Sachsen - Neue Mobilitätskonzepte und intelligente Verkehrssysteme

Verkehr ohne Lärm und Luftschadstoffe - das ist wohl der Traum aller Menschen. Zu seiner Verwirklichung können Elektrofahrzeuge beitragen. Das Vorhaben 'ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET' stellt in zwei Schwerpunkten die Elektromobilität in verdichteten Siedlungsräumen und in ländlichen Gebieten in den Fokus.

"Mit dem Schwerpunkt 'urbane Mobilität' leistet die gemeinsame bayerisch-sächsische Schaufensterbewerbung einen Beitrag dazu, Elektromobilität zu etablieren und so die Lebensqualität in unseren Metropolen zu verbessern. Für unterschiedliche Nutzergruppen sollen passende Mobilitätskonzepte und -lösungen erarbeitet werden. Dies reicht von so genannten ‚Laternenparkern' ohne privaten Stellplatz über den Car-Sharing-Teilnehmer, den städtischen Wirtschafts- und Güterverkehr bis hin zu integrierten Verkehrskonzepten unter Einbeziehung des ÖPNV", erklärt Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil. "Bei urbaner Mobilität geht es nicht allein darum, PKW mit Verbrennungsmotor durch solche mit elektrischem Antrieb zu ersetzen. Der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs und seine intelligente Verknüpfung mit dem Individualverkehr spielen eine entscheidende Rolle. Seit 2011 fahren in Sachsen bereits über 50 Hybridbusse im Liniendienst. Das war ein erster Schritt, den öffentlichen Personennahverkehr neben der Straßenbahn weiter zu elektrifizieren. Mit dem Schaufenster Elektromobilität gehen wir nun den nächsten Schritt zum rein elektrischen Betrieb ausgewählter Buslinien", ergänzt Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok.

Ein Projekt des bayerisch-sächsischen Schaufensters untersucht beispielsweise die Optimierung der Ladetechnologie und deren Netzintegration. In einem anderen Projekt sollen in mehreren Parkhäusern in Münchens Innenstadt zusätzliche 50 Ladepunkte der neuesten Technologie installiert werden, um einerseits die Attraktivität der E-Mobilität für die Nutzer zu erhöhen, andererseits Erfahrungen auf der Anbieterseite zu sammeln. Parallel sollen neue Konzepte für Ladeinfrastrukturlösungen entwickelt werden, zum Beispiel für das Parken im öffentlichen Straßenraum Münchens und Leipzigs. Dazu ist vorgesehen, in Leipzig das Niederspannungsnetz der Straßenbeleuchtung in zwei Straßenzügen so auszubauen, dass es auch für die Ladung von Elektrofahrzeugen geeignet ist.

Ein weiteres Themengebiet der Schaufensterbewerbung setzt sich mit der Mobilität in ländlichen Regionen auseinander. Ländliche Mobilität ist durch einen hohen Anteil an Individualverkehr gekennzeichnet. Die topografischen und klimatischen Bedingungen zum Beispiel von Mittelgebirgen stellen zudem hohe Anforderungen an Elektrofahrzeuge und deren Komponenten wie Batterie und Antrieb. "Im Schaufenster ‚ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET' (PDF) sollen die Herausforderungen der Elektromobilität in städtischen und ländlichen Regionen parallel angegangen werden", so die beiden Wirtschaftsminister Martin Zeil und Sven Morlok. Die Freistaaten Bayern und Sachsen verfügen zusammen über rund 25 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands mit mehreren Metropolregionen und einem großen ländlichen Raum. Dadurch sind die Freistaaten geradezu prädestiniert, gemeinsam ein breites Spektrum von Verkehrssituationen und Nutzergruppen (z.B. Privatpersonen, Touristen, Behörden) für Elektromobilität abzubilden.

In Garmisch-Partenkirchen wollen die Audi AG und die TU München sowie die BMW AG und die Universität Passau gemeinsam den Einsatz von Elektrofahrzeugen in ländlichem und bergigem Terrain untersuchen. Dazu werden Veränderungen im Nutzungsverhalten von Elektrofahrzeugen gegenüber vergleichbaren Verbrennungsfahrzeugen erfasst und ausgewertet. Neben den bayerischen Modellregionen für Elektromobilität im Allgäu und Bayerischen Wald sowie in Garmisch-Partenkirchen und Bad Neustadt a.d. Saale nehmen weitere Regionen an der Schaufensterbewerbung teil. So soll im Zweckverband ÖPNV Vogtland (ZVV) eine hybridbetriebene Buslinie grenzübergreifend das sächsische Plauen mit dem bayerischen Hof und den dazwischen liegenden Gemeinden verbinden. Dadurch wird insbesondere Berufspendlern der Zugang zu Elektromobilität ermöglicht. Das Projekt berücksichtigt damit sowohl Stadtgebiete als auch ÖPNV im ländlichen Raum in einer Mittelgebirgsregion mit Steigungs- und Gefällestrecken.

Die gewonnenen Erkenntnisse aus den jeweiligen Einzelprojekten werden länderübergreifend gesammelt und allen Partnern im Schaufenster zur Verfügung gestellt. Dies ermöglicht eine umfassende Bewertung und erlaubt die Erstellung von Mobilitätskonzepten für den urbanen und ländlichen Raum, exemplarisch für ganz Deutschland. Darin werden auch Themen wie die Wirkung von Elektromobilität auf die Umwelt, die Attraktivität der Elektromobilität für den Tourismus und die Anbindung an urbane Räume untersucht sowie zukunftsfähige Empfehlungen abgegeben.

Erfahren Sie mehr zum Schaufenster ‚ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET' unter www.elektromobilitaet-verbindet.de  oder unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4004071.

Gemeinsame PRESSEMITTEILUNG des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und des Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie