Entlohnung ist keine Frage des Geschlechts!

Sachsens Gleichstellungsministerin Christine Clauß hat anlässlich des Tages der Entgeltgleichheit - dem Equal Pay Day (23.03.) - die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern angemahnt: "Frauen in Sachsen verdienten im Jahr 2010 rund neun Prozent weniger als Männer". Damit lag der Gender Pay Gap, das heißt der prozentuale Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern, bei 23 Prozent. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit derzeit an siebtletzter Stelle der 28 europäischen Mitgliedstaaten. "Dies ist ein unhaltbarer Zustand", so Ministerin Clauß heute in Dresden.

"Die Gründe für die Ungleichbezahlung sind vielfältig", so Clauß. Bereits mit der Berufswahl werde der Grundstein für die späteren Karrierechancen gelegt. Leider entschieden sich noch immer zu wenig Mädchen für technische oder naturwissenschaftliche Berufe, die - im Vergleich zu den traditionell weiblichen Berufsbildern - von besseren Verdienstchancen geprägt seien, sagte Clauß und unterstrich den Zusammenhang eindrucksvoll mit Zahlen: "Die meisten Mädchen und jungen Frauen wählen aus nur zehn verschiedenen Ausbildungsberufen. Und das, obwohl es insgesamt etwa 350 davon gibt. Unter den zehn am häufigsten gewählten Ausbildungsberufen ist kein einziger Beruf aus Technik oder Naturwissenschaften dabei".

Weitere Ursachen sehen Forscher in der Teilzeittätigkeit von Frauen und in der Tatsache begründet, dass sie selten in Führungspositionen tätig sind.
Staatsministerin Clauß fordert die sächsischen Arbeitgeber auf, verstärkt Lohntestverfahren (z.B. "Logib-D", www.logib-d.de  und www.eg-check.de ) zu nutzen, um versteckte Entgeltunterschiede zwischen Frauen und Männern in ihren Unternehmen aufzudecken.

Der Aktionstag in Deutschland markiert rechnerisch jenen Zeitraum, den Frauen über den Jahreswechsel hinaus länger arbeiten müssen, um auf das durchschnittliche Jahresgehalt von Männern zu kommen.

SMS - Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz