Neues Informationshaus des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Beste Voraussetzungen für die Umweltbildung

Neues Informationshaus des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und TeichlandschaftStaatsminister Frank Kupfer eröffnet neues Informationshaus des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Umweltminister Frank Kupfer hat heute (21. März 2012) gemeinsam mit Vertretern des Finanzministeriums, des Staatsbetriebes Sachsenforst (SBS) und des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) das neue Informationshaus des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft feierlich eröffnet. Das Besucherzentrum in Guttau (Ortsteil Wartha, Landkreis Bautzen) trägt künftig den Namen "Haus der Tausend Teiche". Im Obergeschoss des Gebäudes befindet sich eine 240 Quadratmeter große Erlebnisausstellung, die Besucher in das weltumspannende Netz der Biosphärenreservate einführt und ihnen die Arbeit der Fischer der Oberlausitz im Verlaufe eines Jahres zeigt.

"Ich freue mich, dass das Biosphärenreservat jetzt ein eigenes Informationshaus hat", sagte der Umweltminister bei der feierlichen Eröffnung. "Die Notwendigkeit eines Besucherzentrums hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt." Viele Bildungsveranstaltungen waren an ihren auswärtigen Veranstaltungsorten an Kapazitätsgrenzen gestoßen, für Führungen und Exkursionen gab es oft keine Schlechtwetteralternative. Das ist ab heute alles anders. Besucher und Biosphärenreservats-Verwaltung haben jetzt genügend Platz. Mit einem teilbaren Vortrags- und Seminarraum hat die Verwaltung erstmals die Möglichkeit, die jährlich etwa 300 Bildungsveranstaltungen überwiegend im eigenen Haus durchzuführen. "Das sind beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umweltbildungsarbeit, bei der vielleicht auch der ein oder andere Besucher dazu angeregt wird, die nachhaltige Entwicklung der einzigartigen Lausitzer Teichlandschaft mit zu gestalten", so der Minister.

Die Ausstellung des Informationshauses ist gleichermaßen für große und kleine Besucher gedacht. Am Beispiel der regionalen Teichwirtschaft wird ihnen demonstriert, wie im einzigen sächsischen Biosphärenreservat Naturressourcen nachhaltig genutzt werden und wie die Art und Weise der Bewirtschaftung zur Entwicklung einer einzigartigen Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt beigetragen haben. Im Besucherlabor können Kinder und Erwachsene kleine Experimente zur Veranschaulichung der Naturkreisläufe durchführen. Ruhig und gemächlich geht es im 10 000 Liter fassenden Aquarium zu, in dem sich ab Ende Mai 2012 neben heimischen Wildfischen unterschiedliche Karpfenarten tummeln werden.

Neben der Ausstellung bietet das Informationshaus einen Videoraum, in dem ein Einführungsfilm die Ästhetik der Teichlausitz in eindrucksvollen Bildern erlebbar werden lässt. "Als Forstminister bin ich begeistert davon, wie es dem Architekten gelungen ist, den heimischen nachwachsenden Rohstoff Holz so harmonisch in den Bau zu integrieren", sagte Kupfer.

Der heute als Sitz der Biosphärenreservats-Verwaltung des Sachsenforstes in Wartha genutzte Vierseitenhof wurde um 1800 als Vorwerk des ehemaligen Rittergutes Guttau errichtet. Das Hofensemble umfasst Bauernhaus, Scheune, Schafstall und das Informationshaus als Ersatzneubau für das ehemalige Stallgebäude. Das Informationshaus, das nunmehr den Vierseitenhof wieder komplettiert, wurde in Holzständerbauweise errichtet. Der Bund und der Freistaat Sachsen investierten im Rahmen des Konjunkturpaketes insgesamt rund 2,9 Millionen Euro in den Neubau. Zusätzlich wurden rund 700 000 Euro für dessen Einrichtung einschließlich des Aquariums und der Ausstellung aufgewendet.

Das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ist eines von mehr als 580 Biosphärenreservaten weltweit, eines von 16 in der Bundesrepublik Deutschland und das einzige in Sachsen. Nach einstweiliger Sicherstellung 1994 wurde das Schutzgebiet 1996 durch die UNESCO anerkannt und 1997 mit Verordnung des Umweltministeriums endgültig ausgewiesen. Das Gebiet umfasst ca. 30 000 Hektar in den Landkreisen Bautzen und Görlitz. Dazu gehören vorrangig Teichlandschaften, Heiden und Wälder. Im Reservat sind ca. 5 200 Tier- und Pflanzenarten nachgewiesen, darunter 160 Brutvogelarten. Besonders bedeutsam sind die Bestände von Seeadler, Kranich und Flussseeschwalbe. Rund 30 000 Wasservögel nutzen das Gebiet auf ihrem jährlichen Zug als Rastgebiet. In Partnerschaft mit den Bewirtschaftern sind so erfolgreiche Projekte umgesetzt worden wie die Einführung und Vermarktung des Oberlausitzer Biokarpfens und die Verarbeitung alter regionaler Getreidesorten zu Backspezialitäten.

Nach den nationalen Kriterien für die Anerkennung deutscher Biosphärenreservate durch die UNESCO sollen die Schutzgebiete über mindestens ein nach neuesten pädagogischen und didaktischen Erkenntnissen gestaltetes Informationszentrum verfügen. Für zwei der vielen Projekte mit Schülern ist das Biosphärenreservat im vergangenen Jahr mit dem Dekadepreis des Aufrufs der UNESCO zu Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet worden.

Hintergrund:

Das neue Informationshaus im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft verfügt über rund 680 Quadratmeter Gesamtnutzfläche. Es ist das größte und modernste Informationszentrum des Staatsbetriebes Sachsenforst, der seit Mitte 2008 für die Verwaltung des Biosphärenreservats zuständig ist. Zum Objekt gehören im Erdgeschoss das Foyer mit Kasse, Garderobe und Sitzbereich, der Videoraum sowie der Seminar- und Vortragsraum und im Obergeschoss der Ausstellungsbereich sowie einige nicht öffentlich zugängliche Räume wie Bibliothek, Archiv und Registratur der Biosphärenreservatsverwaltung und ein Vorbereitungsraum für Umwelbildungsveranstaltungen. Das Haus ist barrierefrei gestaltet.

SMUL - Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft