Weniger Unternehmensinsolvenzen im Land Brandenburg

Im Jahr 2011 wurden mit insgesamt 629 Insolvenzverfahren gegen Unternehmen 7,0 Prozent weniger als 2010 beantragt. Die voraussichtlichen Forderungen stiegen aber um 38,8 Prozent auf 459,7 Mill. EUR.

Rund vier Fünftel der beantragten Unternehmensinsolvenzen (499 Fälle) wurden eröffnet. In 130 Verfahren kam es zur Abweisung mangels Masse, da das Vermögen der Schuldner nicht zur Deckung der Verfahrenskosten ausreichte.

Unternehmensinsolvenzen und angemeldete Forderungen im Land Brandenburg im Jahr 2011 nach Wirtschaftsbereichen

Weniger Unternehmensinsolvenzen im Land Brandenburg

Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg weiter mitteilt, blieb das Baugewerbe trotz des Rückgangs der Verfahrensanzahl um 17 Prozent gegenüber 2010 der Wirtschaftsbereich mit den meisten Unternehmenszusammenbrüchen. Hier wurden 122 Fälle (Anteil: 19,4 Prozent) mit ausstehenden Forderungen in Höhe von 32,7 Mill. EUR (Anteil: 7,1 Prozent) gezählt. Im "Handel" waren es 102 insolvente Unternehmen mit offenen Forderungen in Höhe von 38,9 Mill. EUR (Anteil: 16,2 Prozent bzw. 8,5 Prozent). Betrachtet man die Höhe der Forderungen, so wurden im Wirtschaftsbereich "Information und Kommunikation" 132,1 Mill. EUR Schulden von 22 Unternehmen angehäuft (Anteil: 28,7 bzw. 3,5 Prozent). Verbindlichkeiten in Höhe von 103,1 Mill. EUR wurden für 50 Unternehmen aus dem "Verarbeitenden Gewerbe" gezählt (Anteil: 22,4 bzw. 7,9 Prozent). Die Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung führten im Berichtszeitraum 353 der von Insolvenz betroffenen Unternehmen (Anteil: 56,1 Prozent). Knapp 33 Prozent der Unternehmensinsolvenzen wurden von Einzelunternehmen, Freien Berufen und dem Kleingewerbe beantragt. Rund 59 Prozent (369 Fälle) der Unternehmen machten in den ersten acht Jahren ihrer Existenz Pleite. 161 Firmen hatten nicht einmal drei Jahre bestanden.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen auf Landkreisebene wurden im Jahr 2011 in den Landkreisen Oberhavel mit 60 Fällen (Anteil: 11,8 Prozent) und Märkisch- Oderland mit 59 Fällen (Anteil: 11,6 Prozent) festgestellt. Die voraussichtlichen Forderungen beliefen sich auf 19,3 Mill. EUR bzw. 20,1 Mill. EUR. Die wenigsten Unternehmenszusammenbrüche waren in den Landkreisen Prignitz (17 Fälle), Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz (je 18 Fälle) mit Schulden in Höhe von 38,9 Mill. EUR sowie 8,3 Mill. EUR und 3,9 Mill. EUR zu verzeichnen. Im Vergleich der kreisfreien Städte steht die Landeshauptstadt Potsdam mit 50 Fällen und 15,5 Mill. EUR ausstehenden Forderungen an erster Stelle. Für Brandenburg an der Havel wurden 135,5 Mill. EUR Schulden für 18 insolvente Firmen gezählt.

Unternehmensinsolvenzen und angemeldete Forderungen im Land Brandenburg im Jahr 2010 und 2011

Weniger Unternehmensinsolvenzen im Land Brandenburg

Über das Datenangebot des Bereiches Insolvenzen informiert: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg