Hohe Grundwasserstände in den Braunkohlegebieten

Anstieg in Braunkohlegebieten nicht mit Naturereignissen verwechseln

Umweltminister Frank Kupfer hat Forderungen der Linksfraktion im Sächsischen Landtag nach einem garantierten Schutz der Bürger vor hohem Grundwasser durch den Freistaat zurückgewiesen. "Die Ursachen für hohe Grundwasserstände sind vielfältig. Ebenso unterschiedlich müssen die Lösungen sein, alles andere ist billiger Populismus", so der Minister.

Hohe Grundwasserstände hätten oft natürliche Ursachen. So habe es im Sommer und Herbst 2010 sowie im Frühjahr 2011 überdurchschnittlich hohe Niederschläge gegeben, die zu deutlich erhöhten Grundwasserständen geführt haben. Nach dem Höchststand im Januar 2011 sind diese Grundwasserstände mittlerweile wieder gefallen. Sie liegen nur noch an wenigen Messstellen über den langjährigen Mittelwerten. "Bauherren und Planern kommt hier ein hohes Maß an Eigenverantwortung zu", so der Minister. Schon bei der Planung muss Vorsorge getroffen werden, damit Gebäude auch Grundwasserständen standhalten, die nach besonderen Wettersituationen entstehen. Derartige Baufehler sind später kaum zu korrigieren.

Eine weitere Ursache für Grundwasserprobleme kann durch aufgegebene künstliche Absenkung des Grundwassers entstehen. "Mit der natürlichen Entwicklung durch starke Niederschläge hat das aber nichts zu tun", so der Minister. "Dort wo früherer Braunkohlebergbau dafür verantwortlich ist, kann die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft helfen. Mit dem Bund verhandeln wir derzeit ein weiteres Abkommen, damit diese Hilfen in den rund 3 000 Quadratkilometer großen Gebieten auch weiter in Anspruch genommen werden können". Eine nicht mehr stattfindende Absenkung des Grundwassers kann aber auch unabhängig von früherem Kohlebergbau die Ursache für Grundwasserprobleme sein, zum Beispiel wenn Wasserwerke oder Wirtschaftsbrunnen außer Betrieb genommen werden. In diesen Fällen ist keine Hilfe aus der Bergbausanierung möglich. Auch hier gilt deshalb die Eigenverantwortung. Bauherren sollten in jedem Fall bei der Planung auf Sachverstand zurückgreifen, der die möglichen natürlichen Grundwasserstände berücksichtigt.

"Große Bedeutung kommt schließlich der Gewässerpflege und -unterhaltung bei. Verkrautete und zugesetzte Gewässer können den erforderlichen Abfluss nicht gewährleisten. Darum muss regelmäßig der Bewuchs im Gewässer kontrolliert und bei Bedarf entfernt werden", so der Minister. Der Freistaat komme dieser Verantwortung bei den 3 000 Kilometern Gewässern erster Ordnung nach. "Für die Gewässer zweiter Ordnung sind die Kommunen verantwortlich. Wir haben dafür die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen. Ich empfehle den Kommunen, sich zu Wasser- und Bodenverbänden zusammenzuschließen oder die Unterhaltung auf andere Weise gemeinsam zu organisieren. Gewässer machen an Gemeindegrenzen nicht halt. Deshalb ist die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg geboten", so Kupfer abschließend.

Daten, die der Freistaat zum Grundwasserstand mit seinem Landesmessnetz erhebt, stellt das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie über das Internet zur Verfügung. Dazu werden weitere Auswertungen und Informationen für die Bürger vorbereitet. Darüber hinaus können Bauherren Wasserstände von Kommunen, Wasserversorgern, Hausbrunnen und weiteren Aufschlüssen in ihrer Nähe einbeziehen.

SMUL - Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft