Brandenburg präsentiert sich in Indonesien

20-köpfige Unternehmer-Delegation fährt nach Jakarta und Bandung

Eine 20-köpfige Delegation aus Wirtschaft und Forschung reist vom 18. bis 24. Mai nach Indonesien. Stationen der Reise sind das wirtschaftliche und politische Zentrum Jakarta und die Wirtschafts- und Wissenschaftsmetropole Bandung. Die Reise wird organisiert von der ZukunftsAgentur Brandenburg (ZAB).

"In diesem Jahr feiern wir das Bestehen von 60 Jahren diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Indonesien. Ich freue mich, dass auch die Brandenburger Delegation mit ihrer Reise zur nachhaltigen und positiven Entwicklung der bilateralen Beziehungen beiträgt", sagte Brandenburgs Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers anlässlich der Reise. ZAB-Geschäftsführer Dr. Rolf Strittmatter erklärte: "Wir werden dort offensiv den Standort Brandenburg als attraktive Wirtschaftsregion - führend in der Industrie und bei den Clean Technologies - vermarkten. Mit dieser Reise unterstützen wir die Internationalisierung der Brandenburger Wirtschaft aktiv." Für die Unternehmer der Branchen IT, Erneuerbare Energien, Umwelttechnologie, Chemie und Maschinenbau sind individuelle Geschäftstermine organisiert worden.

Die wirtschaftlichen Potenziale Indonesiens würden in Deutschland unterschätzt, sagte Minister Christoffers. "Indonesien ist die größte Volkswirtschaft Südostasiens und kann mit Wachstumsraten von zuletzt 6,5 Prozent aufwarten. Den realen Anstieg der Investitionen in Indonesien bezifferte die offizielle Statistik für 2011 sogar mit 8,8 Prozent. Das unerwartet große Interesse aus der brandenburgischen Wirtschaft an dieser Reise beweist, dass diese Zukunftsmärkten offen gegenübersteht und sich diese Marktchancen nicht entgehen lassen will."

Insgesamt plant Indonesien alleine für das Jahr 2012 Investitionen in Höhe von 42 Milliarden Euro, mit denen das Land insbesondere den Ausbau der Infrastruktur, aber auch der Industrie vorantreiben will. Im Mittelpunkt der Reise wird daher die Zusammenarbeit von brandenburgischen und indonesischen Unternehmen stehen.

Seit der offiziellen Übergabe des Deutsch-Indonesischen Tsunami-Frühwarn¬systems, das unter der Federführung des Deutschen GeoForschungsZentrums Potsdam (GFZ) entwickelt und aufgebaut worden ist, verfügt Brandenburg zudem über eine hervorragende Visitenkarte für Produkte "Made in Brandenburg". "Deswegen freue ich mich besonders, dass der Leiter des Projekts, Herr Dr. Jörn Lauterjung vom GFZ Potsdam, die Reise begleitet, seine Erfahrungen und Kontakte den brandenburgischen Unternehmen zur Verfügung stellt", sagte Minister Christoffers.

Hintergrund:

Indonesien ist bisher mit nur rd. 0,06 % der Gesamtexporte des Landes Brandenburg im Jahre 2011 auf Platz 66 in der Rangfolge der Exportziele brandenburgischer Unternehmen.

Wichtigste Exportgüter Brandenburgs nach Indonesien im Jahre 2011 sind:

  • Waren aus Kunststoffen 1,2 Mio. EUR (15 %)
  • Pharmazeutische Erzeugnisse 1,1 Mio. EUR (13,8 %)
  • Maschinen für das Papier- und Druckgewerbe 0,9 Mio. EUR (11,3 %)
  • Milch und Milcherzeugnisse (ohne Butter u. Käse) 0,9 Mio. EUR (11,3 %)
  • Kunststoffe 0,7 Mio. EUR (8,8 %)

Das Deutsch-Indonesische Tsunami-Frühwarnsystem (engl. Abkürzung GITEWS für German Indonesian Tsunami Early Warning System) ist in einem vom GFZ Potsdam nach der verheerenden Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 initiierten und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt entstanden. Im Projektkonsortium haben neun deutsche Forschungseinrichtungen unter Federführung des GFZ mitgearbeitet, ebenso waren ca. 48 kleinere und mittelständische Unternehmen sowie zehn Universitäten beteiligt, darunter die Fachhochschule Potsdam und die Universität Potsdam. Die Projektkosten betrugen 53,1 Millionen Euro.

Das Tsunami-Frühwarnsystem für den Indischen Ozean wurde am 29. März 2011 vollständig an Indonesien übergeben. Der verantwortliche Betreiber des Systems ist seitdem der Meteorologische, Klimatologische und Geophysikalische Dienst (BMKG) in Jakarta. Seit der Inbetriebnahme wurden mit dem Warnsystem in Indonesien tausende Erdbeben und mehr als zehn Tsunami erfolgreich registriert. Tsunami-Warnungen werden in weniger als fünf Minuten nach einem See-Beben ausgegeben, gefolgt von Aktualisierungen oder einer Entwarnung. Seine Leistungsfähigkeit konnte das System zuletzt am 11. April 2012 unter Beweis stellen.

Das System wurde international evaluiert und dabei als eines der modernsten Tsunami-Warnsysteme weltweit eingestuft.