Tarifverhandlungen bei TAKRAF am 1. August

Verweigerung der Übernahme des Tarifergebnisses mit einer Farce

Ralf Köhler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in SüdbrandenburgLauchhammer/1. August 2012: Für Mitarbeiter, Leiharbeiter und Azubis bei TAKRAF geht es ums Eingemachte, wenn am 1. August Arbeitgeber und IG Metall in Leipzig die Übernahme des Tarifergebnisses verhandeln. Die Geschäftsleitung der TAKRAF lehnte das im Mai für Berlin-Brandenburg vereinbarte Tarifergebnis in der Metall- und Elektroindustrie insbesondere wegen der Forderung nach Übernahme der Azubis ab. Sie war der Ansicht, dass in diesem Punkt die Situation des Unternehmens nicht ausreichend berücksichtigt sei - und drohte sogar die Einstellung der Erstausbildung an, wenn die IG Metall ihre Forderung nach Übernahme erfolgreich absolvierter Azubis umsetzt.

Ralf Köhler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Südbrandenburg, entlarvt diese Ausrede des TAKRAF-Managements: "Die Ausbildungsquote bei TAKRAF ist mit 4,1% viel zu klein und deckt nicht einmal den eigenen künftigen Personalbedarf. Kjellberg hat bei gleicher Größe z.B. eine Quote von gut 7%. Zudem liegt durch den Betriebsrat am TAKRAF-Standort Lauchhammer eine Personalplanung vor, wonach in den nächsten zehn Jahren fast ein Drittel der Belegschaft mindestens 64 Jahre oder älter sein wird. Junge Leute werden also dringend benötigt. TAKRAF plant in den nächsten zehn Jahren eine Umsatzgröße für die Gruppe von 350 Millionen Euro zu erreichen. Man bildet dort also weder über die Maße aus, noch haben wir es mit einem notleidenden Unternehmen zu tun. Die Azubi-Ausrede ist offensichtlich eine Farce, um sich aus dem Tarifvertrag zu stehlen."

Darum geht es am 1. August auch

Die Ablehnung des Tarifbeschlusses der Metall und Elektroindustrie durch die TAKRAF-Geschäftsleitung mit der Azubi-Farce stellt auch für alle Arbeitnehmer und Leiharbeiter des Unternehmens ein Problem dar. Sollte am 1. August keine Lösung gefunden werden, ist auch die Durchsetzung weiterer Tarifergebnisse wie die Entgelterhöhung um 4,3 % oder der Neuregelungen zur Leih- bzw. Zeitarbeit in Gefahr. Ein schlechtes Signal für die gesamte Metallregion in Südbrandenburg!

Die Azubi-Farce - für die Metallregion ein Eigentor

TAKRAF schickt mit seiner Azubi-Farce ein unverständliches Argument ins Rennen, wenn man die Situation der Unternehmen vor Ort realistisch betrachtet. Die arbeitsmarktrelevante Bevölkerungsgruppe der unter 40-jährigen ist in den Landkreisen EE und OSL von 55,3% im Jahr 1990 auf 36,1% im Jahr 2010 gesunken, im Jahr 2030 wird sie nur noch 26,6,% betragen. Wenn nun wirtschaftlich solide Ausbildungsbetriebe wie TAKRAF jungen Leuten klar machen, dass in dieser Region Zukunft nicht sicher planbar ist, wird auch das Problem der Abwanderung junger Menschen in andere Regionen den Trend fehlenden Nachwuchses weiter verschärfen. Es geht hier also nicht nur um TAKRAF, sondern auch um ein Signal an die jungen Menschen in der Region!

Hintergrund-Informationen

Bei Fragen zu den Tarifverhandlungen bei TAKRAF oder zu arbeitsmarktpolitischen Hintergründen sowie statistischen Daten für die Metallregion steht Ihnen Ralf Köhler unter nebenstehenden Kontakten jederzeit Rede und Antwort.

Quelle: PM der IG Metall Südbrandenburg