Innovationsgipfel 2012 - Innovative Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg

Ein Jahr gemeinsame Innovationsstrategie Berlin-Brandenburg

Innovationsgipfel 2012

Neue Internetseite www.innovative-hauptstadtregion.de freigeschaltet

Beim Innovationsgipfel in Potsdam ziehen die Länder Berlin und Brandenburg heute eine erste Zwischenbilanz nach einem Jahr Gemeinsamer Innovationsstrategie (innoBB). Zugleich wird die neue Internetseite "Innovative Hauptstadtregion" freigeschaltet. Für das gastgebende Land Brandenburg hat Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers die Veranstaltung eröffnet. Auch die Berliner Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung, Sybille von Obernitz, sowie die brandenburgische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst nehmen ebenso wie 250 Gäste aus Unternehmen, Wissenschaft und Forschung am Gipfel teil. Dieser richtet sich vor allem an Vertreter der fünf länderübergreifenden "Cluster" - großer Branchenverbünde wie Gesundheitswirtschaft, Energietechnik oder Optik. Die einzelnen Cluster werden anhand konkreter Beispiele für länderübergreifende Kooperationen vorgestellt. Dazu zählt beispielsweise das "Stroke Einsatz Mobil" (STEMO), das Schlaganfallpatienten eine Untersuchung mittels Computertomografie bereits während der Fahrt zum Krankenhaus ermöglicht.

Vor einem Jahr, im Juni 2011, haben die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg die Gemeinsame Innovationsstrategie der Länder Berlin und Brandenburg (innoBB) beschlossen. Sie ist das Ergebnis einer langjährigen intensiven Zusammenarbeit, in der die länderübergreifenden Themenfelder mit den größten Zukunftspotenzialen identifiziert und ausgearbeitet wurden. Neben den Ministerien und Senatsverwaltungen für Wirtschaft und für Wissenschaft sind von Beginn an auch die Wirtschafts- und Technologieförderagenturen beider Länder, die ZukunftsAgentur Brandenburg, die TSB Innovationsagentur Berlin sowie Berlin Partner eingebunden. Sie organisieren gemeinsam das Management für die einzelnen Cluster. Derzeit werden in den Clustern Masterpläne erarbeitet und abgestimmt, die die Linie für die Arbeit der kommenden Jahre vorgeben.

"Seit 2007 ist die innovationspolitische Zusammenarbeit zwischen Berlin und Brandenburg beispielhaft vorangetrieben worden. Mit dem Cluster Gesundheitswirtschaft konnten wir schon im Sommer 2010 formal an den Start gehen. Von der gegenwärtig laufenden Evaluierung des Masterplans in diesem Cluster erwarte ich Anregungen dazu, wie wir die bereits erreichte Position im Bereich Gesundheitswirtschaft in Deutschland weiter ausbauen und darüber hinaus wichtige Impulse bei der Internationalisierung setzen können. Auch die anderen Cluster wollen wir weiter voranbringen - mit dem Ziel, Berlin und Brandenburg zu einer europäischen Innovationsregion zu entwickeln", hob Minister Christoffers hervor.


Senatorin von Obernitz betonte: "Berlin und Brandenburg bündeln ihre innovationspolitischen Anstrengungen, um im weltweiten Wettbewerb der Hochtechnologieregionen noch erfolgreicher zu sein. Die gemeinsame Innovationsstrategie ‚innoBB' ist dafür die Basis und fördert den Technologietransfer. Unser Ziel ist es, Innovationen möglichst schnell in weltmarktfähige Produkte, unternehmerisches Wachstum und mehr Arbeitsplätze umzusetzen. Der Innovationsgipfel macht mit vielen Beispielen deutlich, dass der Technologietransfer eine besondere Stärke der Hauptstadtregion ist. Eine große Chance ist der Zuschlag der Bundesregierung für unser ‚Internationales Schaufenster der Elektromobilität'. Berlin und Brandenburg werden dies nutzen, um innovative Konzepte zur Elektromobilität in die Praxis umzusetzen."

Wissenschaftsministerin Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst hob hervor: "Hochschulen und Forschungs¬einrichtungen sind ein wichtiger Innovationsmotor für die Region. Besonders anschaulich wird dies beim Cluster Optik, das sehr technologieorientiert aufgestellt ist. Berlin-Brandenburg gehört hier zu den weltweit führenden Forschungsregionen. Der Cluster bietet eine sehr dynamische Plattform, um dieses wissenschaftliche Potenzial auch für eine wirtschaftliche Spitzenposition der Region zu nutzen. Nicht zuletzt verfügen Hochschulen und Forschungseinrichtungen über hervorragende internationale Kontakte und können so als Türöffner für die Wirtschaft wirken. Ein Beispiel dafür ist die Kooperation des Clusters mit dem Optik-Cluster der Region Warschau/Polen." Um die Innovationskraft in diesem Cluster zu veranschaulichen, wurde das Projekt "Kohärente Photonik Berlin" vorgestellt, das sich mit Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung im Internet befasst. Zu sehen war auch eine Einweg-Mikrokamera von der Größe eines Salzkorns, die z.B. für endoskopische Untersuchungen in der Medizin eingesetzt werden kann.

Die Berliner Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres erklärte anlässlich des Gipfels: "Die Berliner Hochschulen zählen zu den forschungsstärksten Hochschulen in Deutschland. Das hat gerade der neue DFG-Förderatlas bestätigt. Auf dem 5. Innovationsgipfel präsentiert sich das Cluster Gesundheitswirtschaft, mit dem forschungsstarken Kern Charité, und zeigt, dass aus dieser europaweit einzigartigen Landschaft an Biotechnologie, Medizintechnik und Pharma in den letzten 10 Jahren mehr als 150 Neugründungen entstanden sind. Durch die systematische Zusammenarbeit von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen kann die Hauptstadtregion im internationalen Wettbewerb der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorte ihre ohnehin enormen Entwicklungschancen noch besser ausschöpfen. Die gemeinsame Wissenschafts- und Forschungsregion wird durch Kooperationen weiter gestärkt."

Der Vorsitzende des Vorstands der Charité-Universitätsmedizin Berlin, Prof. Dr. Max Einhäupl, bestätigte die starke Position des Clusters Gesundheitswirtschaft. Die Region habe sich dank der engen Vernetzung zwischen Wissenschaft und Kliniken und der vielseitigen Unternehmenslandschaft sehr dynamisch entwickelt. Die gesamte Wertschöpfungskette werde abgedeckt. "Auch in der Wirtschafts- und Finanzkrise hat sich die Gesundheitswirtschaft relativ robust gezeigt." Am Beispiel des Stroke Einsatz-Mobils wurde gezeigt, wie länder- und clusterübergreifend Innovationen zur Anwendung gebracht werden können.

Der Cluster Energietechnik entwickelt sich ebenfalls positiv. Als solide Basis der erfolgreichen Arbeit hob Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Hüttl, Sprecher des Vorstands des Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ und Clustersprecher, die große Dichte innovativer Firmen und die ausgezeichnete Forschungslandschaft hervor. Mit dem Projekt "Smart Metering", einem Gemeinschaftsprojekt zwischen den Stadtwerken Forst und der GASAG, wurde ein zukunftsweisendes Projekt vorgestellt.

Prof. Dr. Barbara Lenz, Leiterin des Instituts für Verkehrsforschung beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Berlin Adlershof und Sprecherin des Clusters "Verkehr, Mobilität und Logistik" zeigte auf, dass die Stärke des Clusters in der Zusammenarbeit über die Grenzen der Verkehrsträger hinweg besteht. Die Zusammenarbeit clusterübergreifend zu forcieren, brächte eine weitere Stärkung des Clusters mit sich und würde auch die internationale Ausrichtung unterstützen, hob Barbara Lenz hervor. Am Beispiel Elektromobilität wurde eine der Stärken der Region aufgezeigt.

"Nach der Erarbeitung der innoBB und der Masterpläne muss nun der Schwerpunkt der Arbeit auf die Umsetzung der Masterpläne durch die Akteure in den Clustern gelegt werden", zeigte Minister Christoffers die weitere Perspektive auf. "Nur so kann ein Cluster gelebt werden. Politik und Verwaltung werden den Prozess weiter unterstützend begleiten, beispielsweise durch Maßnahmen zur Sicherung von Finanzierungen in Ergänzung von Aktivitäten aus den Clustern."

Hinweis:

Im Rahmen des Innovationsgipfels wurde mit dem Wettbewerb "Design & Gesundheitswirtschaft" der erste clusterübergreifende Wettbewerb der Länder Berlin und Brandenburg vorgestellt. Bis zum 28. September 2012 können clusterübergreifend entwickelte innovative Produkte, Prozesse und Anwendungskontexte als Wettbewerbsbeiträge zur Prämierung eingereicht werden. http://www.berlin.de/projektzukunft/wettbewerbe/design-healthcare/

Quelle: Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg