Oberspreewald-Lausitz - Gewinner des Energiepreises 2012

Klimaschutz wird honoriert - Energiepreis ab 2012 im Landkreis Oberspreewald-Lausitz Für den Energiepreis 2012 des Landkreises Oberspreewald-Lausitz gingen bis Ende März neun Bewerbungen mit interessanten Energie-Ideen beim Landkreis OSL ein. Die Jury hatte es nicht leicht, die Preisträger auszuwählen. Aber Wettbewerb ist Wettbewerb und so hat sie sich am Ende für drei Preisträger entschieden.

Die Jury ist der Überzeugung, dass die Ideen der Preisträger

  • Beispiel-Wirkung in unserer Region zeigen,
  • Signale setzen, dass sich energetische Aktivitäten lohnen und
  • vermitteln, dass auch kreative - nicht nur technische - Ansätze helfen können, die energetischen Zielsetzungen zu erreichen.

Die Gewinner des Energiepreises 2012:

1.Preis - NABU Regionalverband Senftenberg e.V mit ARENUM e.V.

"Solare Mobilität auf der Lausitzer Seenkette"

Verknüpfung von Tourismus und der Entwicklung von Umweltbewusstsein

  • Emissionsfreies Mobilitätskonzept für den touristischen Bootsverkehr auf der Lausitzer Seenkette
  • Nutzung der Sonnenenergie als Energiequelle unter Einsatz von Photovoltaik-Modulen und E-Antrieben, Nutzung von Akkumulatoren zur Energiespeicherung, um die Wassermobilität für unterschiedlich groß konzipierte Boote zu ermöglichen
  • Der NABU hat von der Hochschule Lausitz ein entwickeltes Solarboot erworben - die Nachfrage nach dessen Nutzung zeugt bereits jetzt von dem großen Interesse!
  • Ziel ist die Entwicklung von "Solar"-Booten, die verschiedene Funktionen erfüllen können, z.B. geführte Rundfahrten mit dem Schwerpunkt "Naturschutz", touristischer Verleih für individuelle Ausflüge zur Erkundung der Lausitzer Seenlandschaft oder speziell ausgestattete Boote mit "Sicht nach unten", so dass die Beobachtung der Fisch- und Pflanzenwelt möglich ist ("grünes Klassenzimmer").

Sicher gibt es noch viele weitere Möglichkeiten - aber alle hätten bei diesem Konzept eins gemeinsam: umweltfreundliche Mobilität verknüpft mit naturnahem Tourismus und das ist durchaus eine Beispielwirkung in und aus der Region!

In diesem Sinn ist der erste Preis - gestiftet von den Unternehmen Energiequelle GmbH sowie unlimeted energy GmbH und bereitgestellt von der Firma ART GmbH in Lug - eine Photovoltaik-Anlage auch ein Baustein auf dem Weg zum solaren Mobilitätskonzept.

2. Preis - Dietrich Lehmann, Drochow

"Effiziente Energienutzung, Energieeinsparung und Erzeugung im Eigenheim"

Wenn ein Eigenheim fast 40 Jahre alt ist, dann könnte man davon ausgehen, dass die energetische Effizienz wohl nicht den heutigen Standards entspricht oder vielleicht sogar besser ist als diese!

Doch weit gefehlt - wenn der Eigenheimbesitzer über Jahre sehr gezielt und intensiv an der energetischen und umweltfreundlichen Verbesserung interessiert ist und Stück für Stück Maßnahmen umsetzt, dann ergibt sich aus den einzelnen Energiepuzzle-Steinen ein Bild, welches sich als nachahmenswertes Beispiel darstellen lässt.

Das Eigenheim von Herrn Lehmann wurde im Jahr 1974 errichtet. Beim Umbau im Jahr 1995 wurde bereits darauf geachtet, durch die Ausbildung einer zweiten Dachhaut sowie die Dachschalung eine effiziente Wärmedämmung zu erreichen. Die Außenwände, die Kellerdecke und die Dachgeschossdecke wurden mit 60 mm Dämmung versehen - auch hier eine Erhöhung der Effizienz der Wärmenutzung. Im Jahr 2008 kommt dann eine kombinierte Heizungsanlage Öl- Holz mit Pufferspeicher zum Einsatz und es wird vorrangig Scheitholz verfeuert -Brennmaterial aus dem eigenen Wald - und das nur von Wind- und Schneebruch sowie aus der Bestandspflege. Diese wiederum dient dazu, den Wald natürlich von der in unserer Region so typischen Kiefernwald-Monokultur in einen Mischwald zu entwickeln - hier der Ansatz: ein gezielter Beitrag zu Natur- und Umweltschutz und CO2-Reduzierung.

Geht da noch etwas - ja: Eine Bio-Kleinkläranlage auf Pflanzenbasis, die energieeffizient arbeitet und das gereinigte Abwasser zur weiteren Nutzung als Brauchwasser zur Verfügung stellt!

Ja - und da dies immer noch nicht genug ist - seit 2011 gibt es eine PV-Anlage mit einer Leistung von 6,75 kWP auf dem Dach, die jährlich mehr Strom erzeugt, als im Haushalt verbraucht wird!

Die Jury ist der Meinung, dass die vielen, über die Zeit konsequent und immer unter dem Aspekt der Energieeffizienz durchgeführten Maßnahmen einen Preis verdient haben und dass jede Maßnahme für sich schon Beispielwirkung haben sollte.

3. Preis - Peter Krause

"Intelligente Ansteuerung von Nachtstromspeicherheizungen"

Nachtsromspeicherheizungen - das ist doch nicht so gut, oder?

Aber die Idee, eine Anlage, die Strom benötigt, der in Form von Wärme gespeichert wird und welche zu einem Bedarfszeitpunkt erst abgerufen wird, als kleinen dezentralen Speicher zu nutzen - die ist schon gut!

Man könnte nämlich die Energieerzeugung von Windenergie- und Photovoltaik-Anlagen wirtschaftlich und technisch sinnvoll dann zur Wärmespeicherung nutzen, wenn Wind und Sonne gut für Energie sorgen, aber andere Verbraucher gerade gar nicht so viel Energie benötigen.

Also - die Idee, warum nur nachts von 22.00 - 6.00 Uhr speichern und nicht ganz gezielt zu Zeiten eines Überangebots von Wind- und PV-Energie - so könnte man die Heizung immer auf voller Kapazität halten. Und es gibt noch viele Nachtstromspeicherheizungen - in Summe also ein Potenzial, Abschaltungen von Wind- und PV-Anlagen bei einem Überangebot zu vermeiden.

Und Herr Krause sieht in der Nutzung intelligenter Energiemanagementsysteme in der Zukunft dafür eine gute technische Voraussetzung - wenn diese Lösung kommt, dann müsste man natürlich den Heizungen einen anderen Namen geben - vielleicht "Windstromspeicherheizungen".

Die Jury ist der Meinung, dass diese kreative Idee einen Preis verdient hat.

Sonderpreis

Die Jury hatte es nicht einfach, die Preisträger auszuwählen und nach getaner Arbeit war da noch etwas, was die Jury gern als "Umwelt-Energie-Natur"-Engagement in unserer Region gewürdigt hätte - aber es war ja kein Preis mehr zu vergeben. Die Sponsoren werteten das Engagement ebenso wie die Jury als besonders kreativ und stifteten noch einen Sonderpreis.

Können Sie sich vorstellen, dass ein Theaterstück "Die Zeitenreise" als Dokumentation und Motivation zum Umgang mit Natur, Umwelt und Energie als regionale Idee zum Klimaschutz und effizienten Umgang mit Energie beitragen kann? Die Jury ist der Überzeugung: Ja!

Herr Kalliske aus Barzig hat dieses Stück entwickelt und auch schon mit Schülern aus Schulen der Region aufgeführt. Er verarbeitet die Themen demografischer Wandel, Schutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt und verknüpft dies in einem lockeren Handlungsablauf mit dem sorbischen Sagengestalten und den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen für ein gemeinschaftliches, attraktives und lebenswertes Leben.

Das Theaterstück ist zwar keine technische Lösung, die nützen jedoch auch nur wenig, wenn die Menschen auf dem Weg zu einem verantwortungsvollen, zukunftsorientierten Handeln nicht mitgenommen werden. Deshalb bedachte die Jury das Theaterstück mit einem Sonderpreis.

Weitere Informationen zum Energiepreis des Landkreises Oberspreewald-Lausitz

Quelle: PM des Landkreises Oberspreewald-Lausitz