Spreewälder Erdbeeren - Start in die Brandenburger Freiland-Obstsaison

Bretschneider testet Spreewälder Erdbeeren des Jahrgangs 2012

Zum offiziellen Auftakt der Brandenburger Obstsaison wirbt Agrarstaatssekretär Rainer Bretschneider auf dem Niewitzer Spreewaldhof morgen (31. Mai) zu allererst für Erdbeeren aus heimischen Anbau. Traditionell startet der Landesverband Gartenbau die Obstsaison im Freiland mit dieser Frucht.

Erdbeeren sind nach dem Apfel die beliebteste Obstart der Deutschen. Erst die ausgereiften Früchte schmecken richtig gut und entfalten ihre volle gesundheitliche Wirkung - gute Gründe für den Einkauf und für das Pflücken direkt beim Erzeuger.

Am Ortseingang der 300-Seelen-Gemeinde Niewitz befindet sich der Spreewaldhof von Heinz-Georg Embach. An einem ehemaligen Milchviehstandort, der umgenutzt und umgebaut ist, hat der Spezialist aus Südhessen vor wenigen Jahren seinen Gartenbaubetrieb gegründet. Hauptkultur ist die Gurke, die auf 80 Hektar angebaut wird. Aber immerhin 12 Hektar umfasst die Erdbeerfläche im Freiland, davon 15.000 Quadratmeter im Folientunnel, die dann auch früher geerntet werden können. Hauptsorten bei den Erdbeeren sind "Elsanta", "Darselect", "Clery" und "Alba". Zukünftig soll die Erdbeerfläche auf 25 Hektar wachsen. Embach Junior ist gerade dabei, seine Ausbildung zu beenden. Zwei Jahre im Ausland sollen ihm helfen, Erfahrungen anderswo zu sammeln, um dann mit jungem Elan den Betrieb des Vaters auszubauen.

In Brandenburg unterliegen die Erdbeererträge im Freiland wegen Winterkälte, Blütenfrost und lang anhaltender Trockenheit während der Hauptwachstumsphase starken Schwankungen.

Mit einem durchschnittlichen Ertragsniveau mit 62 Dezitonnen je Hektar im Freilandanbau wurde 2011 eine für Brandenburger Verhältnisse vergleichsweise gute Ernte eingebracht.

Mit 319 Hektar Anbaufläche im Jahr 2011 verfügt Brandenburg nach Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern über die drittgrößte Erdbeeranbaufläche in den neuen Bundesländern. In Deutschland steht der Anbau flächenmäßig an zehnter Stelle. Anbauschwerpunkte sind der Landkreis Potsdam-Mittelmark mit Werder und Beelitz, der Spreewald, insbesondere der Landkreis Spree-Neiße, Altlandsberg in Märkisch-Oderland sowie das Obstanbaugebiet von Frankfurt (Oder). Vor allem im Berliner Umland bieten die Betriebe die Möglichkeit, die Beeren selbst zu ernten.

Anbauflächen und Hektarerträge

Anbauflächen und Hektarerträge

Die heute im Handel erhältlichen Erdbeeren sind das Ergebnis umfangreicher Züchtungsprogramme, die weltweit seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts durchgeführt wurden. Die Sorten stammen überwiegend aus den Niederlanden, Deutschland, Frankreich, Italien und Nordamerika.
Es dominiert die Sorte "Elsanta" für den Marktanbau. Weiterhin werden die Sorten "Darselect", "Sonata", "Honeoye" und "Alba" angebaut. Für die Direktvermarktung werden bei den Frühsorten "Elvira", in der mittleren Reifezeit die Sorten "Korona" und "Tenira" sowie einige Spätsorten verwendet.
Nach Berechnungen des Landesamts für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung kann der regionale Markt Berlin-Brandenburg nur mit einem Anteil von 10,5 Prozent aus heimischer Erdbeerproduktion gedeckt werden. Um die Nachfrage zu bedienen, sind Brandenburg und Berlin also auf erhebliche Einfuhren angewiesen. Der Handel deckt den Bedarf aus Spanien und Italien, anschließend mit Ware aus Süd-, West-, Norddeutschland und den Niederlanden. Darüber hinaus wird der saisonale Verkauf an Marktständen durch Produzenten aus dem benachbarten Mecklenburg-Vorpommern bestritten.

Erdbeeren sind nicht nur schmackhaft und kalorienarm, sondern darüber hinaus auch sehr gesund. So wirken die Früchte entzündungshemmend, blutreinigend, konzentrationsfördernd, kräftigend und harntreibend. Schon zehn Erdbeeren sollen ausreichen, um bei sensiblen Menschen Kopfschmerzen zu vertreiben. Wenig bekannt ist auch, dass der Vitamin C-Gehalt der Früchte deutlich über von Orangen liegt und die enthaltenen Gerbstoffe giftige Schwermetalle im Darm neutralisieren können. Doch damit noch nicht genug: Auf der Basis des Frischgewichts ergaben die Analysewerte bei Erdbeeren die höchsten Gehalte an Antioxidantien (Poyphenole). Diese binden freie Radikale im Körper und spielen damit eine wichtige Rolle in der Krebsvorsorge.

Versorgungszeit mit Erdbeeren aus Brandenburger Anbau

Von Mitte bis Ende April/Mai kommen einheimische Erdbeeren aus Gewächshauskulturen.

Von Ende Mai bis Mitte Juni stammen die Früchte aus verfrühter Freilandkultur (Abdeckung mit Lochfolie), Mitte Juni bis Mitte Juli aus Freilandkultur (früh-spät reifende Sorten). Anfang Juli bis Ende Juli sind sie aus Terminkulturen (spezielles Anbauverfahren im Freiland, Verspätung durch Wahl des Pflanztermins und speziell angezogenes Pflanzgut).

Von August bis September bestimmen mehrmals tragende Sorten das Angebot.

Von September bis November kommen Brandenburger Erdbeeren wieder aus Gewächshauskulturen.

Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg