Ortsteile von Guben wehren sich gegen Braunkohlentagebau

Der Gubener Ortsteil Deulowitz spricht sich klar gegen die Planungen eines Braunkohlentagebaues Jänschwalde-Nord aus. Das machte Ortsbürgermeister Gert Richter heute im regionalen Arbeitskreis des Braunkohlenausschusses erneut deutlich.

Ortsteile von Guben wehren sich gegen Braunkohlentagebau

"Wir Deulowitzer wollen nicht an der Grubenkante leben. Ein Tagebau Jänschwalde-Nord würde die Zukunft unserer ganzen Region gefährden. Wir schließen uns deshalb der Forderung an, das Planverfahren schnellstmöglich einzustellen." sagte Richter bei der Sitzung in Forst/Lausitz.

"Der Tagebau stellt mit Lärm und Staubbelastung nicht nur Lebensqualität und Gesundheit in Frage, wir sehen dadurch zum Beispiel den Standort des Seniorenheimes in Deulowitz gefährdet. Auch der Deulowitzer See als wichtigstes Naherholungsgebiet Gubens ginge ersatzlos verloren. Letztlich würde auch der Wirtschaftsstandort Guben Schaden nehmen und die Abwanderung verstärkt werden."

Nach den von Vattenfall vorgelegten Plänen würde der Tagebau Jänschwalde-Nord drei Dörfer umsiedeln und bis auf 300 Meter an den Ort Deulowitz heranreichen. Zudem müsste unmittelbar am Ortsrand noch eine Eisenbahnlinie verlegt werden. Benachbarte Dörfer wie Groß Gastrose und Taubendorf lägen teilweise weniger als 200 Meter von der Grube entfernt.

Der Aufschluss des Tagebaues wäre auf ein Neubaukraftwerk mit CO2-Abscheidung angewiesen. Nach dem Rückzug Vattenfalls vom Bau eines Demonstrationskraftwerkes sehen zahlreiche Fachleuten es nicht mehr als realistisch an, dass tausende Kilometer Rohrleitungen zur unterirdischen Verpressung der Abgase im Ausland errichtet werden. Insbesondere das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat der Brandenburgischen Landesregierung deshalb den schrittweisen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung nahegelegt. Die Potsdamer Landesregierung treibt das Planverfahren für die neue Kohlegrube bisher dennoch verzweifelt voran. Ein Rechtsgutachten der Umweltverbände GRÜNE LIGA und Deutsche Umwelthilfe belegte Anfang des Jahres, dass eine schnelle Einstellung des Planverfahrens ohne weiteres möglich wäre.

Der Arbeitskreises Tagebau Jänschwalde des brandenburgischen Braunkohlenausschusses trifft sich heute zu seiner Sitzung in Forst. In dem beratenden Gremium sind die vom Tagebau betroffenen Gemeinden und Ortsteile vertreten.

GRÜNE LIGA Umweltgruppe Cottbus