Brandenburg übernimmt entwicklungspolitische Verantwortung

Brandenburg übernimmt entwicklungspolitische Verantwortung   "Das Land Brandenburg leistet seinen Beitrag dazu, die Entwicklungspolitik gemeinsam mit dem Bund, den anderen Bundesländern und den Kommunen zu gestalten - so, wie es bei der Ministerpräsidentenkonferenz im Oktober 2008 beschlossen wurde. Die Landesregierung hat ihre ‚Entwicklungspolitischen Leitlinien' überarbeitet und ein Maßnahmenpaket geschnürt, um der gemeinsamen Verantwortung für dieses Thema gerecht zu werden. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Bildung, Integration, Wissenschaft, Wirtschaft und entwicklungspolitische Kommunikation." Das erklärte Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers heute in Potsdam, wo er die vom Kabinett beschlossenen neuen "Entwicklungspolitischen Leitlinien der Landesregierung" vor brandenburgischen Akteuren der Entwicklungspolitik vorstellte.

Die Landesregierung hatte im Koalitionsvertrag vereinbart, die Entwicklungspolitischen Leitlinien von 1999 an die heutigen Bedingungen anzupassen und entwicklungspolitische Themen stärker in der Tagespolitik zu verankern. Das Wirtschafts- und Europaministerium rief zu Beginn der laufenden Legislaturperiode gemeinsam mit dem brandenburgischen Verbund der entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen (VENROB) den "Round Table Entwicklungspolitik Land Brandenburg" als zentrale Plattform des Austausches über entwicklungspolitische Aufgaben und Ziele ins Leben. "Die darin versammelten Vertreter aus Zivilgesellschaft, Vereinen, Verbänden, Religionsgemeinschaften, Politik und Verwaltung haben die Erstellung der neuen Leitlinien kompetent begleitet", zollte Minister Christoffers dem Gremium Anerkennung. Der "Round Table" habe einen Prozess engagierter Beteiligung und Politikgestaltung angestoßen, damit die Themen der Entwicklungspolitik einen festen Platz in der Politik des Landes bekommen.

Die neuen "Entwicklungspolitische Leitlinien der Landesregierung" orientieren sich am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung. "Nachfolgenden Generationen sollen Handlungsoptionen erhalten bleiben oder eröffnet werden, indem ökologische, ökonomische und soziale Aspekte in die aktuelle Politik integriert werden", sagte Minister Christoffers.
Unterstützt wird beispielsweise die entwicklungspolitische Bildungsarbeit - beispielsweise im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit. Ebenso werden Schulpartnerschaften gefördert sowie Freiwilligenprogramme, bei denen sich junge Leute in Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika einbringen können. Auch Projekte, die dazu beitragen, die Kenntnisse und Potenziale von Migrantinnen und Migranten gleichberechtigt einzubeziehen, finden Unterstützung. Als "Brückenbauer" könnten Migranten "nicht nur zu kultureller Vielfalt im Land, sondern auch zu weltoffenem Handeln beitragen", hob Minister Christoffers hervor. Zu den in den Leitlinien verankerten Schwerpunkten gehört auch die Gleichstellung von Frauen und Männern. Deshalb müssen in geförderten Projekten die unterschiedlichen Arbeits- und Lebensbedingungen und -bedürfnisse von Frauen und Männern berücksichtigt werden.

Zudem sollen verstärkt Kooperationen mit ausländischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen als gute Möglichkeit gelebter Völkerverständigung etabliert werden. Auch das Know-how der brandenburgischen Wirtschaft soll stärker für die Entwicklungspolitik einbezogen werden. "Es gilt, Synergien, die sich im Inland durch Zuwanderung und Unternehmenskooperationen ergeben, mit ausländischen Partnern für das Land in beiderseitigem Interesse zu erschließen", so Christoffers.

Die Palette der konkreten entwicklungspolitischen Maßnahmen in Brandenburg reicht von Seminaren mit Multiplikatoren aus afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Ländern bis zu internationalen Jugendbegegnungen zwischen deutschen und philippinischen Schülern oder einer Fachtagung zu Fragen der Welternährung.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg