Sachsen verabschiedet Fachkräftestrategie Sachsen 2020

Staatsminister Morlok: Sachsen ist attraktiv für Fachkräfte - und soll es bleiben!

Heute hat das Kabinett die "Fachkräftestrategie 2020" verabschiedet. Unter Federführung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) werden damit erstmals alle Projekte und Programme des Freistaats systematisch erfasst, die mit dem Zukunftsthema "Fachkräfte" zusammenhängen.

"Endlich gibt es ein abgestimmtes Gesamtkonzept, um dem kommenden Fachkräftebedarf aktiv zu begegnen. Dafür müssen alle Ressorts gemeinsam und in enger Abstimmung handeln", so Staatsminister Sven Morlok.

Bereits 2010 wurde hierzu eine interministerielle Arbeitsgruppe mehrerer Ressorts eingerichtet, die ihre Arbeit auch weiter fortsetzen und dem Kabinett einmal jährlich Bericht erstatten wird.

Nach den aktuellen Arbeitsmarktzahlen steht Sachsen derzeit gut da. Doch der demografische Wandel wird den sächsischen Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren prägen: Bei einem prognostizierten Bevölkerungsrückgang um 25 Prozent und ausgehend von den dazu verfügbaren Daten zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung entsteht in Sachsen allein bis 2025 rechnerisch ein voraussichtlicher Ersatzbedarf von rund 215.000 BeschäftigtenStaatsminister Morlok: Sachsen ist attraktiv für Fachkräfte - und soll es bleiben!

Die Staatsregierung hat deshalb fünf zentrale Handlungsfelder definiert:

  1. Frühkindliche- und (außer-)schulische Erziehung und Bildung
  2. Nichtakademische und akademische Ausbildung
  3. Fort- und Weiterbildung
  4. Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  5. Gesteuerte Zuwanderung und Ansiedlung von Fachkräften

Die Fachkräftestrategie 2020 zeigt dafür Lösungsansätze und Projekte auf. Darüber hinaus schreibt das Papier die Bestandsaufnahme fort: Für die fünf Handlungsfelder wurden zehn Ziele formuliert - und mit einem umfassenden Maßnahmen-Katalog untersetzt.

"Mit der Fachkräftestrategie 2020 bereiten wir uns gleichzeitig auf die neue EU-Förderperiode 2014-2020 vor und stellen sicher, dass die sächsischen Förderprojekte optimal und vor allem passgenau aufgestellt sind", so Minister Morlok.

Ein wichtiger Teil der Fachkräftestrategie 2020 ist ein breiter öffentlicher Dialog und der Austausch von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit zu den verschiedenen Handlungsfeldern der sächsischen Fachkräftepolitik. Das SMWA lädt deshalb regelmäßig zu Fachkräfteforen ein, um Inhalte der verschiedenen Handlungsfelder vertiefend zu diskutieren. Am 16. Mai 2012 findet das Forum "Zuwanderung" statt, das derzeit gemeinsam von SMI und SMWA vorbereitet wird. Ein weiteres Forum zum Thema "Familie und Beruf" ist gemeinsam mit dem Sozialministerium für Ende 2012 geplant.

Fachkräftestrategie - 10 Ziele für 2020:

  1. Familienland Sachsen:
    Bedarfsgerechte und flexible Betreuungs- und Pflegeangebote schaffen - sowohl für die heranwachsende als auch für die ältere Generation
  2. Die individuelle Förderung steht ganz oben:
    Das ist der Maßstab für den Erziehungs- und Bildungsauftrag aller Kindertagesstätten und Schulen in Sachsen.
  3. Leistungsorientiertes Schulwesen:
    Die Absolventen der sächsischen Schulen sollen die höchstmöglichen Bildungsabschlüsse erwerben.
  4. Berufsorientierung so früh wie möglich:
    Unternehmen und Schulen sollen so eng wie möglich zusammenarbeiten: So lernen Jugendliche die beruflichen Möglichkeiten und Chancen ihrer Region kennen.
  5. "Zweite Chance":
    Mit staatlicher Unterstützung können auch lernschwache Jugendliche einen Berufsabschluss erwerben.
  6. Passgenaues Studienangebot:
    Das Angebot der Berufsakademie Sachsen und der Hochschulen deckt genau den regionalen Bedarf.
  7. Studien- und Arbeitsort Sachsen:
    Studieren in Sachsen soll für alle attraktiv sein: Für Sachsen, Studierende aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland. Für Absolventen sollen sich gute Perspektiven für den Berufseinstieg bieten.
  8. Willkommensland Sachsen:
    Qualifizierte Fachkräfte aus dem In- und Ausland kommen gern nach Sachsen - und "ausgewanderte" Sachsen kommen gerne zurück.
  9. Abschlüsse anerkennen:
    Ausländische Berufsabschlüsse sollen schnell und unbürokratisch anerkannt werden. Qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland werden bei ihrer Integration unterstützt.
  10. Weiterbildung - für alle:
    Die Beschäftigten wissen am besten, welche Angebote für sie nützlich sind. Der Freistaat fördert sie - aber auch Langzeitarbeitslose. Zum Beispiel mit Weiterbildungs-Schecks.

SMWA - Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr