Streik bei Piepenbrock Instandhaltung in Eisenhüttenstadt

Bürgermeisterin wirbt für Position der Beschäftigten in  Eisenhüttenstadt

Streik bei Piepenbrock Instandhaltung in EisenhüttenstadtNach 20 Tagen Arbeitskampf bei Piepenbrock Instandhaltung in Eisenhüttenstadt zeigt sich der Arbeitgeber Olaf Piepenbrock weiterhin hartbeinig. Die Beschäftigten der Firma geben nicht klein bei. Sie sind überzeugt, dass ihre Forderung richtig und angemessen ist. Ihre Haltung wird von der Bürgermeisterin Dagmar Püschel unterstützt. Nach ihrem Besuch bei den Streikenden appelliert sie in einem Brief an den Chef der Muttergesellschaft, "sich den Forderungen der Mitarbeiter in Eisenhüttenstadt nicht zu verschließen und eine zukunftsfähige Einigung zu erzielen". Dagmar Püschel warnt vor einem Niedergang von Stadt und Region. Eisenhüttenstadt habe in den vergangenen 20 Jahren 20 000 Einwohner verloren. Die Fachkräftesicherung sei inzwischen das Thema bei den ansässigen Unternehmen. "Fachkräfte sind heute und erst recht nicht mehr in der Zukunft für einen Billiglohn zu haben", schreibt sie. Es gehe darum, den Industriestandort zu erhalten.

Mit dem am 11. Mai begonnenen Streik wollen die 62 Mitarbeiter ein Lohnplus von einem Euro die Stunde durchsetzen. Das Unternehmen bietet lediglich zwei Prozent mehr an. Bei einem Ecklohn für Facharbeiter von 9,91 Euro die Stunde wären dies gerade einmal 20 Cent. Gleichzeitig macht der Arbeitgeber den Abschluss des bereits ausverhandelten Rahmentarifvertrags von der Annahme des Lohnangebots abhängig.

Am morgigen Freitag (1. Juni 2012) wird der Landtagsabgeordnete und arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD Landtagsfraktion Brandenburg, Detlef Baer, einen Betriebs- und Personalräte-Stammtisch in Eisenhüttenstadt durchführen. Der Betriebsrat von Piepenbrock Instandhaltung und die örtliche Streikleitung werden dort über die Positionen informieren und zur Solidarität mit den Streikenden aufrufen.

Quelle: Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt