Keine unmittelbaren Gefahren auch bei Störfällen in Kernkraftwerken

Kupfer fordert europaweit geregelte Sicherheitsstandards für Kernkraftwerke

Keine unmittelbaren Gefahren auch bei Störfällen in KernkraftwerkenFür den Freistaat Sachsen sind keine negativen Umweltauswirkungen durch die geplante Erweiterung des Kernkraftwerks Temelin (Tschechische Republik) zu befürchten. Die fachliche Stellungnahme zu dem "Gutachten über die Umweltauswirkungen des Vorhabens Neue Kernkraftanlage am Standort Temelin" hat das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft noch vor Ablauf der dafür vorgesehenen Frist (18. Juni 2012) an das tschechische Umweltministerium übermittelt. Dabei wurde insbesondere eine mögliche Strahlenbelastung des Flusssystems Moldau/Elbe nach einem Störfall in dem Kernkraftwerk untersucht. Auch unter ungünstigen Annahmen ist in einem solchen Fall an der tschechisch-deutschen Grenze bei Schöna (Landkreis Sächsische Schweiz / Osterzgebirge) keine Strahlenbelastung zu erwarten, die den Schwankungsbereich der natürlich vorhandenen radioaktiven Strahlung überschreitet.

"Trotz dieser Entwarnung, die unsere Fachleute bestätigen, bleibt die grundsätzliche Sorge um die Sicherheit von Kernkraftwerken", so Minister Kupfer. "In Deutschland haben wir uns für den Ausstieg aus der Kernenergie entschieden. Es ist das Recht unserer Nachbarländer, bei ihrer Energieversorgung einen anderen Weg zu beschreiten. Allerdings müssen wir dann auf größtmögliche Sicherheitsvorkehrungen drängen. Das ist eine Aufgabe, die europaweit zu lösen ist". So sei der Bau von Kernkraftwerken bisher in nationalen Atomgesetzen geregelt. "Diese Gesetze basieren zwar auf Empfehlungen der Internationalen Atomenergiebehörde. Verbindlicher und damit besser wären jedoch internationale Regelungen, die weltweit gelten. Europa muss dabei vorangehen", so Kupfer.

Darüber hinaus müsse auch nach der Veröffentlichung der Ergebnisse des Stresstests für die 143 europäischen Kernkraftwerke deren Kontrolle und Überprüfung durch Fachleute anderer Mitgliedsstaaten zur Regel werden. "Diesen Vorschlag von EU-Kommissar Günther Oettinger unterstütze ich sehr", so der Minister abschließend.

SMUL - Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft