Getränkeindustrie - Fehlentwicklungen im Mehrwegsystem verhindern

Individuell gestaltete Bierflaschen dürfen das bewährte System nicht aushöhlen

Auf Antrag des Freistaates hat die Umweltministerkonferenz heute (22. Juni 2012) das Bundesumweltministerium (BMU) gebeten, beim sogenannten "Individualleergut" aktiv zu werden. Zunächst sollen die ökologischen Auswirkungen von herkömmlichen Poolflaschen mit denen individuell gestalteter Bierflaschen verglichen werden, die sich in Form, Größe und Prägung von den Standardflaschen unterscheiden. Das Umweltbundesamt soll dazu eine bereits laufende Studie inhaltlich erweitern. Das BMU soll auf der ersten Umweltministerkonferenz nach dem Abschluss der Studie über die Ergebnisse berichten.

"Viele große Brauereien verwenden mittlerweile individuell gestaltete Bierflaschen, die unseren sächsischen mittelständischen Brauereien große Probleme machen", sagte Umweltminister Frank Kupfer. "In den Leergutkästen, die sie zurückbekommen, befinden sich nämlich oft viele fremde Flaschen, in die sie ihr Bier gar nicht abfüllen können. Die Flaschen müssen zuerst aufwendig aussortiert und dann zu den Herkunftsbrauereien zurückgebracht werden. Die entstehenden Mehrkosten und die ökologischen Auswirkungen der zusätzlichen Transporte konterkarieren das Mehrwegsystem."

Das Pfand für Mehrwegflaschen ist nicht per Gesetz oder Verordnung geregelt. Die Unternehmen der Getränkeindustrie haben sich auf das derzeitige Mehrwegsystem vor allem aus wirtschaftlichen Gründen geeinigt. Seit ca. fünf Jahren füllen jedoch immer mehr große Brauereien ihr Bier nicht mehr in der Standard-Poolflasche ab. "Leider tragen nicht die Verursacher die dadurch entstehenden Belastungen, sondern die mittelständischen Brauereien, die bisher vorbildlich im Sinne des Mehrwegsystems und damit der Umwelt gehandelt haben", so Kupfer.

SMUL - Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft