Akzeptanz für nachhaltige Landwirtschaft steigt stetig

Landwirte bewirtschaften immer mehr Flächen nach dem Agrarumweltprogramm

Akzeptanz für nachhaltige Landwirtschaft steigt stetig

Die sächsische Landwirtschaft ist nicht nur vielseitig und wettbewerbsfähig, sondern sie ist auch noch vorbildlich im Umgang mit der Natur. Das hob Landwirtschaftsminister Frank Kupfer heute (2. Juli 2012) anlässlich des diesjährigen Erntestarts hervor. Zahlen aus dem aktuellen Agrarbericht belegen die hohe Bereitschaft der Landwirte zu freiwilligen Agrarumweltmaßnahmen wie z. B. zu stoffeintragsminimierenden und bodenschonenden Bewirtschaftungsverfahren. Im vergangenen Jahr bewirtschafteten rd. 3 300 Landwirtschaftsbetriebe ihre Flächen nach dem sächsischen Agrarumweltprogramm. Auf mehr als 353 500 Hektar Landwirtschaftsfläche (2010: rund 326 500 Hektar) wendeten Landwirte freiwillig nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden an, die über die gesetzlichen Verpflichtungen hinausgehen. "Hier sind wir auf einem guten Weg zu einer echten Partnerschaft zwischen Landwirtschaft, Umwelt und Naturschutz", sagte der Minister. Der Freistaat Sachsen hat dieses Engagement allein im Jahr 2011 mit rund 44 Millionen Euro unterstützt.

Der Minister würdigte das Engagement der Landwirte, das diese trotz der oft schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zeigen. "Zuerst bangen die Landwirte beim Wetter, dann um die Preise für ihre Produkte und schließlich auch noch bei den Vorgaben durch die Politik", so Kupfer. "Da ist es schon beachtlich, wenn sie so viel freiwilliges Umweltengagement zeigen."

Die wirtschaftliche Situation der sächsischen Landwirte hat sich nach der allgemeinen Finanz- und Wirtschaftskrise zwischenzeitlich zwar etwas entspannt. Bestehen bleiben jedoch die Unsicherheiten, wie sie die globalen Märkte mit sich bringen. Starke Preisschwankungen - wie zurzeit beim Milchpreis - sowie anhaltend hohe Betriebsmittelpreise (Treib- und Schmierstoffe, Energie, Dünger) verlangen das ganze Können der Unternehmen. Kostenmanagement, Marktbeobachtung und Vertragsgestaltung gehören zum Handwerkszeug auch in der Landwirtschaft.

"Unser Vorteil sind unsere Strukturen. Die Vielfalt an Rechts-, Erwerbs- und Betriebsformen zeichnet Sachsens Landwirtschaft aus", sagt Landwirtschaftsminister Kupfer. "Diese guten wettbewerbsfähigen Strukturen würden für Sachsen allerdings zum Nachteil werden, wenn die jetzt bekannten Reformvorschläge für die europaweite Gemeinsame Agrarpolitik umgesetzt werden. Vor allem die Einführung einer Obergrenze bei den Direktzahlungen ist eine klare Benachteiligung der gewachsenen Agrarstruktur in Sachsen und muss verhindert werden. Hier lassen wir nicht locker."

Für die Ernte 2012 müssen die Landwirte aufgrund von teilweise schwierigen Wetterbedingungen seit Herbst 2011 mit Ausfällen rechnen. Geringe Niederschläge führten im Herbst zu Trockenschäden. Im Januar und Februar schädigte strenger Dauerfrost großflächig die Getreidebestände. "Sollte es tatsächlich weniger Erträge geben, ist wieder einmal das Verkaufsgeschick unserer Landwirte gefragt, um mögliche Verluste auszugleichen", sagte der Minister. Er begrüßte erneut die Idee einer Risikoausgleichsrücklage, die es Landwirten ermöglicht, in guten Zeiten steuergünstig Rücklagen für schlechte Zeiten zu bilden. "Ich werde mich weiter auf Bundesebene dafür einsetzen", so Kupfer.

SMUL - Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft