IG Metall fordert von First Solar Vorrang für Standort- und Beschäftigungssicherung

Frankfurt (Oder) - Der Photovoltaik-Konzern First Solar erklärte heute auf einer Betriebsversammlung in Frankfurt (Oder) seinen Rückzug aus Europa. Für 1200 Beschäftigte soll im Oktober in Frankfurt Schluss sein.

IG Metall fordert von First Solar Vorrang für Standort- und BeschäftigungssicherungDie IG Metall kritisiert die Schließungsabsichten des US-Solarkonzerns und fordert Alternativen zum Kahlschlag des Standorts Frankfurt (Oder).

Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen sagte:

"Vor dem Hintergrund der Zahlung von rund 25 Millionen Euro an Fördergeldern für First Solar müsse auch die Landesregierung alle Kräfte zum Erhalt der Arbeitsplätze mobilisieren", so Höbel. Die IG Metall begrüße deshalb die Erklärung der Landesregierung zur Sicherung des Standorts beizutragen und gleichzeitig, im Falle des Scheiterns der Beschäftigungssicherung, die Rückzahlung der Fördergelder zu fordern. Die Folgen eines Endes von First Solar wären für die Arbeitnehmer und die ganze Region dramatisch. Zu erwarten wäre ein massiver Anstieg der Arbeitslosigkeit mit allen sozialen Folgen. Frankfurt an der Oder müsse zudem mit Steuerausfällen in Millionenhöhe rechnen, wenn die Beschäftigung abbreche.

"Mit dem Aufbau von Arbeitsplätzen in der Solarwirtschaft verbinden besonders die Menschen in Ostdeutschland große Hoffnungen. Diese dürfen nicht durch politische Taktiererei und kurzsichtige Entscheidungen erstickt werden."

Höbel kritisierte in diesem Zusammenhang den politischen Kurs der Bundesregierung der letzten Monate scharf: "Wandert die Produktion nach Asien ab, wandert über kurz oder lang auch die Forschung ab. Derzeit haben wir noch die Solar-Spitzentechnologie in Ostdeutschland. Daran müssen wir festhalten", so Höbel.

Im Mai stehen die Kürzungspläne der Bundesregierung für die Solarbranche zur Abstimmung im Bundesrat. Von den Ministerpräsidenten der Länder erwartet die IG Metall die Ablehnung mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit. Gefordert sei nun eine neue industriepolitische Initiative, statt Branchenkahlschlag.

"Jetzt müssen schnell alle Beteiligten an einen Tisch, um eine wirksame Fortführungslösung zu erarbeiten. Arbeitzeitabsenkungen mit Kurzarbeit haben in der vergangenen Wirtschaftskrise die Beschäftigung gesichert. Hier muss eine belastbare Fortführungsstrategie anknüpfen. Wir erwarten von der Unternehmensleitung die Nutzung aller Fördermöglichkeiten der Bundesagentur für Arbeit. Der maximale Kurzarbeitszeitraum ist noch lange nicht erreicht."

Quelle: IG Metall Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen