Warnstreiks in der Südbrandenburger Metall- und Elektroindustrie

Warnstreiks in der  Südbrandenburger Metall- und Elektroindustrie

Die IG Metall ruft zu befristeten Arbeitsniederlegungen im Rahmen der bisher ergebnislosen Verhandlungen um höhere Einkommen, unbefristete Übernahme von Azubis und mehr Mitbestimmung beim Einsatz von Leiharbeitern folgende Belegschaften zu Warnstreiks auf:

  • Do, 3. Mai um 13.00 Uhr: Transtec Vetschau, Voestalpine Drahtwerk, Treffpunkt: Finsterwalde/Massen, Grenzstraße
  • Mo, 7. Mai um 10.00 Uhr: Babcock Borisig Steinmüller (BBS), Sempell NL Peitz, Sulzer Pumpen, ABB Cottbus, Treffpunkt: Kraftwerk Jänschwalde, Baustelleneingang, Teichlandstraße
  • Mi, 9. Mai um 10.15 Uhr: Takraf GmbH, Treffpunkt: Lauchhammer, Bahnhofstraße, direkt vor dem Betrieb

Beschäftigte wollen größeres Stück vom Kuchen

"Drei Prozent für 14 Monate haben die Arbeitgeber beim Geld angeboten. Das ist meilenweit von einem fairen Angebot entfernt. Aufs Jahr umgerechnet, sind drei Prozent für 14 Monate nur 2,57 Prozent. Damit würden gerade mal die für 2012 erwarteten Preissteigerungen von 2,5 Prozent ausgeglichen. Die Beschäftigten würden nichts dafür bekommen, dass sie mehr leisten.", so Ralf Köhler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall für Südbrandenburg.

Das Angebot spiegelt den sogenannten verteilungsneutralen Spielraum aus Inflationsrate und Produktivitätszuwachs nicht wieder und korrigiert auch die seit Jahren anhaltende Umverteilung zugunsten der Gewinne kein Stück weit.

"Eine attraktive Region braucht auch in Südbrandenburg Arbeitsplätze, wo Mitbestimmung und Tarifverträge gelebter Standard und nicht Fremdworte sind. Im Wettbewerb um qualifizierte und engagierte Fachkräfte sollten gute Arbeitsbedingungen eine gewichtigere Rolle spielen. Dazu zählen neben positiven Perspektiven für Auszubildende und fairen Bedingungen für Leiharbeiter vor allem leistungsgerechte Einkommen. Wenn wir als IG Metall mit unseren Mitgliedern faire Arbeitsbedingungen durchsetzen, profitiert über eine erhöhte Attraktivität, Kaufkraft und Steuern die gesamte Region Südbrandenburg. Wir wollen weiteren Beschäftigten in heute noch nicht tarifgebundenen Betrieben Mut machen, sich mit Gleichgesinnten zu organisieren und entschlossen für ihre Forderungen einzutreten.", so Ralf Köhler weiter.

Die Metall-Unternehmen haben 2011 bundesweit Bruttogewinne von 52 Milliarden Euro eingefahren. Die drei Prozent, die sie anbieten, bringt den Beschäftigten unterm Strich nichts. Die Lohnsumme für die rund 3,6 Millionen Metall-Beschäftigten würde insgesamt um 4,56 Milliarden Euro steigen. Das wäre ein Anteil von gerade einmal 8,77 Prozent am Gewinn. Fair ist das nicht. Die Beschäftigten haben ein deutlich größeres Stück vom Kuchen verdient. Bei dem geforderten Lohnplus von 6,5 Prozent würde sich ihr Anteil immerhin mehr als verdoppeln - auf 9,88 Milliarden Euro und somit 19 Prozent.

In Südbrandenburg ist der Kuchen ohnehin kleiner!

In Südbrandenburg liegt der regionale Durchschnittsverdienst eines Vollzeitbeschäftigten bei ca. 2.100 Euro Brutto, in der Metall- und Elektroindustrie bei ca. 2.500 Euro. Somit wirkt sich gerade in unserer Region eine geringe Einkommenssteigerung auf geringe Einkommen demotivierend aus. Weitere Infos zur aktuellen Tarifrunde finden sich auf den Internetseiten der IG Metall Bezirksleitung für Berlin-Brandenburg-Sachsen unter www.igmetall-bbs.de.

Weitere Informationen www.suedbrandenburg.igmetall.de

IG Metall Südbrandenburg