Rettung der Görlitzer Schlecker-Filialen?

Zeitaufschub für Insolvenzverwalter könnte weitere Schlecker-Filialen retten

Der Görlitzer Oberbürgermeister Joachim Paulick unterstützt die Forderung von ver.di und des Gesamtbetriebsrates Schlecker nach staatlichen Bürgschaften für den Monat April zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes und der Vermeidung weiterer Filialschließungen und damit verbundener Kündigungen. In einem Schreiben an den Sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich macht er deutlich, dass der Verlust jedes einzelnen Arbeitsplatzes in unserer strukturschwachen Region besonders schwer wiege. "Auch wenn in unserer Stadt "nur" eine von sechs Schlecker-Filialen geschlossen werden soll, macht es mich sehr betroffen, dass die Mitarbeiterinnen des Marktes an der Christoph-Lüders-Straße Opfer von Versäumnissen eines europaweit agierenden Unternehmens werden und in Folge dessen ihre Beschäftigung verlieren.", äußert OB Paulick in dem Brief. Über viele Jahre habe es die Drogeriemarktkette offensichtlich verpasst, ihre Unternehmensstrategie und ihr Angebot auf Kundenbedürfnisse und aktuelle Entwicklungen auszurichten. Den Preis dafür zahlen nun die Arbeitnehmerinnen, also überwiegend Frauen, die tagtäglich ihre Leistung erbracht und oft als Erste Kundenreaktionen zu spüren bekommen haben.

Angesichts der drohenden Schließung von ca. 400 weiteren Schlecker-Filialen hält er die Forderung für angemessen, dem vorläufigen Insolvenzverwalter durch die Gewährung von Bürgschaften für den Monat April Zeit für die Investorensuche zur Rettung weiterer Märkte zu geben.

Diese Geschäfte könnten durchaus mit Gewinn betrieben werden, doch aufgrund der aktuellen Lieferengpässe und anderer insolvenzbedingter Probleme sind sie in Schieflage geraten.
Die gegenwärtige Rechtslage hat es Anton Schlecker ermöglicht, das Unternehmen in der Krise fortzuführen, ohne sich dem zivil- und strafrechtlichen Haftungsrisiko der Insolvenzverschleppung auszusetzen. Trotz der Größe des Unternehmens kmusste Schlecker kein Kontrollorgan einrichten, dem er Rechenschaft hätte geben müssen. Der Staat hat diese Situation verursacht, somit ist er nun auch in der Verantwortung, die Fortführung der 400 Filialen und die Sicherung der betroffenen Arbeitsplätze durch Bürgschaften sicherzustellen.

Quelle: PM der Stadtverwaltung Görlitz