entwicklungshelfer für SpreewaldgurkenDie Innovationskraft der Unternehmen ist ungebrochen, wie die Entwicklung einer Gurkenvollerntemaschine durch die Unternehmen der Region in Kooperation mit dem Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim zeigt. Mit finanzieller Hilfe der EU und des Landes Brandenburg wird dabei eine aus der Tomatenproduktion bekannte Maschine an die kulturspezifischen und regionalen Anforderungen des Anbaus von Einlegegurken angepasst.

Vogelsänger: "Wir sehen dies als richtigen Schritt auf dem Weg, weiter an Schlagkraft zu gewinnen, mit den nicht immer einfachen klimatischen Bedingungen besser klar zu kommen und letztendlich die Region als Gurkenanbauzentrum zu konsolidieren."

Der Erfolg der "Spreewälder Gurken" und des "Spreewälder Meerrettichs" ist auch der Erfolg der Einlegereien und Konservenbetriebe. Diese sind seit jeher sehr kreativ und haben Gurkenkonserven in den Geschmacksvarianten von "süß" über "süß-sauer" zu "feurig-würzig" bis hin zu "milchsauer-salzig" im Angebot. Gleiches gilt für Meerrettich in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Diese Produkte entsprechen dem Geschmack der Verbraucher und erzielen regelmäßig Auszeichnungen.

Die Anerkennung der "Spreewälder Gurken" und des "Spreewälder Meerrettich" als geschützte geografische Angabe durch die EU im Jahr 1999 war ein wichtiger Meilenstein. Die positive Entwicklung der Produkte macht es notwendig, die damals eingereichte Spezifikation zu ergänzen, damit wiederentdeckte und weiterentwickelte Spezialitäten auch die Kennzeichnung der EU als geschützte Herkunft tragen können. Die Anträge des Spreewaldvereins werden durch das Land Brandenburg unterstützt.

Den konkreten Programmablauf finden Sie hier zum Nachlesen bzw. zum Download 14. Spreewälder Gurkentag – Programmablauf

Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft Brandenburg