Wittichenauer Agrarbetrieb siegte im Tierwettbewerb

Oberlausitzer Milchproduzent gewinnt im Landeswettbewerb Sachsen bei Internationalen Tag der Milch

Wittichenauer Agrarbetrieb siegte im TierwettbewerbMilch ist nicht nur ein wichtiges und gesundes Lebensmittel, auch den Tieren geht es immer besser. In den letzten Jahren wurde sehr viel für die Verbesserung der Haltungsbedingungen getan. Beispielhaft zeigt das die MKH Agrar Produkte GmbH Wittichenau, die Sieger im diesjährigen Landeswettbewerb "Tiergerechte und umweltverträgliche Haltung 2011/2012" ist.

Bei der Veranstaltung zum Internationalen Tag der Milch am Sonnabend, dem 9 Juni, in der Agrikultur GmbH Schönfeld, wird die MKH Agrar Produkte GmbH Wittichenau ausgezeichnet. Der Milchviehbetrieb ist Sieger im diesjährigen Landeswettbewerb "Tiergerechte und umweltverträgliche Haltung 2011/2012" des Freistaates Sachsen.

Der Wettbewerb wurde in diesem Jahr in den Sparten Milchvieh, Fleisch- und Jungrinder ausgetragen. Bei Milchvieh beteiligten sich zehn Landwirtschaftsbetriebe am Wettbewerb. Bewertet wurde die Erfüllung der Wettbewerbskriterien, die sich vor allem um die Haltungsbedingungen und die umweltgerechte Verwendung von Gülle und Stallmist drehen. Bei den Haltungsbedingungen wurde vor allem auf das Stallklima, die Licht- und Luftverhältnisse, die Ausgestaltung der Liegeflächen, die Tierbetreuung und Tiergesundheit sowie Ordnung und Sauberkeit geachtet.

Mit dem vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft ausgelobten Wettbewerb wird das Ziel verfolgt, den aktiven Tier- und Umweltschutz durch Landwirte am Beispiel besonders tiergerechter und umweltverträglicher Lösungen bei der Haltung von Rindern darzustellen.

Diesem Ziel ist die Agrarprodukte GmbH Wittichenau in hervorragender Weise gerecht geworden. Im Betrieb werden Milchkühe in vorbildlicher Weise gehalten und dem Tierwohl wird in besonderer Weise Rechnung getragen. Das gilt insbesondere für die Liegeflächen und die Bewegungsfreiheit sowie die Frischluftzufuhr.

Tierwohl und umweltgerechte Landwirtschaft

Neben dem Tierwohl wird im Betrieb der umweltgerechten Landwirtschaft ein hoher Stellenwert beigemessen. Es wird wenig Eiweißfutter zugekauft. In großem Umfang werden Eiweißpflanzen im Betrieb angebaut - das erhöht gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit auf dem leichten Standort. Die Gülle wird über eine Biogasanlage energetisch verwertet, die Gärrückstände werden auf den eigenen Flächen ausgebracht. Das Denken und Handeln in Stoffkreisläufen wird im Betrieb großgeschrieben. Das Prinzip gilt bis zur Vermarktung.

Die erzeugte Milch wird vor Ort in einer Hofkäserei verarbeitet. Das schafft nicht nur Arbeitsplätze in der Region, sondern ist gleichzeitig Werbung für die Landwirtschaft. Der Betrieb betreibt eine Schaukäserei, die sich großer Beliebtheit erfreut. Dort können sich Interessenten nicht nur über die Herstellung von Käse, sondern auch über die Milchproduktion informieren.

Am Beispiel des Siegerbetriebes wird aber auch das Dilemma der Landwirtschaft deutlich. Auf der einen Seite stellen die Verbraucher hohe Anforderungen an den Tierschutz, auf der anderen Seite müssen die Produzenten wirtschaftlich arbeiten. In Umfragen wird immer wieder festgestellt, wie hoch die Anforderungen im Tierschutz sind.

Das tägliche Kaufverhalten sagt im Ergebnis einer jüngst durchgeführten Studie mehr über das wirkliche Interesse der Verbraucher aus als alle Umfragen. Danach erwartet die übergroße Mehrheit der Verbraucher nach wie vor preiswerte Lebensmittel. Für die Produzenten bedeutet das einen Kompromiss zwischen einem hohen Niveau der Haltungsbedingungen, die mit einem finanziellen Aufwand verbunden sind und der Wirtschaftlichkeit, denn Milch und Milchprodukte sind nach wie vor ein sehr preiswertes Lebensmittel.

Foto: krabat-milchwelt.de

Quelle: Mitteldeutscher Genossenschaftsverband (Raiffeisen/Schulze-Delitzsch) e.V.