Neues Gewächshaus auf dem Bio-Gut Pretschen im Spreewald

Biosphärenreservat Spreewald mit höchster BIO-Dichte in Deutschland

Neues Gewächshaus auf dem Bio-Gut Pretschen im SpreewaldUm 20.000 Quadratmeter wächst die Brandenburger Bio-Produktion, wenn am kommenden Donnerstag (31. Mai) Agrarstaatssekretär Rainer Bretschneider mit Landrat Stephan Loge (Dahme-Spreewald) auf dem Landgut Pretschen das neue Gewächshaus übergibt. Für rund 4,5 Millionen Euro, davon 877.000 Euro vom Land, ist seit dem ersten Spatenstich im Herbst 2010 Brandenburgs größtes Bio-Gewächshaus mit 15 neuen Arbeitsplätzen entstanden. Zum Start wachsen hier schon vier Tomaten- und zwei Gurkensorten. Feldsalat, Postelein, Spinat und Petersilie stehen noch auf dem Jahresplan.

Bretschneider: "Alle Auswertungen der vergangenen Jahren zeigen, dass der ökologische Landbau in Brandenburg trotz stetigen Wachstums noch Reserven erschließen muss. In einigen Segmenten wie Bio-Obst und Bio-Gemüse, aber insbesondere auch bei Fertigprodukten, kann das Angebot längst nicht die große Nachfrage in der Region Berlin-Brandenburg befriedigen. Damit Brandenburg hier vorankommt, brauchen wir noch mehr Unternehmen wie das Landgut Pretschen, in dem seit Jahren immer wieder investiert wird, um noch mehr Bio made in Brandenburg in die Regale zu bringen."

Platz 1 im Ländervergleich

Zu Jahresbeginn wurden hier genau 142.783 Hektar im Ökolandbau gezählt. Anteilmäßig entspricht dies 10,6 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Brandenburg beziehungsweise Platz 1 im Ländervergleich. Derzeit arbeitet jeder achte märkische Agrarbetrieb nach den Regeln des ökologischen Landbaus. Im Verhältnis sind dies 12,4 Prozent aller Landwirtschaftsbetriebe. Nur in Mecklenburg-Vorpommern ist der Anteil mit 15,1 Prozent größer.

Bio boomt im Spreewald

Das Landgut Pretschen liegt im Unterspreewald, an der Pretschener Spree, in der Nähe von Lübben. Rund 40 Prozent der Betriebsfläche liegen im Biosphärenreservat Spreewald. Der Spreewald ist die Region in Deutschland mit der höchsten Bio-Dichte. Über 70 Prozent der rund 29.000 Hektar landwirtschaftlichen Fläche im Biosphärenreservat werden nach den strengen Kriterien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet.

Deutsch-Schweizer Kraftanstrengung oder Bio verbindet

830 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, davon 545 Hektar Ackerland, 245 Hektar Grünland und 40 Hektar Wald. 97 Prozent der Betriebsfläche sind gepachtet. Der mit 65 Prozent Flächenanteil größte Verpächter ist die Stiftung Edith Maryon aus Basel, die auf die biologisch-dynamische Bewirtschaftung großen Wert legt.

Der Betrieb bietet bislang 28 ständigen Mitarbeitern, je nach Bedarf 14 bis 30 Saisonkräften, zwei Familienmitgliedern sowie drei Auszubildenden und Praktikanten einen Arbeitsplatz.

Seit der Privatisierung 1999 wird das Landgut nach Demeter-Richtlinien bewirtschaftet. Demeter gehört mit 50 Mitgliedsbetrieben zu den in Brandenburg arbeitenden Verbänden des ökologischen Landbaus.

Das Milchvieh - 275 Milchkühe zuzüglich Nachzucht - steht im Mittelpunkt. Der Feldbau ist auf die Bedürfnisse der Tierhaltung ausgerichtet. Marktfruchtbau spielt nur eine untergeordnete Rolle. Durch die Bodenverhältnisse gibt es vier Fruchtfolgen. Angebaute Früchte sind Roggen, Triticale, Braugerste, Lupinen, Silomais, Futtergemenge, Kleegras und Feldgemüse.

Als Sonderkultur werden auf sieben Hektar Chicoréewurzeln angebaut. Damit ist das Landgut Pretschen Deutschlands größte Bio-Chicoréetreiberei.

Strom wird aus regenerativen Quellen eingesetzt. Die Dachflächen der Milchviehanlage sind an einen Solarstromproduzenten vermietet. Der Gebäudekomplex des alten Gutshofs wird über eine 150 Kilowatt-Hackschnitzelheizung versorgt. Die Wärmeversorgung des Gewächshauses erfolgt weitgehend mit Holz.

Neben dem Chicorée, der bundesweit vertrieben wird, produziert Pretschen ausschließlich für den regionalen Markt. Milch geht an das Ökodorf Brodowin, Getreide an das Märkische Landbrot in Berlin. Fleisch und Wurstwaren werden in Zusammenarbeit mit einer regionalen Fleischerei hergestellt und als Eigenmarke im regionalen Naturkosthandel verkauft - wie auch das Gemüse aus dem neuen Gewächshaus.

Weiterhin ist das Unternehmen mit eigenen Kreationen wie einem Chicorée-Wurzelbrand am Markt.

Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg