Insolvenzverfahren Schlecker - offener Brief asu Cottbus an Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler

Brief des Cottbuser Oberbürgermeisters und des Präsidiums der Stadtverordnetenversammlung, mit welchem sich diese wegen der drohenden Schließung der Schlecker-Filialen an Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler wenden.

"Sehr geehrter Herr Bundesminister,

mit großem Interesse verfolgen wir die gegenwärtigen Aktivitäten des Insolvenzverwalters, der Gewerkschaft verdi und der Beschäftigten zur Rettung der Drogeriemarktkette Schlecker.

Fest steht, dass deutschlandweit 12.000 von insgesamt 30.000 Beschäftigten betroffen sind und voraussichtlich ihren Arbeitsplatz verlieren.

In der Region Cottbus sind gegenwärtig sieben von 13 Filialen zur Schließung vorgesehen. Als Kommunalpolitiker und als Oberbürgermeister sorgen wir uns sehr um die Zukunft der ca. 30 überwiegend weiblichen Beschäftigten.

Auch wenn ein Arbeitsplatzabbau zur Sanierung des Unternehmens nicht mehr verhindert werden kann, so sollte das dennoch sozial verträglich erfolgen. Unerlässlich ist deshalb die Gründung einer Transfergesellschaft, die den Übergang der von Arbeitslosigkeit betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ein neues Beschäftigungsverhältnis aktiv begleitet. Dazu bedarf es aber umgehender staatlicher Hilfe durch einen Kredit der Förderbank KfW noch in dieser Woche. Wir sehen das als umso dringlicher, da die Gespräche mit einem neuen Investor erfolgversprechend zu laufen scheinen und möglicherweise das Schließungskonzept nochmals überarbeitet wird.

Sehr geehrter Herr Bundesminister, wir bitten Sie sehr herzlich, Ihre Verantwortung gerade für die strukturschwachen Regionen wahrzunehmen und sich persönlich für die Gewährung dieser Finanzierungshilfe einzusetzen. "

Mit freundlichen Grüßen

Frank Szymanski Oberbürgermeister
Reinhard Drogla Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung Cottbus
Karin Kühl 1. Stellvertreterin des Vorsitzenden der

Quelle: Stadt Cottbus