Cluster Metall - wirtschaftliches Schwergewicht Brandenburgs

Minister Christoffers besucht Unternehmen der märkischen Metallbranche

Das Cluster Metall - ein wirtschaftliches Schwergewicht"Die Metallindustrie ist ein wirtschaftliches Schwergewicht in Brandenburg. Sie zählt zu den beschäftigungs- und umsatzstärksten Einzelbranchen des Verarbeitenden Gewerbes und hat erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftsstruktur verschiedener Regionen im Land. Allein die 145 größten Unternehmen der märkischen Metallindustrie - die Firmen mit mehr als 50 Beschäftigten - erwirtschafteten 2011 mit ihren nahezu 26.000 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 5,4 Milliarden Euro." Das erklärte Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers heute bei einer gemeinsamen Pressefahrt von Ministerium, Investitionsbank des Landes (ILB) und ZukunftsAgentur Brandenburg (ZAB) zu Unternehmen der Metallbranche.

Insgesamt sind rund 800 Firmen in Brandenburg der Metallindustrie zuzurechnen. Geprägt ist die Branche vornehmlich von kleinen und mittleren Unternehmen. Das Cluster Metall vereint ein breites Spektrum an Produktionsprozessen innerhalb der Wertschöpfungskette - von der Roheisen- und Stahlerzeugung über verschiedene Bearbeitungsstufen bis hin zur Herstellung von Zuliefer- und Endprodukten. Der Kernbereich der märkischen Metallindustrie umfasst insbesondere die Bereiche Metallerzeugung und -bearbeitung, Herstellung von Metallerzeugnissen sowie den Maschinenbau.

Die Metallindustrie bildet eines von neun Clustern, auf die sich die Brandenburger Wirtschaftspolitik konzentriert. Fünf der Cluster - Medien/IKT/ Kreativwirtschaft, Verkehr/Mobilität/Logistik, Gesundheitswirtschaft, Optik und Energietechnik - werden im Rahmen der gemeinsamen Innovationsstrategie Berlin Brandenburg (innoBB) ausgebaut. Darüber hinaus ist die Bildung von vier brandenburgspezifischen Clustern - Ernährungswirtschaft, Kunststoffe/Chemie, Metall und Tourismus - Schwerpunkt der aktuellen Wirtschaftspolitik. "Diese Prozesse werden aktiv von Querschnittsthemen wie Werkstoffe/Materialien, Produktions- und Automatisierungstechnik, Sicherheit und Clean Technologies unterstützt. Vor allem die Clean Technologies gewinnen als Innovationslieferant vor dem Hintergrund aktueller Nachhaltigkeitsdiskussionen eine immer größere Bedeutung für die verschiedenen Cluster", hob Minister Christoffers hervor.

Die Metallindustrie als Schlüsselindustrie sei ein wichtiger Zulieferer für andere bedeutende Wirtschaftszweige wie etwa den Fahrzeugbau oder die Luft- und Raumfahrtindustrie, sagte Minister Christoffers. Auch weise die Branche Schnittstellen zur Energietechnik und Elektroindustrie auf.

Die weltweite Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise habe auch die Metallindustrie mit einem deutlichen Nachfrageeinbruch zu spüren bekommen, so Christoffers weiter. "Aber die Unternehmen haben fast die gesamte qualifizierte Belegschaft durch Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik - wie Kurzarbeit oder Qualifizierung - gehalten. Dadurch konnten sie im Zuge der konjunkturellen Erholung gleich wieder kräftig durchstarten - mit dem Ergebnis, dass bei der Herstellung von Metallerzeugnissen die Umsätze 2010 schon wieder um zehn Prozent über denen des Jahres 2009 lagen", hob der Minister hervor.

"Die Metallindustrie durchzieht das Land in allen Regionen und zählt damit zum Rückgrat der Wirtschaftsstruktur in Brandenburg. Die Unternehmen behaupten sich mit ihren Produkten im internationalen Wettbewerb. Wir wollen sie dabei mit dem Aufbau eines schlagfähigen Metall-Clusters unterstützen. Wichtig ist zum Beispiel eine noch engere Zusammenarbeit der Betriebe mit Wissenschaft und Forschung, aber auch untereinander. Außerdem wollen wir die Sichtbarkeit dieser starken Branche nach außen deutlicher machen", erklärte der Sprecher der ZAB-Geschäftsführung, Dr. Steffen Kammradt.

Die Entwicklung des Clusters Metall (bis 2011 Branchenkompetenzfeld Metallerzeugung/Metallbe- und -verarbeitung/Mechatronik) wurde auch durch die Brandenburger Förderbank ILB vorangetrieben. "Als produzierender Wirtschaftszweig ist die Metallindustrie eine besonders investitionsintensive Branche. Allein in den letzten fünf Jahren hat die ILB Investitionsvorhaben im Metallsektor mit insgesamt rund 162 Millionen Euro gefördert, durch die 625 Millionen Euro Investitionen angeschoben wurden und fast 23.000 Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden konnten. Damit löst jeder eingesetzte Fördereuro durchschnittlich ein vierfaches an Investitionen in der Region aus," erläuterte Klaus-Dieter Licht, Vorstandsvorsitzender der ILB, anlässlich des Besuchs von Minister Christoffers bei den Brandenburger Metallunternehmen.

Stationen des Besuches in Brandenburger Metallunternehmen

Die alu druckguss GmbH & Co. Brandenburg KG ist ein hochqualifizierter Aluminiumdruckguss-Betrieb. In Brieselang werden im Kaltkammerdruckgussverfahren Aluminiumteile für die Automobilindustrie, die Medizintechnik oder den Gaszählerbau hergestellt und mechanisch weiter bearbeitet und/oder vormontiert. Die beiden größten Auftraggeber sind derzeit VW und Audi.
Die alu druckguss GmbH & Co. Brandenburg KG wurde bei acht Vorhaben mit insgesamt rund zehn Millionen Euro durch die ILB im Auftrag des Landes Brandenburg gefördert. Dies ermöglichte Investitionen in Höhe von fast 61 Millionen Euro und die Schaffung von 221 neuen Arbeitsplätzen.

Die Bosch Siemens Hausgeräte GmbH (BSH), ein weltweit führender Hersteller von Hausgeräten, fertigt in Nauen seit 1994 hochwertige Waschmaschinen. Zahlreiche Zulieferer haben sich in direkter Nachbarschaft und in der Region angesiedelt. Das angegliederte Logistikzentrum hat eine Lagerkapazität für über 150.000 Großgeräte. 2010 wurden nahezu eine Million Waschmaschinen gefertigt und in die ganze Welt exportiert. Die BSH betrachtet den Umweltschutz als Innovationsmotor. Sie ist in der Klimaschutz- und Effizienzgruppe der Deutschen Wirtschaft, kurz "Klimaschutzunternehmen", aktiv. Die Entwicklung von energieeffizienten und umweltverträglichen Hausgeräten ist erklärtes Firmenziel.
Im Auftrag des Landes Brandenburg hat die ILB zehn Projekte der BSH mit insgesamt rund 20 Millionen Euro gefördert und damit Investitionen von fast 315 Millionen Euro ermöglicht. So konnten 1.762 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Die Wall AG ist ein führendes Unternehmen im Bereich der Stadtmöblierung in Deutschland und in der Türkei und Teil der international tätigen JCDecaux-Gruppe. Wall ist in mehr als 50 Städten in Deutschland und mehr als 40 Städten in der Türkei vertreten. Der Produktionsstandort in Velten ist einer der modernsten in ganz Europa. Das Werk verfügt zudem über einen eigenen F&E-Bereich, der Designkonzepte vom Prototypen bis zur Serienreife entwickelt. Mit dem Leitgedanken "Für Städte. Für Menschen" ist die Wall AG vielfältig aktiv und stellt regelmäßig Plakat-Freiflächen für verschiedene soziale und andere Projekte zur Verfügung.
Die Wall AG wurde durch die ILB im Auftrag des Landes Brandenburg bei einem Investitionsprojekt mit knapp 33.000 Euro gefördert. Dadurch wurde ein Investitionsvolumen von rund 655.000 Euro ermöglicht und 30 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Wall AG beschäftigt heute in Berlin und Brandenburg 474 Mitarbeiter (Stand 30.06.2012).

Quelle: Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg