Geriatrienetzwerk Ostsachsen bündelt Kräfte

Eine erste Bilanz bestätigt die effiziente Zusammenarbeit von Krankenhäusern, Pflegediensten und Hausärzten der Region Oberlausitz. Trotzdem ist die Finanzierung nach 2013 nicht gesichert.

Das Modellprojekt "Geriatrienetzwerk Ostsachsen" hat die Aufgabe, die medizinische, pflegerische und soziale Betreuung betagter Patienten im Landkreis Görlitz zu verbessern. Eine erste Bilanz des Sächsischen Staatsministeriums bestätigt dem 2011 gestarteten Projekt eine effiziente Arbeit. Basis für diese Bilanz ist eine von den Hochschulen Zwickau und Görlitz durchgeführte Zwischenauswertung.

104 Partner im Landkreis haben sich mittlerweile zusammengeschlossen. Verschiedene Krankenhäuser, Hausärzte, Pflegedienste, Sozialdienste, Altenheime und Krankenkassen sowie andere öffentliche Institutionen bündeln ihre Kräfte für die alten Patienten der Region. Unter der Leitung des Görlitzer Geriatriezentrums am Städtischen Klinikum Görlitz erarbeiten sie gemeinsame Konzepte zur Betreuung geriatrischer (betagter) Patienten. Sie erstellen Leitfäden für die Versorgung dementer Patienten, schulen und unterstützen pflegende Angehörige, erarbeiten Richtlinien zur reibungslosen Überleitung eines geriatrischen Patienten in eine nachfolgende Einrichtung. Niedergelassene und Klinik-Ärzte halten gemeinsame Fallkonferenzen ab und überprüfen die regionalen Versorgungspfade.

"Es gibt im ärztlichen, pflegerischen und sozialen Bereich viele Ansatzpunkte zur Verbesserung der interdisziplinären Versorgung geriatrischer Patienten", sagt Dr. Stefan Zeller, Direktor des Geriatriezentrums. Als Leiter des Modellprojektes betont er, dass solch ein Netzwerk erst nach einer intensiven Anlaufphase richtig funktioniert. Die Kooperation zwischen mehr als 100 Partnern braucht zudem eine kontinuierliche Pflege. Das kostet Geld. Das Klinikum übernimmt dabei die laufend anfallenden Sachkosten. Die Finanzierung der Netzwerk-Koordinatorenstellen ist durch die Krankenkassen allerdings nur bis 2013 gesichert. Ob eine Verlängerung bis 2015 erreicht werden kann, soll sich in diesem Herbst entscheiden.

Hintergrund Modellprojekt Geriatrie Netzwerk Ostsachsen:

Der Freistaat Sachsen hat in Absprache mit den Krankenkassen und dem Landesverband Geriatrie ein Konzept zur Versorgung der immer älter werdenden Bevölkerung beschlossen. Die Behandlung der betagten Patienten soll in Zukunft in geriatrischen Zentren erfolgen. Das Klinikum Görlitz ist eine von vier Geriatrischen Modellregionen Sachsens. Die Vertreter der vier Modellregionen trafen sich kürzlich im Görlitzer Klinikum zur 1. Netzwerkkonferenz Sachsen. Dr. Zeller ist am 26.6.2012 erneut zum stellv. Vorstandsvorsitzenden des Landesverbandes Geriatrie gewählt worden.

Quelle: PM der Stadtverwaltung Görlitz