IG Metall Tarifverhandlungen 2012 - Arbeitgeber auf Krawall gebürstet!

IG Metall Tarifverhandlungen 2012 für Berlin-Brandenburg - Arbeitgeber auf Krawall gebürstet!Heute hat die 2. Verhandlung für die 100.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg im Berliner Haus der Wirtschaft stattgefunden. Am Morgen hatten 150 Gewerkschafter vor dem Verhandlungslokal lautstark für ihre Forderungen nach 6,5 Prozent mehr Einkommen und zur erweiterten Mitbestimmung beim Einsatz von Leiharbeitern sowie zur unbefristeten Übernahme von ausgebildeten Azubis demonstriert.

Der Sprecher des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Berlin-Brandenburg (VME) Stefan Moschko war offensichtlich auf Krawall gebürstet, als er sehr scharf alle Forderungen der IG Metall als unangemessen, wirtschaftlich verheerend und nicht nachvollziehbar abwies. Dies tat er, ohne ein eigenes Angebot vorzulegen. Ein Eingriff auf die unternehmerische Freiheit und das freiwillige Engagement der Arbeitgeber durch zwingende Regelungen sei nicht akzeptabel, so äußerte sich Stefan Moschko weiter.

Mehrere anwesende IG Metall-Betriebsräte kritisierten dieses Verhalten und bekräftigten im Gegenzug die Forderung nach einer solidarischen Tarifpolitik, die sich neben höheren Einkommen auch um die Zukunftsperspektiven junger Menschen und um die Bedingungen beim Einsatz von Leiharbeitern sorgt. Aus Sicht der Gewerkschaft werden noch immer zu oft Leihkräfte als billige Flexibilitätsreserve missbraucht, auch wenn es keinen vorübergehenden, sondern dauerhaften Bedarf an ihrer Arbeitsleistung gibt. Weiterhin wurden die Arbeitgeber beim Kampf um die guten, engagierten jungen Nachwuchskräfte auf die positive Wirkung einer verbindlichen Beschäftigungsperspektive im Unternehmen verwiesen. Immer mehr Jugendliche wählen ihren Ausbildungsplatz bewusst nach den aktuellen Bedingungen und offerierten Zukunftschancen aus.

Nach zwei Stunden war die Debatte beendet. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 25. April statt. Sollte dann immer noch kein verhandlungsfähiges Angebot von Arbeitgeberseite vorgelegt werden, wird die IG Metall den Druck durch Warnstreiks ab Anfang Mai erhöhen müssen.

Im Süden Brandenburgs sind 2.000 Beschäftigte von den Verhandlungen betroffen.

Kontakte für Rückfragen

Bei Rückfragen können Sie sich gern an unser Büro wenden. Als direkter Ansprechpartner der IG Metall steht Ihnen Ralf Köhler unter Telefon 0355 380580 gern Rede und Antwort.

Weitere Informationen www.suedbrandenburg.igmetall.de

Quelle: IG Metall Südbrandenburg