Produzierendes Gewerbe in der Region Berlin-Brandenburg überwindet 2011 erfolgreich die Beschäftigungskrise

Im Jahr 2011 hatten 2 778 200 Personen einen Arbeitsplatz in der Region Berlin- Brandenburg.

Das waren 1,0 Prozent oder 28 000 Personen mehr als im Jahr zuvor. In Berlin nahm die Zahl der Erwerbstätigen um 1,4 Prozent oder 23 600 auf 1 706 000 Personen und in Brandenburg um 0,4 Prozent oder 4 400 Personen auf 1 072 200 Personen zu. Damit wurde ein deutlich höheres Niveau der Erwerbstätigkeit erreicht als im Jahr 2008, dem Jahr vor der Wirtschafts- und Finanzkrise. Seitdem ist die Erwerbstätigenzahl in der Region um 3,5 Prozent bzw. 93 700 Personen gestiegen und somit deutlich stärker als im Durchschnitt aller Bundesländer (+1,9 Prozent). In Berlin wurde 2011 das Niveau von 2008 um 4,3 Prozent bzw. 69 800 Personen überschritten. In Brandenburg lag die Erwerbstätigenzahl um 2,3 Prozent bzw. 23 900 Personen höher.

Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg weiter mitteilt, hat die Entwicklung der Erwerbstätigkeit in der Region vor allem im Produzierenden Gewerbe einen positiven Verlauf genommen. Im Jahr 2011 hat sich das Produzierende Gewerbe weitgehend von den Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise erholt und nach Rückgängen in den Jahren 2009 und 2010 Zuwächse in Berlin von 2,3 Prozent oder fast 5 000 Personen und in Brandenburg von 2,9 Prozent oder 7 000 Personen erreicht. Daran waren im starken Maße die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes und des Baugewerbes beteiligt.

Hingegen haben sich im Bereich der Dienstleistungen in beiden Ländern die hohen Zuwächse der Jahre 2009 und 2010 im Jahr 2011 nicht fortgesetzt. In Berlin wurde 2011 ein Zuwachs von 1,3 Prozent oder 18 700 Personen erreicht (2009: +1,9 Prozent; 2010: +1,4 Prozent). In Brandenburg ging die Beschäftigung im Bereich der Dienstleistungen sogar um 0,4 Prozent oder 2 800 Personen zurück (2009: +1,6 Prozent; 2010: +1,2 Prozent).

In Berlin haben von den sehr breit aufgestellten Dienstleistungsbereichen insbesondere die Betriebe des Bereichs Handel, Verkehr, Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation ihre Erwerbstätigenzahl um 3,2 Prozent oder 13 700 Personen sowie die Betriebe des Bereichs Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister; Grundstücks- und Wohnungswesen um 2,1 Prozent oder 7 500 Personen erhöht. Auch in Brandenburg gehörten diese Bereiche zu denen, die Beschäftigungszuwächse erzielten, allerdings mit 1,5 Prozent bzw. 1,3 Prozent etwas verhaltener. Im Bereich Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit; Private Haushalte war 2011 in beiden Ländern erstmals seit 2009 wieder ein Beschäftigungsabbau zu registrieren; in Berlin um 0,4 Prozent oder 2 500 Personen und in Brandenburg um 2,5 Prozent oder 9 100 Personen. In Berlin wurde dieser Rückgang hauptsächlich durch den Stellenabbau der öffentlichen Verwaltung verursacht. In Brandenburg kam zum Abbau der Beschäftigung vor allem in der öffentlichen Verwaltung (im engeren Sinn) auch ein Minus im Bereich Erziehung und Unterricht hinzu.

Erwerbstätige im Jahr 2011 in Berlin und Brandenburg nach Wirtschaftsbereichen

Erwerbstätige im Jahr 2011 in Berlin und Brandenburg nach Wirtschaftsbereichen

Mit den hier veröffentlichten vorläufigen Erwerbstätigenzahlen 2011 werden erstmals Ergebnisse vorgelegt, die auf der Grundlage der neuen Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008) berechnet wurden. Diese wurde im Rahmen der Revision 2011 in der regionalen Erwerbstätigenrechnung auch für die zurückliegenden Jahre zugrunde gelegt.

In einem ersten Schritt wurden die Ergebnisse der Berichtsjahre 2008 bis 2010 neu berechnet und mit den ersten vorläufigen Jahresergebnissen 2011 veröffentlicht. Im zweiten Schritt erfolgt die Neuberechnung der Ergebnisse der Berichtsjahre 1991 bis 2007, deren Veröffentlichung im Sommer 2012 vorgesehen ist.

Wegen revisionsbedingter Änderungen sind die neuen Ergebnisse nicht mehr mit den bisher veröffentlichten Daten zur Erwerbstätigkeit vergleichbar.

Bei den hier vorgelegten Länderergebnissen, die auf dem Rechenstand des Statistischen Bundesamtes vom 16. Februar 2012 basieren, handelt es sich um Berechnungen des Arbeitskreises "Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder" (AK ETR), dem alle Statistischen Ämter der Länder, das Statistische Bundesamt sowie der Deutsche Städtetag angehören.

Weitere Informationen und detailliere Ergebnisse finden Sie auf der Homepage des AK ETR "aketr.de".

Über das Datenangebot des Bereiches Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Erwerbstätigkeit und Arbeitsmarkt informiert: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg